Hitler. Macht. Oper. – Ausstellung im Dokumentationszentrum Reichsparteitag Nürnberg

Der Titel ist genial. Wirklich. Und zog die Aufmerksamkeit auf die Ausstellung.

Nachdem das Vorhaben des Besuches dann allerdings etwas in den Hintergrund gerückt, sorgte ein Plakat dafür, daß man sich wieder daran erinnerte und fest vornahm, der Ausstellung einen Besuch abzustatten.

Im Vorfeld zu unserem Besuch beim Klassik Open Air war es dann endlich soweit. War ja auch thematisch irgendwie passend und örtlich sowieso, gleich gegenüber.

Der Tag war warm und das Unwetter auf dem Weg zum Parkplatz machte das Klima in Nürnberg nicht besser. Umso mehr stieg die Hoffnung auf ein wohltemperiertes Museum und eine erfrischende Informationsflut zu einem Thema, daß damals wie heute brisant und aktuell war und ist.

Um es vorweg zu nehmen: Beide Hoffnungen wurden enttäuscht.

Leider war das Museum nicht so wohltemperiert, wie man es sich vorstellt. Was natürlich aus Sicht der Energieeinsparung in Ordnung ist. Wenn man allerdings schwitzend versucht, die überbordende Fülle an Informationen zu erfassen, dann neigt man schon fast dazu, die Energieeinsparung nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Es machte es uns nun mal nicht ganz so leicht, uns auf die Thematik zu konzentrieren.

Vielleicht war auch das mit ein Grund, warum uns die Ausstellung leider nicht so zugesagt hat.

Ein anderer Grund war die Textfülle. Viel Text zu lesen, viele Dokumente, deren Anordnung manchmal wirr zu sein schien. Viele Informationen, deren Gesamtzusammenhang schwer zu fassen war. Und auch wenn am Anfang erklärt wurde, daß sich der Besucher in der Ausstellung quasi wie durch ein Theater bewegt, so war es doch zu wenig strukturiert, die Stationen im Theater nicht klar benannt und die Bühne am Ende gibt immer noch Rätsel auf.

Natürlich entzieht es sich unserer Kenntnis, ob man dieses Thema hätte besser, kürzer, illustrierter und vielleicht auch plakativer hätte aufbereiten können. Wer sind wir schon ? Experten bestimmt nicht. Aber genau das ist doch der Punkt: der einfache Besucher sollte informiert und beeindruckt wieder aus der Ausstellung herauskommen. Doch alles was am Ende blieb, war der Gedanke, daß die Politik die Kunst nicht beeinflussen darf und sollte. Das Gefühl, sich weitergebildet zu haben, fehlte.

“Bissi fad, sorry.”, stand dann noch im Gästebuch.

Leider.

Nach der Ausstellung dann Abkühlung und Diskussion im Cafe des Museums. Einen Flyer hatten wir noch mitgenommen, in dem stand – wie auch schon am Beginn der Ausstellung – ein wenig über die Idee des Konzeptes. Die Ausstellung sollte den Besucher vom Intendantenbüro durch das Theater bis hin zur Bühne führen, wo er selbst Teil davon werden könne. Der Aufbau erschloss sich uns leider weder während dem Besuch, noch danach. Ja, es war schon eine Art Unterteilung da, aber das “Mitnehmen auf eine Reise” oder das “Selbst zum Protagonisten werden” fehlte einfach.

Vielleicht ist das Thema einfach nicht zum “Reisen” gedacht, denn genaugenommen ist es ein Ort an dem man weder zurückreisen noch sein will.

Es bleibt nur die Hoffnung, daß die Welt gelernt hat.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 3. Februar 2019 . Mehr Informationen gibt es hier.

Quelle: Alexander Brock

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