Klassik Open Air 2018 Nürnberg

Wenn man mich fragt, wie ich mir einen Sommerabend vorstelle, wenn der Tag schon unerträglich heiß war und ich mit meinem Auto in ein dermaßen Unwetter komme, daß ich trotz Scheibenwischer auf höchster Stufe nichts mehr sehe und die Straße entlang schleiche auf der Suche nach einem Parkplatz in dem ich nicht versinke, während mein kleines Auto von Hagelkörner in der Größe von 1 cm malträtiert wird, dann lautet meine Antwort bestimmt nicht: mit 65000 Leute in einem Park sitzen und Klassik hören. Doch genau so war es am Samstag.

Über die Hitze brauchen wir nicht zu schreiben, die ist einfach da. Das Unwetter war auch einfach da und setzte die Straßen und Parkplätze in Nürnberg unter Wasser. Man konnte nicht mehr sehen, wohin man fuhr und kämpfte sich tapfer voran, mit weniger als 30 km/h. Da alle Parkplätze nicht asphaltiert waren, ging die Suche weiter und der erste Parkplatz mit Asphalt war dann auch der, wo eh geparkt werden sollte. Passend dazu war dann auch das Unwetter vorbei und die Hitze war so richtig nass und warm. Also ab in das Museum zur Sonderausstellung “Hitler.Macht.Oper”. Ein bißchen abkühlen, bevor es wieder raus in dem warmen Abend gehen sollte. Pustekuchen, aber das wird eine andere Geschichte, bzw Rezension.

Nach Museumsschluss ging es dann über die Strasse in den Luitpoldhain zum Klassik Open Air 2018. Wir waren übrigens beim dritten und letzten Konzert. Glück hatten wir im Vorfeld auch, denn wir hatten eine Backstagetour bei der Spardabank gewonnen und warteten nun. Während des Wartens wurden wir von einem Fotografen der Nürnberger Nachrichten abgelichtet und zieren nun die Onlinefotogalerie. Die Backstageführung war sehr interessant und hielt sich in einem kleinen Rahmen (5 Gewinner, ein Herr von der Spardabank und ein Herr vom Klassik Open Air). Highlight war natürlich der Blick von der Bühne auf die Zuschauer.

Und das sind noch nicht mal alle 65000. Während des ganzen Konzerts kamen immer wieder noch Leute dazu und sie alle fanden ein Plätzchen. Alle zusammen und doch war doch jeder für sich und konnte die Musik genießen. Schön war es auch, dass man sich nicht an die Zwänge in Theater- und Opernhäusern halten musste, sondern es sich einfach auf seiner Decke gemütlich machen konnte, etwas essen konnte, etwas trinken konnte und sich dann einfach hinlegen konnte und seinen Gedanken folgen konnte. So macht Konzert so richtig Spass.

Unser Konzert wurde von den Nürnberger Symphonikern gespielt, unter Dirigent Kahchung Wong, dem neuen Chefdirigenten der Symphoniker. Zusätzlich stand noch die Solistin Bomsori Kim mit auf der Bühne. Der Maestro ließ Songs von Leonard Bernstein, Paul Dukas und Sergej Prokofjew spielen. Alles zum Thema Liebe.

Konzertprogramm
PAUL DUKAS (1865 – 1935)
Der Zauberlehrling

GAN CHEN (geb. 1935) & ZHANHAO HE (geb. 1933)
The Butterfly Lovers’ Violin Concerto
Bomsori Kim, Violine

SERGEJ PROKOFJEW (1891 – 1953)
Highlights aus dem Balett “Romeo und Julia”
Die Montagues und die Capulets
Morgentanz
Bruder Lawrence
Tybalts Tod

PAUSE

SPARDA-WUNSCHSTÜCK

KAHCHUN WONG (geb. 1986)
Sunny Island in Germany
Marsch für Orchester und Publikum

Carmen Fantasie
Bomsori Kim, Violine

PIETRO MASCAGNI (1863 – 1945)
Intermezzo sinfonico aus “Cavalleria Rusticana”

LEONARD BERNSTEIN (1918 – 1990)
Symphonic Dances aus “West Side Story”

Romantisch wurde es dann auch wirklich, als alle mit den zuvor verteilten Wunderkerzen aufstanden und ein wahres Lichtermeer erschufen. Es war schon im Publikum ein Gänsehautmoment, wie muss es dann von der Bühne aus ausgesehen haben?

Hier ist ein Video des Lichtermeeres:

Die Zuhörer waren ausnahmslos begeistert vom Klassik Open Air, das konnte man immer wieder hören. Es ist einfach ein Abend, an dem man mal Alles vergessen kann und sich einfach auf die Musik konzentriert. Es ist sehr schön, dass die Stadt Nürnberg das Open Air fortführt, war es doch als einmaliges Ereignis zur 950 Jahr Feier geplant. Auch wenn sie damit keine Einnahmen machen, ja es kostet keinen Eintritt! Als kleinen Obulus kann man sich Pins kaufen, mit dem kleinen Vögelchen. Dies sind die einzigen Einnahmen aus dem Open Air. Natürlich haben auch wir uns eins (ok mehrere) Vögelchen gekauft. So etwas muss man wirklich unterstützen. Und süss sind die Vögelchen auch noch.

Schon so oft haben wir die Plakate gesehen. “Da gehen wir dieses Jahr auch hin!” Das stand schon felsenfest für uns, und dann…. oh es ist schon vorbei? Naja nächstes Jahr dann, dann aber wirklich. Man kennt das ja. Und nun haben wir es endlich geschafft und waren restlos begeistert. Bis zum nächsten Jahr!

Quelle: Christine

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