Ich, Subjektiv: La Cenerentola

Wie ich zu der Oper “La Cenerentola” gekommen bin ? Eigentlich nur, weil wir im Rahmen von “Klassik im Kino” unbedingt etwas aus der Opera Garnier sehen wollten. Und da war nun mal “La Cenerentola” auf dem Programm. “Das ist die Geschichte von Aschenputtel, was soll da schon schiefgehen ?”, dachten wir uns. Und ich konnte den Titel noch nicht einmal aussprechen. Klang dann eher so wie “Tschenedingsbums” – ja. Wirklich. Ist halt so.

Nachdem wir dann “Tschene.. ach.. Aschenputtel” im Kino gesehen hatten, war ich begeistert. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum. Es war irgendwie das Komplettpaket: das Bühnenbild, die Musik, die Leichtigkeit und auch die Darsteller. Allen voran die Rolle der Cenerentola, in Paris gespielt von Teresa Iervolino.

Es blieb ein bleibender Eindruck und so freute ich mich, als ich “La Cenerentola” einige Monate später auf dem Spielplan des Landestheaters Coburg entdeckte. Mittlerweile konnte ich es sogar aussprechen und(!) schreiben. Übung macht nun mal den Meister.

Meiner Meinung nach ist es für diese Oper sehr wichtig, wie die Hauptrolle besetzt und gespielt wird. Sie muß in einem starken Kontrast zu dem Vater und den Stiefschwester stehen. Aschenputtel ist die Bescheidenheit und Güte selbst, während die Schwestern in Luxus und Selbstverherrlichung schwelgen und der Vater einfach nur ein Ekel ist. Je überspitzer und plakativer diese Gegensätze dargestellt werden, desto mehr ergreift der Zuschauer Partei und wird umso mehr ins Geschehen mit einbezogen.

Sowohl in Paris als auch in Coburg wurden diese Gegensätze hervorragend herausgestellt. In Coburg sogar noch etwas mehr, denn der Vater – gespielt von Michael Lion – war einfach nur abscheulich in seinem Gehabe. Hut ab an den Darsteller, der das so überzeugend gespielt hat. Die beiden Stiefschwester (Emily Lorini und Julia Da Rio) waren einfach nur noch quietschbunt und eingebildet, ganz im Gegensatz zur grauen Maus Cenerentola (Kora Pavelic).

Der große Unterschied zwischen Paris und Coburg war das Bühnenbild. In Opera Garnier hatte ein recht opulentes Hintergrundbild erschaffen, mit großem Herrschaftsanwesen des Vaters und Palast des Herrschers. In den Details aber dann dafür sehr bescheiden. In Coburg ging man andere Wege und setze das gesamte Stück in eine Art Comic. Das Bühnenbild war ausnahmslos schwarz-weiß, wie aus einem Malbuch, in dem dann die grellen Kleider der Schwester ausufernde Akzente setzten. Eine stilvolle Unterstreichung der Rollen. Mir persönlich gefiel das Bühnenbild so gut, weil es so einfach war und so wirkungsvoll – frei von Schnörkeln, in denen man sich allzu leicht verlieren kann.

Ich verlor mich dennoch: in die Musik, den Gesang und die Inszenierung an sich. Die Musik hat etwas Spezielles, finde ich. Eine typische Opernaria findet man nicht und auch nicht endlose Wiederholungen.

Für meinen Teil hatte ich einen unterhaltsamen Abend mit “Tschene…”… naja… wie gesagt…

Unsere Rezension zu “La Cenerentola” in Coburg: Rezension “La Cenerentola” im Landestheater Coburg: Ein Märchen im Comicstil

Quelle: Alexander Brock
(c) Buehnennetzwerk.de
AschenGregor

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!