Rezension “Idomeneo”: Oper par excellence

Bereits am 17. Februar 2018 feierte die Oper “Idomeneo” von Mozart im Staatstheater Nürnberg eine glänzende und viel gelobte Premiere. Nun hatten wir am 04.03.2018 diese selten gespielte Oper zu besuchen. Es ist wirklich sehr schade, dass dieses Stück so selten aufgeführt wird, denn es ist eine richtige Bereicherung für die Opernwelt.

Das “Dramma per musica” (komponiert 1780/1781) in drei Akten stammt von Wolfgang Amadeus Mozart (es ist sein Lieblingsbühnenwerk), der Text von Giambattista Varesco nach dem Libretto von Antoine Danchet für die Tragédie-lyrique “Idoménée” von André Campra.

Inhalt (übernommen vom Staatstheater Nürnberg):
Wolfgang Amadeus Mozarts „Idomeneo“ ist Königs- und Familiendrama zugleich und handelt – ganz in der Tradition von griechischer Tragödie und Opera seria – von der Prüfung eines Herrschers, der zwischen der Pflicht gegenüber den Göttern und der Verantwortung für Familie und Volk zerrissen ist.

Nach dem Sieg über Troja gerät der kretische König Idomeneo auf seiner Rückkehr in die Heimat in einen grauenvollen Konflikt: Als Gegenleistung für seine Rettung aus Seenot verspricht er dem Meeresgott Poseidon den ersten Menschen zu opfern, der ihm an Land begegnet – und das ist ausgerechnet sein Sohn Idamante. Verzweifelt sucht Idomeneo nun nach einem Ausweg, um sein Kind nicht opfern zu müssen …

Creativeteam:
Musikalische Leitung: Marcus Bosch
Inszenierung: David Bösch
Bühne: Patrick Bannwart; Falko Herold
Kostüme: Falko Herold
Chor: Tarmo Vaask
Dramaturgie: Johann Casimir Eule
Video: Falko Herold
Licht-Design: Michael Bauer

Besetzung am 04.03.2018

Ilker Arcayürek (Idomeneo)
Kraftvoll und einfühlsam. Bei ihm spürte man jede Gefühlsregung. Vom besorgten Vater hin zum herrschenden König, der eine unmenschliche Entscheidung treffen musste. Ihm nahm man in jeder Sekunde den König und Vater ab.

Ida Aldrian (Idamante)
Ihre spitzbübische Art nahm jeden sofort gefangen. Ihr verschmitztes Lächeln bezauberte das Publikum. Jeder ihrer Töne saß perfekt und man sah sie und ihre Rolle mit jedem Auftritt reifen. Sie spielte und sang mit unglaublicher Leichtigkeit.

Leah Gordon (Elettra)
Sie erhielt den meisten Applaus und am Ende ihrer letzten Arie ertönten laute Bravo-Rufe. Sie erfüllte ihre Rolle mit soviel Leben und Leid, dass man sich für sie ein Happy-End wünschte. Ihre Stimme war voller Wut und Angst, manchmal auch Hass. Mit ihr litt man richtig mit.

Ina Yoshikawa (Ilia)
Ihre wundervolle und glockenreine Stimme verzauberte nicht nur Idamante, sondern das gesamte Publikum. Mit ihr litt man und freute sich. Für sie freute man sich richtig, dass sie ihre wahre Liebe finden durfte. Sie und Ida Aldrian passten wunderbar zusammen in ihren Rollen.

Alex Kim (Arbace)
Der Berater der königlichen Familie. Ihm und seiner warmen saften Stimme vertraute man sofort. Bei ihm fühlte sich jeder sicher und geborgen, egal ob Mann oder Frau. So einen Berater wünscht sich jeder in seinem Leben.

Ensemble:
Chool Seomun: Oberpriester
Alexey Birkus: Stimme des Orakels
Taeseok Oh: Zwei Trojaner
Benjamin Weaver: Zwei Trojaner
Hyun Mi Kim: Zwei Kreterinnen
Martina Langbauer: Zwei Kreterinnen
Staatsphilharmonie Nürnberg
Chor des Staatstheater Nürnberg

Ihnen allen gelang ein wunderbarer Opernnachmittag mit Perfektion und Leichtigkeit. Untermalt von den Videoanimationen von Falko Herold und dem Lichtdesign von Michael Bauer gelang es ihnen allen auf und hinter der Bühne eine düstere und melancholische Stimmung zu verbreiten. Auch das Bühnenbild von Patrick Bannwart (zusammen mit Falko Herold) tat sein Übriges dazu und untermalte die Tragik der Geschichte.

Weitere Termine:
11.03.2018 – 19:00 Uhr
26.03.2018 – 19:30 Uhr
31.03.2018 – 19:30 Uhr
17.04.2018 – 19:30 Uhr
28.04.2018 – 19:30 Uhr

Quelle: Christine

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