„Catch me if you can“ – Zwischen Wahrheit und buntem Schein

Einer aufregenden Handlung gepaart mit bunten und facettenreichen Bildern durften wir am 17.8.2018 auf der Bühne des Altonaer Theaters folgen. Die Rede ist von dem Musical „Catch me if you can“ (Buch: Terrence McNally, Musik: Marc Shaiman), das auf einer wahren Geschichte der 60er und 70er Jahre beruhend vom Regisseur Georg Münzel hier zu neuem Leben erweckt wird. Die Wiederaufnahme des Stücks ist am 20.12.2018 und es läuft bis 12.1.2018 (nähere Infos unter: https://www.altonaer-theater.de/programm/catch-me-if-you-can-das-musical/).

Der Zuschauer wird beim Eintreten in den Saal, zu Beginn des Stücks, von einer Szene am Flughafen empfangen, deren Höhepunkt die Verhaftung von Frank Abagnale Jr. (Philipp Moschitz) darstellt. Er selbst gewährt uns folglich in einer von ihm inszenierten Show einen Einblick, wie es dazu gekommen ist. Nach der Trennung von Abagnales Eltern flüchtet er von zuhause und kommt schnell auf den Geschmack, sich unterschiedliche Identitäten zuzulegen, Schecks zu fälschen und auf diese Weise quer durchs Land zu reisen. Dicht verfolgt von Agent Carl Hanratty (Ilja Richter), gelingt es Abagnale jedoch durch seine einmalige Intuition als Gauner, dem FBI stets geschickt zu entkommen. Nicht zuletzt, da Agent Hanratty und sein Team keinen minderjährigen Verbrecher hinter dem Schlitzohr, das sie an der Nase herumführt vermuten und sich immer wieder auf falsche Fährten locken lassen. Auf seiner Reise gibt Frank sich unter anderem als Lehrer, Pilot und Arzt aus, wodurch er eines Tages auf die Krankenschwester Brenda Strong (Carina Böhmer) trifft, in die er sich unsterblich verliebt. Beim Treffen mit ihrer Familie droht sein Schwindel allerdings aufzufliegen und Frank muss Brenda zurücklassen. Schließlich wird Abagnale, wie in der Anfangsszene bereits dargestellt, verhaftet. Beeindruckt von dessen beinah fehlerfreien betrügerischen Aktivitäten, bietet Hanratty Frank schließlich einen Job beim FBI an, um das kriminelle Genie künftig auf der guten Seite zu wissen. So endet die Geschichte auch für Frank im Positiven.

Durch den für den Zuschauer bereits bekannten Höhepunkt der Verhaftung Abagnales hat das Stück ein geringes Potenzial, über die Zeit hinweg Spannung aufzubauen. Im Gegenzug setzt Münzel hier auf eine farbenfrohe und energetische Inszenierung, die durch bunte Kostüme und fetzige Musik den Zuschauer in ihren Bann zieht.

Vor allem mit der Besetzung von Philipp Moschitz in der Rolle des Frank Abagnale Jr. wird der Unterhaltungsfaktor durch dessen charismatische Ausstrahlung sowie seine stetige Interaktion mit dem Publikum verstärkt. Hinzu kommt, dass Ilja Richter in der Besetzung als Agent Carl Hanratty vor allem durch seinen präzisen Umgang mit Text und Stimme sein eigenes Mistrauen im Stück auf die Zuschauer überträgt. Nicht zuletzt gewinnt er deren Vertrauen und die Sympathie durch das spannende Verhältnis zwischen seiner und Moschitz’ Rolle, die beide eine schwere Kindheit erleben mussten.

Auch die Wandlungsfähigkeit aller in den Nebenrollen besetzten Darstellern trägt dazu bei, dass es dem Stück trotz kleiner Cast keineswegs an Lebendigkeit mangelt. Darüber hinaus wird dem Publikum mit diesem Musical sängerisch einiges geboten, während die Tanznummer aufgrund der kleinen Bühne an Energie einbüßen müssen.

Insgesamt bringt „Catch me if you can“ dennoch einen hohen Unterhaltungsfaktor mit sich, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Musical, wie eingangs erwähnt, auf einer wahren Begebenheit beruht. Frank Wiliam Abagnale Jr. (geb. 27.4.1948 in Bronxville, New York) existierte wirklich und war Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre als US-amerikanischer Hochstapler und Scheckbetrüger bekannt.

Quelle: Veronica Schweiger

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