Wer ist … Matthias Trattner?

Er kam, sah, fuhr das Auto zu Schrott und katapultierte sich damit in die Herzen des Publikums von „I am from Austria“.

Seit 16.9.2017 ist das Raimund Theater zu Matthias Trattners beruflicher Heimat geworden. Er ist dort als Felix Moser, dem Pagen und Freund von Josi Edler (dem Sohn des Hotelierehepaars) in „I am from Austria“ zu sehen. Davor spielte er bereits im Ronacher in „Don Camillo & Peppone“ und wer, der das Stück gesehen hat, kann sich nicht an einen jungen Herren aus dem Ensemble erinnern, der mit „Baguetteohren“ einen Esel dargestellt hat?

Was Felix Moser und Matthias Trattner auf jeden Fall gemeinsam haben, das ist eine ungeheure Natürlichkeit und vielleicht auch eine gewisse Unbedarftheit, an Dinge heranzugehen und gerade das macht beide, den Charakter im Stück und die Person in der Realität sehr liebenswürdig und sympathisch. Wir haben Matthias Trattner zum Gespräch gebeten und dankenswerterweise hat er sich auch die Zeit genommen uns Rede und Antwort zu stehen.

Wenn man den jungen Mann nach seiner Herkunft fragt, so bekommt man als Antwort, dass er aus einem kleinen, verschlafenen Dörfchen im Bezirk Grieskirchen in Oberösterreich kommt. Er hat sich allerdings für ein frühes Aufwachen entschieden und lenkte seine Schritte schon sehr rasch Richtung Bühne, nämlich als er im zarten Alter von fünf Jahren begann den ersten Geigenunterricht zu nehmen. Auf die Frage, woher der Künstler in ihm kommt meinte er: „Ich bin in meiner Familie der einzige – das „bunte Schaf“ sozusagen. Es gab weder eine Urgroßmutter noch einen Cousin 5. Grades, der irgendwie etwas mit der Branche zu tun hatte. Meine Familie ist dennoch sehr an Musik und Kunst interessiert, singen und/oder spielen mit Freude, und ließen mich daher meinen Weg gehen!“

Mit neun Jahren wollte er unbedingt den St. Florianer Sängerknaben beitreten und da es ihm seine Eltern nicht ausreden konnten, ist es dann auch so geschehen. Für ihn waren diese frühen kindlichen Erfahrungen sehr wichtig und auch die vielen Konzerte und Theateraufführungen, die ihn ganz schön in der Welt herumkommen ließen dienten zu einer Horizonterweiterung, die er nicht missen möchte. Da Trattner vor seinem Studium schon einige tolle Workshops an der Theaterakademie August Everding in München absolviert hatte und wie er selbst meint „gut mit dem Spirit der Schule konnte“, stand diese Ausbildungsstätte u.a. auch auf seiner Wunschliste. Da das Leben aber kein Wunschkonzert ist, hatte er es natürlich auch in anderen Städten probiert, aber das Glück war ihm hold und er bekam dort einen Studienplatz.

Noch bevor er seine dreijährige Ausbildung abgeschlossen hatte spielte er u.a. am Landestheater Linz, Stadttheater Bad Hall oder im Prinzregentheater in München. Nachdem er eine spannende Studienzeit absolviert hatte, folgte ein Engagement mit „Cabaret bei den Sommerfestspielen in Bad Hersfeld“ und es verschlug ihn für „Don Camillo & Peppone“ nach St. Gallen. Der Rest ist bekannt, denn dann kehrte er wieder in seine Heimat nach Österreich zurück. Womit wir auch schon eine schöne Überleitung mit dem Stichwort „Heimat“ haben.

In “I Am from Austria” heißt es so schön „home is, where the heart is“. Wir wollten von Matthias Trattner wissen, ob er diesen Ausspruch unterstreichen kann und wo er sich zuhause fühlt. „Ich kann das sehr unterstreichen, mir ist meine Heimat und Familie sehr wichtig! Das sind die Wurzeln und wer wir sind! Es sollte für jeden wichtig sein, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, auch wenn es unangenehm sein kann!“ Einen schönen und für ihn wichtigen Ausgleich schafft er sich, indem er immer wieder nachhause auf’s Land fährt, um die Natur zu genießen und Familie und Freunde zu treffen. Aber auch in der Stadt, speziell in Wien, fühlt er sich sehr wohl und meint schmunzelnd „so schlimm sind die Wiener gar nicht!“

Natürlich mussten wir ihm auch die Frage stellen, ob er einen Führerschein besitzt, denn wer ihn schon einmal beim Theater gesehen hat, der hat bemerkt, dass er immer mit dem Drahtesel unterwegs ist. Matthias Trattner hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Führerscheine. Er hat einerseits den A-Führerschein für Motorräder gemacht, welchen er auch hauptsächlich nutzt, da er ein Motorrad besitzt, andererseits auch den B Führerschein. Ein eigenes Auto ist (noch) nicht vorhanden, aber er setzt sich auch schon mal gerne hinter ein Lenkrad. Dass er ein vorsichtiger Fahrer ist, beweist aber die Aussage, dass ein zu Schrott gefahrenes Motorrad für ihn genauso schlimm wäre, wie sein nicht vorhandenes Auto.

Neben dem Auto ist auch das Tanzen eines Walzers ein Thema in „I am from Austria“ und die Übungen mit seiner Kollegin Dolores Schmidinger (Rolle: Elfie Schratt) sind der Hit beim Publikum. Kann Matthias Trattner eigentlich im wirklichen Leben tanzen oder ist er eher ein Antitänzer? Er gibt zu, dass er keine Standard-Tanzkurse besucht hat, aber dass Klassiker wie Walzer oder Cha Cha Cha kein Problem für ihn darstellen. Er fügt aber mit einem kleinen Grinser dazu „Es kommt aber immer drauf an, mit wem ich tanze und ob ich muss oder will ;-)“

Dass das Publikum von „I am from Austria“ begeistert ist führte auch zu einer Verlängerung in der Saison 2018/2019. Viele der Darsteller werden tagtäglich von Fans belagert und um gemeinsame Fotos und Autogramme gebeten. Wie sieht Matthias die Faneuphorie nach einer Vorstellung? „Ich freue mich immer über nette Worte und über Menschen, die ich begeistern konnte! Das ist etwas sehr Schönes. Wenn jemand gern nach der Vorstellung Fotos machen oder ein Autogramm möchte, ist das für mich ja auch ein Zeichen des Supports! Mach ich gerne.“

Eine bestimmte Traumrolle hat Trattner nicht, aber „vielleicht kommt sie noch und ich weiß nur noch nicht welche es ist, oder es gibt sie noch gar nicht…who knows…“. Angesprochen auf das zweite aktuelle Musical der VBW „Tanz der Vampire“ könnte er sich aber schon vorstellen eines Tages auch einmal den Alfred zu spielen.

Zum Schluss entkam auch Matthias Trattner nicht unserer Frage nach den 3 Emojis, die ihn am besten beschreiben würden:

   

Vielen Dank an Matthias Trattner für das nette Gespräch und viel Erfolg im weiteren beruflichen wie auch privaten Leben.

Quelle: Andrea Martin

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