Auf in den goldenen Westen

Es gibt Opern, die kennt jeder und kennt mindestens ein Lied daraus. Dann gibt es Opern, die kennt kaum einer, doch wenn man sie dann mal gehört oder gesehen hat, dann ist man angefixt. So erging es uns bei “La fanciulla del West”. Aussprechen können wir es immer noch nicht 😉 . Aber man kann ja auch einfach “Das Mädchen aus dem goldenen Westen” sagen.

Geschrieben hat diese Oper Puccini, das Libretto stammt von Guelfo Civinini und Carlo Zangarini. Die Uraufführung fand am 10. Dezember 1910 an der Metropolitan Opera in New York City statt. Passenderweise sahen wir dann eine Liveübertragung aus genau dieser Oper am 27.10.2018 im Nürnberger Cinecitta.

Denkt man an Oper, denkt man an viertelstündige Arien, in denen einer stirbt. Und genau das gibt es hier nicht. Es gibt nur eine Arie, die da heißt Ch’ella mi creda, wird gesungen im dritten Akt von Johnson. Ansonsten ist diese Oper straff durchkomponiert und konzentriert. Sie entwickelt sich dramatisch und auch musikalisch und erzählt die Geschichte. Ohne irgendwelche Schnörkel und Verzierungen. So richtig spannend.

Jedes gute Stück lebt auch von guten Darstellern, und da mangelte es am 27.10. an nichts. So ist eben die Met. Klotzen, nicht kleckern. Mit großem Staraufgebot glänzte die Aufführung:

Marco Armiliato: Dirigent
Eva-Maria Westbroek: Minnie
Jonas Kaufmann: Dick Johnson
Carlo Bosi: Nick
Željko Lučić: Jack Rance
Michael Todd Simpson: Sonora
Matthew Rose: Ashby
Oren Gradus: Jack Wallace

Man könnte die Aufführung mit einem Wort beschreiben: perfekt. Es gab nichts zu bemängeln, nicht an den Darstellern, nicht am Orchester, nicht an der Übertragung. Interessant ist ja immer, dass man in den Pausen, es gab derer 2, noch Einblicke hinter das Geschehen bekommt. Zum einen durch Interviews, zum anderen durch Übertragung, wie in diesem Fall, des Aufbaus vom Bühnenbild.

Wunderte man sich zuerst, warum da zwei so relativ lange Pausen sind, wurde es bei der Opulenz des Bühnenbildes schnell klar, warum dem so war. Und die Pausen war bei weitem nicht zu lang geplant. Noch beim letzten Einspielen des Orchesters wurden Nägel eingeschlagen. Perfektes Timing, kann man da nur sagen. So sieht große Oper aus!

Short english version:
Once again we had a wonderful time, being “guest” at the Met Opera in New York. Thanks to “Klassik im Kino” on 2018-10-27 in Nuremberg, we had the chance to see the rarely shown Puccini opera “La fanciulla del West”. And we were amazed.

Wonderful voices, such as Eva-Maria Westbroek and Jonas Kaufmann combined with Puccinis breathtaking music, in an amazing scenery – what else can one want? Sometimes all you need is a wonderful evening at the opera.

Many thanks to the Met Opera and to the Cinecitta Nuremberg for an unforgettable evening!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!