“Der Aufguss” am 19.05.2018 in Fürth: Darauf erstmal nen… genau!

AUFGUSS!

Während sich die ganze Welt an diesem Tag mit etwas anderem beschäftigte, gab es für unsere Redaktion und weitere erfreute Zuschauer im Fürther Stadttheater einen “Aufguss”. Herrlich warm und wortreich wurden wir alle wunderbar und weltoffen unterhalten. Die Zuschauer hatten einen Riesenspass, wie man am oftmals nicht enden wollenden (oder könnenden?) Lachen bemerkte.

Das Theater an der Kö hatte zu einem Gastauftritt geladen und die Fürther folgten diesem Aufruf, das Theater war an diesem Abend (konnten wir mit eigenen Augen sehen) und auch am nächsten Abend (laut Sitzplanverteilung) so gut wie ausverkauft. Und es hatte sich mehr als gelohnt. Die Lachmuskeln wurden aber sowas von gefordert.

Inhalt (übernommen vom Stadttheater Fürth):
Ein gemütliches Wochenende im Wellness-Bereich des Hotels Klostermühle sieht eigentlich anders aus. Dieter, erfolgreicher Waschmittelhersteller, möchte seiner Lebensgefährtin Mary ein ganz besonderes Geschenk machen, was allerdings einige Überredungskünste erfordert. Und Lothar, der Chef einer florierenden Kinderklinik, möchte ein ganz besonderes Geschenk bekommen, was diplomatisches Geschick und Diskretion verlangt. Zur Tarnung muss ihn seine Assistentin Emelie begleiten. Zwischen Sauna und Dampfbad kreuzen sich ihre Wege, und mit jedem Aufguss steigert sich die Zahl der Missverständnisse, bis die ganze Bademantel-Diplomatie kurz vor dem Kollaps steht.

Und das Ganze wartet mit absoluter Starbesetzung auf:
Hugo Egon Balder als Dieter, der als Waschmittelhersteller in diesem Jahr Rekordumsätze gemacht hat und dies auch immer wieder gern betont. Er möchte seiner Lebensgefährtin ein etwas ungewöhnliches Geschenk machen und nutzt nun dieses Wellnesswochenende dazu, um alles “einzutüten”.

Hugo Egon Balder muss man nicht vorstellen, er ist jedem ein Begriff. Er ist für seine trockene und flapsige Art, auch mit kleinen Fehltritten ohne Probleme klarzukommen, bekannt und beliebt. Er spielte seine Rolle so wunderbar natürlich und jeder Wortwitz saß. Ihn auf der Bühne zu erleben ist wirklich ein Genuss.

Viola Wedekind als Mary, Dieters Lebensgefährtin, die sich erstmal an den Gedanken des Geschenkes gewöhnen muss, doch im Grunde das gleiche Ziel verfolgt wie ihr Lebensgefährte. Doch als sie dann ihr “Geschenk” erblickt, ist plötzlich alles wieder anders und nicht minder kompliziert und lustig.

Viola Wedekind ist die Tochter von Angelika und Michael Wedekind und bekam ihr schauspielerisches Talent in die Wiege gelegt. Bekannt ist sie besonders im oberen Teil Deutschlands durch ihre Auftritte und dem Fernsehzuschauer durch diverse Auftritte in deutschen Produktionen. Schon im ersten Moment ihres Auftritts gewann sie die Herzen der Zuschauer im Sturm.

Max Claus als Alain ist das “Geschenk” von Dieter an Mary, welchem Mary nicht abgeneigt war und Emelie es nicht ist. Im Laufe des Stücks verwirren sich die Geschicke und Gestricke so sehr, dass selbst Alain nicht mehr wirklich weiss, warum er eigentlich in dieser Sauna ist.

Max Claus ist ebenso ein deutscher Theater- und Fernsehschauspieler. Er spielte schon in vielen Produktionen mit, unter anderem in “Unter uns” und ist somit ebenso kein Unbekannter. So mancher überlegte in der Pause, woher man ihn wohl kenne. Und erging es ebenso. Auch er hatte sichtlich seinen Spass an seiner Rolle und brachte das Publikum mehr als einmal mit seiner ansteckenden Art zum Lachen.

Jeanette Biedermann ist Emelie, Lothars “rechte Hand”, wobei er aber Linkshänder ist, wie er immer wieder gern betont. Emelie ist die gute Seele, die für Lothar die Spenden einfährt und dafür sorgt, dass die Büchse voll wird. Laut Dieter, der sie natürlich auch sehr gut kennt, ist sie die graue Büromaus, die die Sau rausläßt, sobald die Haare offen sind und die Brille weg ist. Und er weiß genau, wie recht er damit hat.

Jeanette Biedermann braucht man ebenso wie Hugo Egon Balder nicht vorzustellen. Sie ist durch ihre Schauspiel- und Gesangskarriere jedem bekannt. In Fürth begeisterte und verzauberte sie das Publikum mit ihrem Spiel und den kleinen witzigen Kommentaren, die sich ihr Charakter immer mal wieder erlaubte. Begeisterte Pfiffe begleiteten ihren Auftritt im zweiten Akt immer wieder.

René Heinersdorff ist Lothar, Emelies Chef und Linkshänder. Darum ist sie ja auch seine “rechte Hand”. Er ist zu diesem Wellnesswochenden gereist, um, wie soll es anders sein, eine Spende einzufahren. Jedoch nicht die, die sich Dieter für Mary ausgedacht hat. Und da man vielen Dinge spenden kann, stolpert Lothar als etwas unbedarfter und steifer Chef und Mann immer wieder (sehr zur Freude des Publikums) von einem Fettnäpfchen ins nächste.

René Heinersdorff leitet seit 20 Jahren das Theater an der Kö, welches er auch gegründet hat, und hat diese spritzige Komödie selbst geschrieben. Auch ihm wurde das Theater in die Wiege gelegt. Schon sein Großvater besaß einen Konzertsaal und einen Musikalienhandel, seine Eltern betreiben eine Konzertagentur. Natürlich ist auch er dem Fernsehpublikum kein Unbekannter, man denke nur an “Die Camper”. Auch in Fürth liebte man ihn für sein Spiel und seinen Charakter. Auch ihm sah man an, was ihm dieses Stück bedeutet.

Bei solchen Komödien, die auf Verwechslungen und dem daraus resultierenden Wortwitz resultieren, kann es sehr schnell passieren, dass man es übertreibt und es nicht mehr witzig ist. Doch das ist in diesem Fall nicht passiert. Gespannt wartete man auf die nächste Szene und den nächsten Witz, die nächste lustige Verwechslung und man wurde nicht enttäuscht. Man hielt sich den Bauch vor Lachen und konnte sich weder in der Pause noch auf dem Nachhauseweg ein amüsiertes Schmunzeln nicht verkneifen. Zu diesem Abend kann man wirklich nur eines sagen: Kommt bitte nochmal nach Fürth!

Quelle: Christine

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