Rezension “Ein Traumspiel” am 15.04.2018 in Hof

“Man muss es mal erlebt haben.”, so der Kommentar einer Zuschauerin zu dieser doch recht eigenwilligen Oper von Aribert Reimann. Technisch gesehen war die Aufführung perfekt, alles passte, die Darsteller, das Bühnenbild, das Orchester und die Technik.

Vor der eigentlichen Aufführung gab es eine Einführung, die die Zuschauer in die Welt von Aribert Reimanns Oper ent- und einführte und die Handlung noch etwas ausführlicher darbrachte. Dies war dann im eigentlichen Stück sehr hilfreich. Denn das Stück an sich macht einem Namen alle Ehre: es ist ein Traumspiel, und in einem Traum ist nicht immer alles logisch und geordnet.

Inhalt (übernommen vom Theater Hof)
Der Gott Indra schickt seine Tochter auf die Erde, damit sie prüft, ob die Klagen der Menschen über die Sinnlosigkeit ihrer Existenz berechtigt sind. Auf ihrer Reise durch die Welt muss sie erfahren, dass sich alles menschliche Hoffen und Sehnen ins Gegenteil verkehrt: Liebe wird zu Gleichgültigkeit, Ehrgeiz führt zum Scheitern, die Suche nach Erkenntnis führt zu Leere und das Streben nach Gerechtigkeit wird mit Hohn und Spott beantwortet. Schließlich gibt es nur noch eine Hoffnung für Indras Tochter: Hinter der geheimnisvollen Tür des Theaters die Antwort auf alle Fragen zu finden…

Darsteller:
INDRAS TOCHTER: Franziska Rabl
DER GLASERMEISTER: Daniel Milos
DER OFFIZIER: Karsten Jesgarz
DIE MUTTER / VIKTORIA: Laura Louisa Lietzmann
DER VATER / EIN POLIZIST / DER QUARANTÄNEMEISTER / DER UNIVERSITÄTSKANZLER: Rainer Mesecke
DIE PFÖRTNERIN: Stefanie Rhaue
DER ZETTELANKLEBER: Christian Seidel
EINE SÄNGERIN / SIE / EDITH: Yvonne Prentki
DER ADVOKAT: James Tolksdorf // Remo Tobiaz
KRISTIN: Bärbel Kubicek
DER DON JUAN: Peter Potzelt
DER DICHTER: Marek Reichert
ER / DER DEKAN DER THEOLOGISCHEN FAKULTÄT: Minseok Kim
DER DEKAN DER PHILOSOPHISCHEN FAKULTÄT: Wladimir Polatynski
DER DEKAN DER MEDIZINISCHEN FAKULTÄT: Thilo Andersson // Hans-Peter Pollmer
DER DEKAN DER JURISTISCHEN FAKULTÄT: Joscha Blatzheim
OKTETT „EWIGER, ERBARME DICH“: Inga Lisa Lehr // Laura Louisa Lietzmann // Hyeju Kim // Annett Tsoungui // Chang Hyun Kim // Peter Potzelt // Hans-Peter Pollmer // Rainer Mesecke

Dieses Stück ist hochkomplex und kompliziert und dennoch meisterten die Darsteller es mit Bravour, sie bekamen auch den gebührenden Applaus für ihre herausragende Leistung, ebenso der Opernchor und die Symphoniker. Sie alle haben sich in ihren Rollen eingebracht und versuchten, dem Publikum dieses doch etwas wirre Stück so nah wie möglich zu bringen. Doch leider, wie man in den Gesprächen in der Pause und bei Verlassen des Saales entnehmen konnte, war ihnen dies leider nicht gelungen. Auch war der Saal nach der Pause ein wenig leerer als zuvor.

Auch wenn die Musik nicht wirklich an Opernmusik erinnerte, gelang es den Hofer Symphonikern dennoch, diese Partitur mit Leidenschaft und Hingabe zu spielen. Auch das traumhafte Bühnenbild, mit dem Elementen, die sich stark an René Magritte anlehnten, erfüllten die Illusion perfekt. Ergänzt wurde es durch die genialen Kostüme.

Creativeteam:
MUSIKALISCHE LEITUNG: Walter E. Gugerbauer
INSZENIERUNG: Lothar Krause
BÜHNE UND KOSTÜME: Annette Mahlendorf
CHOR: Claudio Novati
DRAMATURGIE: Thomas Schindler
REGIEASSISTENZ UND ABENDSPIELLEITUNG: Philipp Gehringer
INSPIZIENZ: Jerzy Barankiewicz
SOUFFLAGE: Izabela Kuc
MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG UND KORREPETITION: Clemens Mohr // Michael Falk // Lukas Ziesché

Man muss zugeben, es war ein Opernabend, den man so schnell wirklich nicht vergißt. Man muss aber Experimente wagen, um herauszufinden, was dem Publikum gefällt und was nicht. Leider ging dieses Experiment, zumindest am 15.04.2018, nicht glücklich aus.

Einen weiteren Termin gibt es noch für das Stück: am 11.05.2018, um 19:30, wieder mit einer Einführung um 18:45.

Quelle: Christine

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