Wenn Ana Milva Gomes‘ Bühnenpartnerin eine Leiter ist… dann hat sie sich für ein einmaliges Experiment entschieden!

Ja, wir haben das Stück „Weißes Kaninchen Rotes Kaninchen“ von Nassim Soleimanpour schon einmal gesehen (wer etwas mehr darüber erfahren möchte, kann gerne hier den Artikel zu unserem ersten Besuch nachlesen) und nein, ein Abend ist nicht wie der andere, denn:

  • jeder Künstler darf das Stück nur einmal in seinem Leben aufführen,
  • jeder Künstler kann die Interpretation des vorzutragenden Textes zum Teil anders verstehen bzw. auch auslegen,
  • jedes Publikum ist an den Abenden anders und kann das Geschehen auf der Bühne, ja sogar die Länge des Stücks und die Atmosphäre wesentlich beeinflussen.

Genau aus diesen Gründen haben wir uns entschieden ein zweites Mal diesem Experiment, zu dem Open House Theatre lud, im Spektakel im 5. Wiener Gemeindebezirk beizuwohnen.

Am 16.1.2018 stand niemand geringere als der holländische Musicalstar Ana Milva Gomes (ein herzliches Dankeschön, dass sie uns auch für ein paar Fragen Rede und Antwort gestanden ist, die wir hier eingebaut haben), bekannt aus „Sister Act“, „Mamma Mia“, „Mozart!“, „Ghost – Nachricht von Sam“ uvam. auf der Bühne. Sie hatte sich für die englische Variante des Stücks „White Rabbit Red Rabbit“ entschieden. Diese war im Großen und Ganzen leicht verständlich, trotzdem wurden einige Zeilen anders interpretiert als bei unserem ersten Besuch, was das Ganze natürlich noch interessanter machte. Produzent Robert G. Neumayr hatte die Neugierde in Ana geweckt und für sie bedurfte es nicht langer Überlegungen, um einer Teilnahme zuzustimmen. Ihr erster Gedanke war „spannend“, aber sie verspürte auch ein wenig Angstgefühl für das Unbekannte. Gomes „Wenn ich Angst vor irgendetwas habe, muss ich es auf jeden Fall machen“. Die Angst konnten ihr an diesem Abend auch einige Kollegen und Freunde nehmen, die im Publikum die Daumen drückten wie Percival (vielleicht noch aus der ersten Staffel von „The Voice of Germany“ aus dem Jahr 2011 dem ein oder anderen ein Begriff), Lynne Williams, Maxi Neuwirth und Norbert Holoubek.

Knapp über 60 Gäste befanden sich im kleinen Saal, die genaue Zahl erfuhr man während des Stücks, warum darf leider, wie sovieles andere das Stück betreffend, nicht verraten werden. Nur soviel, auch auf Englisch zählen will gelernt sein.

Ana Milva Gomes merkte man eine gewisse Nervosität an. Als Musicaldarsteller hat man schließlich meist Proben, hier keine. Sehr amüsant war, dass sie sich immer mit kleinen Gesten, Blicken und Worten beim Publikum entschuldigte, wenn dieses wieder einmal gefordert war. Wobei man sagen muss, dass es an diesem Abend sehr improvisationsfreudig war und Ana bei sehr vielem unterstützte. Gomes verriet, dass sie sich sehr auf ihr Bauchgefühl konzentrierte und dass sie es sogar schaffte nach einer Weile loszulassen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Für Gomes, die sich selbst als Allroundentertainerin sieht, ist es durchaus vorstellbar auch in Zukunft ab und an in das reine Schauspielfach zu wechseln, da sie sich auf jeden Fall weiterentwickeln möchte, wenn sie die Chance dazu bekommt. Für Ana war dieses Erlebnis im doppelten Sinn etwas Einmaliges und ganz Besonderes. Am liebsten würde sie selbst einmal im Publikum sitzen und sich das Stück aus dieser Perspektive noch einmal ansehen, zumal sie jetzt auch weiß, wie sich der/diejenige auf der Bühne fühlen muss.

Zum Schluss wollten wir noch von ihr wissen, ob sie irgendwelche Erwartungen an das Stück hatte und wie sie es fand. Gomes: „wenn du nichts von einem Stück weißt, kannst du dich auf alles und nichts einstellen. Was sehr wichtig war, dass ich offen für alles blieb. Es ist unglaublich schlau geschrieben und es war eine Erfahrung, die ich nicht so schnell vergessen werde, sie hat mich völlig umgehauen.

Tja und wer das Stück gesehen hat, der weiß dass ihr letztes Wort auch eine gewisse Zweideutigkeit in sich birgt.

Quelle: Andrea Martin

(Anm. da keine Fotos gemacht werden durften, haben wir Ana Milva Gomes zwei Accessoires zur Seite gestellt)

 

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