“Comedy Mamis” – Vol. 5, geballte Frauenpower und ein Quotenmann sorgten für gute Unterhaltung und Spendierlaune

Bereits im fünften Jahr gab sich das Projekt „Comedy Mamis“, quasi ein „Schwesternprojekt“ der „Musical Mamis“ aus dem Wiener Metropol, am 9.7. auf der Wiener Tschauner Bühne die Ehre.

Unterstützt wird damit das Projekt „YoungMum“, Begleitung für Teenagermütter, des Krankenhaus Göttlicher Heiland. Eva D., Petra Kreuzer (die als ihr Alter Ego Jeanny van Theke auftrat) und Aida Loos hatten sich zwei Gäste eingeladen, die zwar keine Mütter von Kindern, aber zumindest Hundemamis sind – Angelika Niedetzky und Verena Scheitz. Scheitz hatte ihren Bühnenpartner Thomas Schreiweis, der die Rolle als „Quotenmann“ mit Humor nahm, im Gepäck. Neben Ausschnitten aus vergangenen, aktuellen und kommenden Comedyprogrammen der Damen (und Herren) gab es heuer auch erstmalig eine Tombola, bei der es drei schöne Preis (Hauptpreis ein Wellnessurlaub für 2 Nächte) zu gewinnen gab.

An der Tschauner Bühne ist das außergewöhnliche, dass man das Dach öffnen und somit im Freien sitzen kann, dieses leider fast schon seltene Vergnügen hatten wir am 9.7. Als Moderatorin fungierte Jeanny van Theke, die alle in Muppet Show Manier mit „Jetzt tanzen alle Puppen“ begrüßte. Zwischen den einzelnen Kabarettdarbietungen schuf sie kleine Überleitungen und auch als Leiterin der Versteigerung war sie auf der Bühne. Ebenso erklärte sie den Neulingen im Publikum den „Comedy Klatscher“, Stichwort „Pratzerle“ (Hände).

Den Beginn machte Aida Loos, die als Einstieg die Vizebürgermeisterin von Wien Maria Vassilakou parodierte. Natürlich wurde auch die Citymaut zum brandheißen Thema. Loos warnte gleich am Anfang das Publikum, dass sie hochaggressiv wäre, da sie mit dem rauchen aufgehört hatte. Hauptsache der Humor war nicht verloren gegangen, aber da muss man sich bei ihr ohnehin keine Sorgen machen. Sie berichtete stolz, dass sie sich immer noch an die Anweisungen ihrer Mutter hält. Als kleines Kind hatte sie die Order bekommen einen großen Bogen um Putzsachen zu machen, die Warnung der Mutter hält bis heute. Auch erfuhr man einiges von ihrem Mann, der von der Schwechater Restplatzbörse stammt und unbedingt mit ihr einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen wollte, da er sich für mitschwanger hielt. Ein kleiner Persischexkurs sorgte für Belustigung, vor allem da Loos aufklärte, warum Perserinnen so gerne Kir Royal trinken… Gerne hätte sie noch mehr Zeit auf der Bühne verbracht, aber es wurde schon knapp und sie hatte noch ein Lied und einen Gast mitgebracht. Ab Herbst wird sie mit Johannes Glück ein neues Programm „Glücksloos“ herausbringen und daraus stellte sie den Titel „A so a bissal pervers“ vor. Glück begleitete sie am Piano. Wenn das traute Zusammenleben nicht mehr so passt und man doch dank dem Einsatz von einigen Hilfsmitteln wieder zueinander findet … davon handelt dieses Lied.

Eva D. überraschte bei ihrem ersten Lied „Jetzt“, dass sie im Hier und Jetzt leben möchte und dass „später ein no-go“ ist. Sehr entzückend ihr kleines „Tänzchen“, das für Lacher sorgte. Sie hat sich vorgenommen die erste Achtsamkeitskabarettistin zu werden und wollte die Bühne und das Rundherum besonders spüren. So roch sie am Vorhang, legte sich auf die Bühne und wollte vor allem die Nähe zum Publikum auf besondere Art genießen. Ein paar „Opfer“ hatte sie schnell ausfindig gemacht. Ein Herr wurde sogar für den Rest des Abends vom Oliver zum Horst und gekonnt in alle weiteren Darbietungen der Damen eingebaut. Danach gab es noch eine spezielle Mitmachübung für alle. Mit geschlossenen Augen sollte das Publikum bei „wir sind jetzt“ den Augenblick spüren. Eva D. hatte ein neues Lied mitgebracht, das war so neu, dass sie noch nicht den ganzen Text konnte. Einige Herrschaften aus dem Publikum wurde zum Zettelhalter zwecks Textschummeln und sie interpretierte mit ihrer markanten tiefen Stimme ein amüsantes „Om shanti shanti“, das von wildem headbanging begleitet wurde.

Angelika Niedetzky ist eine Hundemami, findet aber dennoch nicht alle Rassen anziehend (vor allem chinesische Nackthunde, da die ja nichts anhaben). Auch hat sie lieber Weibchen als Männchen, da ihr das „Haxerl heben“ auf die Nerven geht. Fremde Hundeexkremente hat sie nicht so gern, weder im Sackerl für’s Gackerl noch sonst wo. Erfahrungen, die manch einer im Urlaub sammeln könnte, aber definitiv nicht unbedingt möchte verarbeitete sie in einem bunten Medley mit lauter Melodien aus Austropopsongs. Von „Macho Macho“ (Rainhard Fendrich) über „Du verstehst mi ned“ (Wolfgang Ambros) bis zu „I mecht so gern landen (Maria Bill) oder „Ham kummst“ (Seiler und Speer). Die Anreise, Liebeleien, das Essen, die Tiere alles kann im Urlaub eine Herausforderung für sich darstellen und darüber wusste Niedetzky so einiges zu erzählen bzw. zu singen. Hoffentlich nicht alles aus eigener Erfahrung.

Dann folgte die Auslosung der drei Tombolapreise, die Lose waren in der Pause wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln weggegangen und halfen zusätzlich die Spendensumme zu erhöhen.

Als letzte (Hunde-) Mami trat Verena Scheitz auf. Sie kam aber nicht alleine, sondern hatte sich genaugenommen zweifache Verstärkung mitgebracht. Einerseits Bühnenpartner Thomas Schreiweis andererseits Dackel „Brösel“, der gleich am Schoß des vorhin erwähnten Herrn im Publikum Platz fand und den es nicht störte kurzfristig nicht bei seiner Mami sein zu können. Schon zu Beginn gab es ein lustiges Hoppala. Gleich nachdem Scheitz die Bühne betreten hatte, musste sie auch schon wieder abgehen, da ihr Mikro nicht eingeschaltet gewesen war. Danach meinte sie belustigt „Mein Hintern vibriert jetzt“. Aus dem Programm des Duos „Iss was G’scheitz“ folgten dann einige Auszüge. Eine Begegnung im Supermarkt wurde verarbeitet genauso wie eine Einladung, die durch das Drive in einer Fast Food Kette führte. Schreiweis gab zu, dass er diese Art des Essens nicht gern hat, da er sich einfach nicht gut mit den Speisen dort auskennt. Welche sprachlichen Barrieren es in einer Fast Food Kette somit geben kann, wurde sehr humorig veranschaulicht (Stichwort „chicken“). Dann wurde über die Unterschiede der einzelnen Ernährungstypen philosophiert. Danach wusste man zumindest, was das Lunchpaket für sogenannte „Lichtesser“ beinhalten muss – nämlich eine Taschenlampe 😉 Mit einem amüsanten Medley aus Udo Jürgens Melodien (u.a. „Griechischer Wein“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „Mit 66 Jahren“) wurden dann Vegetarier, Veganer & Co auf die Schaufel genommen. Dann mussten sie sich schon beeilen, da die Sperrstunde nahte und so gab es zum Abschluss noch „AMCG“ basierend auf „YMCA“, dass sich den Allergenen und den dazugehörigen Buchstabencodes widmete. Bei diesem Lied ging Scheitz ab wie ein Zäpfchen und das Publikum hätte gerne noch länger zugehört bzw. zugesehen.

Es folgte eine gemeinsame Verabschiedung, das Wetter war trocken geblieben, alle hatten ihren Spaß – somit ein rundum gelungener Abend.

Quelle: Andrea Martin

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