Muss denn immer alles schiefgehen?

Ja, ja und nochmals ja!!! Ganz einfach Ja!!! Weil nur so ist es lustig. So wie eben auch am 13.10. am Theater Hof. Wir hatten ja schon die grosse Ehre, das Stück “Mord auf Schloß Haversham” sehen zu dürfen und konnten da ja schon unsere Lachmuskeln zu trainieren. Nun konnten wir zum zweiten Mal dem engangierten Ensemble der Cornley Polytechnic Drama Society zusehen, wie sie sich an einem Theaterstück versuchten und… naja scheiterten kann man das ja so nun auch nicht nennen.

Schon im Foyer und dann später auch während des Reingehens wurde man schon richtig Zeuge des Geschehens und konnte sich so richtig auf die kommenden Stunden freuen. “Wer “Mord auf Schloß Haversham” gesehen hatte, wußte worauf er sich einließ. Und wurde nicht enttäuscht.

Theaterleute sind sich einig: Komödien sind das Schwierigste, was man inszenieren kann. Denn wenn das Publikum nicht mitgeht, oder aber alles in Klamauk endet, ist alles verloren. Die Gags müssen wirklich auf die Millisekunde genau sitzen, genauso das fallendes Bühnenbild und / oder Requisiten. Und obwohl bei “Peter Pan” alles schief lief, was schieflaufen konnte, passte trotzdem alles punktgenau und ließ das Publikum vor Lachen nach Luft ringen.

“Schuld” daran waren natürlich auch die Schauspieler, die auf/vor/hinter/neben/unter/über der Bühne alles gaben. Allen voran Dominique Bals, der in seiner Rolle als Chris, also das Präsident der Cornley Polytechnic Drama Society, es sich nicht nehmen ließ, die Zuschauer persönlich zu begrüßen. Besondere Ehre wurde einigen Zuschauer zuteil, da sie als Ehrengäste angekündigt wurden. Ein Spass für alle. Doch auch seine beiden anderen Rollen übernahm er mit Herzblut und man litt richtig mit ihm, als alles schief lief. Ihm zur Seite stand von Anfang an Philipp Brammer als Robert, des Regieassistenten, oder um es mit seinen Worten zu sagen: zweiter Regisseur. Auch er begrüßte einige Zuschauer, sogar im Foyer sah man ihn schon in seiner Rolle. Doch auch die Rollen, die er übernahm, also Nana der Hund, Peters Schatten und Starkey erfüllte er mit Leben und Liebe und der gehörigen Portion Humor. Bereits im Vorfeld konnte man die beiden Techniker, gespielt von Jannik Rodenwaldt und Kayda Bryant auf der Bühne herumwerkeln sehen und konnte schon erahnen, in welchen Katastrophen dieser Abend enden würde. Und sie ließen keinen un-enttäuscht.

Die leitende Person auf der Bühne sollte immer der Erzähler sein, also in diesem Fall Volker Ringe. Ja er war der Erzähler, der sich krampfhaft am Buch festhielt und auch sonst eher verkrampft als locker durch das Stück führte, ebenso in seiner weiteren Rolle als Cecco. Doch zum Glück gehörte die fehlende Entspannung nur zu den Rollen, denn seine hervorragende schauspielerische Leistung rief er ganz entspannt ab. Kristoffer Keudel in seiner hingebungsvoll gespielten Rolle als Dennis war besonders leicht zu erkennen. Da dieser leichte Probleme hatte, sich Texte zu merken, bekam er ein ultramodernes Headset, über das ihm seine Texte für die Rollen Michael Darling, Meerjungfrau und Mr Smee eingeflüstert wurde. Ja ja ultramodern… besonders die Riesenantenne war ultramodern und kaum sichtbar ;-). Den dritten Techniker im Bunde spielte Oliver Hildebrandt. Er war Trevor, der mit seinen Toneinspielungen so einige Geheimnisse und Meinungen bekannt gab. Meist gingen diese gegen Max, gespielt von einem wundervollen Jörn Bregenzer. Der arme Kerl tat dem Publikum dann immer ultraleid und sein trauriger Abgang wurde mit einstimmigem “Ohhhhhhh” begleitet.

Drei Personen spielten jeweils nur eine einzige Rolle. Susanna Mucha spielte Sandra, die wiederum Wendy Darling gab. Sie hatte wohl das Ziel, die Bühne mit ihrer Präsenz zu erfüllen, dies gelang zwar Susanna Mucha mit Leichtkeit und Pfiff, jedoch aber nicht Sandra, egal wie sehr sie sich bemühte und sich in den Vordergrund drängte. Als Peter Pan sah man Jonathan, federleicht und unterhaltsam gespielt von Peter Kampschulte, der sehr zur Freude des Publikums arge Probleme mit dem Fliegen hatte, oder eher mit dem Landen, naja mit beidem irgendwie. Tootles wurde gespielt von Lucy, sie war die Cousine von Robert und sehr sehr schüchtern. So fielen ihre Textpassagen doch sehr gepresst aus. Gespielt wurde sie von Marina Schmitz, liebenswert und überzeugend.

Kommen wir zu Annie. Wir haben sie uns mit Absicht bis zum Schluß aufgehoben. Sie spielte Mrs Darling, Lisa, Tinkerbell und Tigerlilly. Schon allein der Wechsel der Rollen Mrs Darling und Lisa gestaltete sich zu einem Akt der Fast-Unmöglichkeit, doch war es der fabelhaften Anja Stange in ihrer Rolle ein Leichtes, so schnell zwischen den beiden Rollen zu wechseln. Auch als Tinkerbell bezauberte sie das Publikum, besonders mit ihrer unverwechselbaren Taktik, ihr Kleid zum Leuchten zu bringen. Ebenso als Tigerlilly hatte sie alle Lacher auf ihrer Seite.

Mit den herrlichen Kostümen und dem Bühnenbild von Annette Mahlendorf ergab sich eine wunderbare Gesamtkonstruktion, die einen unvergesslichen Theaterabend garantiert. Einfach mal lachen und alles andere für ein paar Stunden vergessen. Das schafft dieses Stück garantiert!

Na, neugierig geworden? Hier sind die folgenden Termine:
Do 18.10.2018, 12:00 Uhr
Sa 20.10.2018, 19:30 Uhr
So 21.10.2018, 19:30 Uhr
Sa 27.10.2018, 19:30 Uhr
Fr 02.11.2018, 19:30 Uhr
Sa 08.12.2018, 19:30 Uhr
Di 25.12.2018, 19:30 Uhr
Mo 31.12.2018, 19:30 Uhr, im Anschluss: Silvesterball
So 10.02.2019, 18:00 Uhr
So 07.04.2019, 18:00 Uhr

Quelle: Christine

1 thought on “Muss denn immer alles schiefgehen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!