Redewendungen haben meist einen guten Grund: „Doppelt hält besser“ – Musikkabarett von BE-Quadrat

Das Theater 82er Haus im niederösterreichischen Gablitz war am 6.4.2018 mehr als gut gefüllt. Eine gute Voraussetzung für ein Comedyprogramm, denn je mehr Lacher, umso besser.

Das Duo BE-Quadrat besteht aus Bettina Bogdany und Bernhard Viktorin. Beide stellen im ersten Teil gleich klar, dass sie nichts miteinander haben, außer einer guten Freundschaft, aber das ist ja auch viel wert. Wohin diese im Fall der beiden führte, ist eindeutig – innerhalb kurzer Zeit haben sie schon das zweite Musikkabarettprogramm auf die Beine gestellt. Das zweite trägt den Titel „Doppelt hält besser“. Hauptanliegen ist es, ihre eigenen Songs vortragen zu können, aber es wurde kein gewöhnlicher Liederabend. Geschickt wurden die unzähligen Songs in humorige Geschichten verpackt und das Publikum musste mehr als nur einmal lauthals lachen.

Bettina Bogdany schlüpfte die meiste Zeit in die Rolle der etwas strengen Lehrerin, was sich auch im Outfit, Brille, zurückgesteckte Haare, grauer Blazer widerspiegelte. Bernhard Viktorin war mehr der kleine (nein, wir spielen hier nicht auf seine Größe an ; )) ungestüme Wilde mit verstrubbeltem Haar und sportlichem Outfit, der mehr als einmal von seiner Bühnenpartnerin zurechtgewiesen werden musste.

Mit deutschem eigenen Text zu „Don’t stop believin“ von Journey stellten sich beide vor, wobei sie sich in der gegenseitigen Beschreibung nichts schenkten. Es wurde auch erklärt, warum es jetzt nur mehr ein Klavier statt zwei, wie beim ersten Programm, gibt. So versuchte Bettina klarzumachen, dass Bernhard schuld wäre, da er das zweite mit aufbauen wollte, während Bernhard Bettinas Feng Shui Vorliebe vorschob. Für alle, die ihr erstes Programm nicht gesehen hatten bzw. natürlich auch für alle, die es gesehen und denen es gefallen hatte, gab es einen charmanten Schnelldurchlauf von „In den Beziehungskisten“.

Um ihrer zugeteilten Rolle der Frau Lehrerin gerecht zu werden, gab es ab und zu auch eine kleine Fremdwörterlektion, die immer mit dem Schlagen einer Triangel angekündigt wurde. Bogdany schilderte unter Zuhilfenahme ihrer Swingbibel von eigenen Erfahrungen. Im dazugehörigen Song war sehr viel Text in Pirron und Knapp Manier verpackt. Da sie offenbar schon viele gefragt hatten, wie sie beide das Klavierspielen erlernt hatten, gab es einen kleinen Klavierunterricht, bei dem die Mondscheinsonate Bernhard zur Grizabella werden ließ. Einen absolut gelungenen Titel mit viel Wahrheitsgehalt lieferten beide bei „Schau amal in den Spiegel“. Man bastelt sich in Gedanken den Wunschpartner, der der beste, tollste und schönste ist, aber man sollte sich selbst einmal eingestehen, dass nicht immer alles ein Wunschkonzert ist.

Die nächste Worterklärung bekam man mittels einer Livedarbietung. Nicht nur hinter dem Klavier bewiesen sich die beiden als tastensicher, sondern auch ein Cajón hatten sie mitgebracht. Dass Bernhard Kollegin Bettina erst mit „sitz“ auf’s Cajón brachte und sie dann auch noch beintechnisch ausrichten musste, sorgte für zusätzliche Lacher. Bettina wurde dann plötzlich heiß, die Brille und die Jacke fielen und zwar direkt in die Hände von Bernhard. Dieser wurde dank dieser Accessoires zum „Nerd“ und besang in „Näher“ die Angst, wenn er die Frau seines Herzens sieht. In „Di-Di-Di“ erzählte Bettina von der Hochzeit ihrer besten Freundin mit Dietmar, dem dann auch das Lied gewidmet war. Bernhard fand die Situation allerdings nicht so toll, da ihm sein bester Freund verloren geht und er jetzt niemanden mehr zum Fussball schauen hat. Das drückte er alles in der Nummer „Regen“ aus, wobei der Regen seine vielen vergossenen Tränen darstellte. Bettina stellte sich dann sofort zum gemeinsamen TV schauen zur Verfügung, was eine perfekte Überleitung zur nächsten Darbietung bot. Es folgte eine sehr unterhaltsame Nummer, die sich aus kleinen, gespielten Kennmelodien, kurz angesungenen Klassikern aus dem TV und auch bekannten Werbesequenzen zusammensetzte. „Two and a half men“ trafen auf Flipper und Indiana Jones während Wickie und der rosarote Panther über „Love and Marriage“ nachdachten. Mit dem Testbild ging es für alle dann in die wohlverdiente Pause.

Eine absolut richtige Einstellung, der das Publikum voll und ganz zustimmte war, dass man nie „Zu alt dafür“ ist, um etwas zu tun, das einem Spaß macht. Bernhard gab den Spaßvogel und Bettina wollte ihm in nichts nachstehen und nahm ihren Freund, den Tiger zu Hilfe. Der Tiger gab dann auch mit Bettinas Unterstützung eine Stepnummer zum Besten, die von Bernhard mittels „Klickediklack“ vertont wurde.

Mit „Geschwisterliebe“ folgte von Bogdany eine liebevolle Liebeserklärung an ihre Schwester. Danach gab es wieder eine kleine Lektion in Sachen Musiktheorie, die bis zur musikalischen Erklärung des Wortes „keychange“ (Tonartwechsel, der „key“ ist der Schlüssel (der Tonart) und der „change“ der Wechsel) führte. Eine sehr humorige Einlage, bei der auch das Publikum gefragt war, war das Erlernen des Verhaltens bei verschiedenen Musikstilen. Zuerst bekam man den Applaus in der Oper beigebracht. Bettina sang „Barcarole“ aus „Hoffmanns Erzählungen“ während Bernhard den imaginären Sitznachbarn mit diversen Geräuschen zu stören versuchte. Danach wurde der „Grotesksong“ von „Die Ärzte“ zum „Protestsong“ von Bernhard, bei dem das Publikum dann sowohl Jubel- wie auch Buhrufe von sich geben durfte. Viktorins Hip Hop Animation war zum Brüllen komisch und die fast schon an Affengeräusche erinnernden Publikumsgeräusche sorgten für eine witzige Situation. Bettina Bodany gab dann noch die Helena aus Fischamend und ihr „Atemlos“ bekam eine ganz eigene Note. Als das Publikum dann noch freudig „oh oh“ anstimmte, war das Duo hellauf begeistert, da das Publikum die Eigeninitiative ergriffen hatte. Als letzte Nummer stand der Titel „Doppelt hält besser“ am Programm und gemäß dem Motto hofften sie auch, dass sie das Publikum noch einmal sehen werden.

Das Gablitzer Publikum war schwer begeistert von dem musikalisch-komischen Duo und wollte es natürlich nicht ohne Zugabe gehen lassen. Diese konnte sich sehen und hören lassen. In acht Minuten gaben sie ein Medley von heute bis zur Rock’n’Roll Ära zum Besten, das sich gewaschen hatte. Vollster Körper- und Stimmeinsatz wurde auch nach der Zugabe mit viel Beifall belohnt.

Wer sich über das Duo informieren möchte, kann dies unter http://www.be-quadrat.at/ tun.

Quelle: Andrea Martin

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