„Simply women – zum singen verführt“ – Ulrike Hallas und Bettina Schurek luden am 18.5.2018 ins Cafe Korb

Es müssen nicht immer die großen Bühnen sein, auch ein Auftritt auf einer ganz kleinen kann seinen Reiz für alle Beteiligten haben. So eine kleine Bühne ist auch die Artlounge im Cafe Korb im 1. Wiener Bezirk, die sich einen Stock unter den Räumlichkeiten des Cafes befindet. Es sollte für die beiden Künstlerinnen Bettina Schurek und Ulrike Hallas ein gemütlicher Abend in familiärer Atmosphäre werden und das wurde er auch. Unter den Gästen zu finden waren auch Bettina Bogdany, Rebecca Soumagne und Michael Römer. Ein fixes Eintrittsgeld wurde nicht verlangt, die Gäste durften nach Gutdünken und eigenem Ermessen eine freie Spende in eine rote Box werfen. Gemeinsam hatten sie sich ein vielfältiges Programm ausgedacht, das aus Soli und Duetten aus dem Musical- und Popgenre bestand. Ebenso am Plan standen einige eigene Titel von Schurek, sowie eigene poetische Anekdoten, die sie zwischendurch zum Besten gab. Diese Zusammenarbeit wäre vor einiger Zeit noch gar nicht möglich gewesen, da sich beide noch gar nicht kannten. Der Zufall wollte es, dass sie einander bei einer Audition in Hamburg begegnet sind und so führte eines zum anderen. Man muss sich also nicht unbedingt nur als potenzielle Konkurrenz sehen, es können auch Freundschaften entstehen. Am Klavier wurden die zwei von Bela Fischer jr. begleitet.

Mit „Big Spender“ in Anlehnung an das hoffentlich spendenfreudige Publikum wurde gestartet. Ohne Schuhe singt es sich gemütlicher dachte Schurek und sang von nun an einfach barfüßig weiter. Hallas ist gebürtige Deutsche, Schurek stammt aus Kärnten, beide wohnen derzeit in Wien und das führte zu einer wunderschön gesungenen Liebeserklärung an die Stadt. Frank Wildhorn’s „Vienna“ ist wie geschaffen, um die Stadt an der Donau hochleben zu lassen. Beide ergänzten sich wunderbar, stimmlich und freundschaftlich. „Price Tag“ von Jessie J wurde neu interpretiert, mit etwas Reggaesound versehen und schon hatten die Ladies den Titel zu ihrem eigenen gemacht. In der Interpretation von Schurek hörte sich „Au Revoir“ gleich nicht mehr nach Mark Forster an. Erst beim Refrain kam man drauf, dass man das Lied eigentlich ja doch aus den Charts kennt. Vor „Maybe this time“ fielen auch bei Hallas die Schuhe. Einmal noch tief Luft geholt und schon bekam das Publikum eine sensationelle gesangliche Darbietung aus „Cabaret“ zu hören. Ulrike war erleichtert, das Publikum begeistert und auch Kollegin Bettina fand’s geil. Die von Schurek besungenen Erfahrungen im eigenen Song „Dummer Tropf“ wünscht man niemandem. Wenn man glaubt, alles ist gut und es kommt aufgrund von Lügen zu einem bösen Erwachen, dann kann das Ganze unschön enden. Das sich die beiden Künstlerinnen von nichts und niemandem bestimmen lassen, brachten sie schön beim Duett „You don’t own me“ zum Ausdruck.

Die Pause kam dann wie gerufen, da sich auch die Künstlerinnen eine kleine Erfrischung verdient hatten. „You don’t know“ (wie passend, denn bekannt war der Titel sicher nicht vielen) aus dem Musical „Bare“ war eine sehr schöne Nummer, die beide wunderbar im Duett interpretierten. Dann kündigte Hallas eine der weniger „nicht deprimierenden“ Nummern des Abends an. Sie hieß „Benjamin“ stammte von Anna Depenbusch und wie der titelgebende Name besungen wurde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Die Betonung lag auf „ja“ und es ging um eine heiße Sache, die sich beim Nachbarn abspielte. In jedem Fall eine sehr humorige Einlage, die zum Schmunzeln anregte. Nachdem Schurek wieder eines ihrer selbst geschriebenen Lieder gesungen hatte („Bilder an der Wand“) gab Hallas eine eigene Interpretation von R. Kelly’s „One day I’ll fly away“ zum Besten. Egal wie weit man von zuhause weg ist, man trägt seine Liebsten im Herzen bei sich, das besagte auch „1000 Kilometer“ (Sabine Stieger/Kathi Kallauch) und gerade im Beruf der beiden ist diese Einstellung und dieses Wissen sehr wichtig. Beim letzten Song „That’s life“ wurde es jazzig, aber auch das lag den beiden Sängerinnen. Danke, dass wir eine kurze Zeitspanne ihres Lebens mit ihnen beschreiten durften. Als Zugabe träumten sie dann noch davon, wie es ist „On broadway“ aufzutreten. Leider war dann der Abend der zwei sympathischen Künstlerinnen auch schon wieder vorbei. Aber als Dankeschön gab es nochmals „Big Spender“ zu hören, das nochmals an eine kleine Spende erinnern sollte.

Quelle: Andrea Martin

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