Thomas Borchert – ein Mann und sein Klavier sorgten für „Beflügelte Weihnachten“ im Wiener Metropol

Thomas Borchert benötigt für sein aktuelles Weihnachtsprogramm nicht viel. Eine Bühne, ein Klavier und ein Publikum, das ihm ab und an den Borchertchor gibt.

Er ließ sich am 8.12.2017 mit dem Betreten der Bühne etwas Zeit. Das Publikum wurde schon etwas ungeduldig, bis es plötzlich den Künstler auf dem Gang inmitten des Publikums bemerkte. Mit einer kleinen Improvisation „Alle Jahre wieder, kommt der Thomas her…“ macht er auf sich aufmerksam und setzte sich dann auch sofort hinter das Klavier. Er freute sich sehr wieder einmal in Wien ein Solokonzert spielen zu können, noch dazu im Metropol, wo er im Metropoldi (Anm. der kleinere Veranstaltungssaal vor Ort) sein erstes Solokonzert in Wien gehabt hatte. Gleich zu Beginn machte er aufmerksam, dass er einen Sack voll deutscher und österreichischer Weihnachtslieder mitgebracht hatte, diese aber nicht in gewohnter Weise dargeboten werden würden. Und damit hatte er vollkommen Recht. Viele Lieder hatten einen jazzigen touch erhalten und dank seinen lockeren, charmanten Interpretationen hatte er sie allesamt in neue Gewänder gesteckt. In seinem „Ihr Kinderlein kommet“ ließ er seinen eigenen Engelschor erklingen und baute sogar ein wenig Gejodel mit ein. Nicht nur bei „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ verschmolz er fast mit den schwarz/weißen Klaviertasten. Dieser Song war sehr ruhig und besinnlich und für ihn war es eines der schönsten Weihnachtslieder. Betreffend „Oh du fröhliche“ hatte er sich immer gefragt, warum es nicht dem Titel entsprechend interpretiert wird. Dies änderte er und plötzlich lud das Lied schon fast zum mittanzen ein. Hier wechselte er sogar am Ende in „Oh happy day“. Als er plötzlich zu spielen aufhörte, hätte das Publikum fortsetzen müssen. Anfänglich war es allerdings etwas mit der neuen Situation überfordert. Borchert probierte die Mitsingaktion solange, bis es so halbwegs gelang, aber es war noch ausbaufähig. Bei „Leise rieselt der Schnee“ forderte er dann das Publikum auf „Chor der Metropolengel erwacht“. Allerdings war die Reaktion so „gelungen“, dass Borchert nur erwidern konnte „da sind jetzt aber viele Katzen gestorben“ und musste ob seiner Feststellung schmunzeln. In Anlehnung an das diesjährige Martin Luther Jahr hatte er auch ein Lied von ihm mitgebracht und interpretierte dann „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Neben den Weihnachtsliedern hatte er auch ein paar andere Titel eingepackt, so z.B. „Just the way you are“ von Billy Joel, einem seiner Lieblingsinterpreten. Einen kleinen Ausflug in die Welt des Musicals unternahm er mit Liedern zweier Grafen. Einerseits hatte er „Je länger ich lebe“ („Dracula“), andererseits „Der Mann, der ich einst war“ („Der Graf von Monte Christo“) dabei. Was für eine Stimmgewalt und auch hinter dem Flügel lebte er diese Rollen. „Mehr als jedes Wort“, eine Eigenkomposition stand ebenso am Programm wie „Moonriver“ aus „Breakfast at Tiffany’s“, bei dem es wieder ruhiger wurde. Im Gegensatz zu „Kommet ihr Hirten“, das so richtig groovig arrangiert war. „Still, still, still“ war der Sänger Gottseidank nicht und auch für den bekannten Tannenbaum hatte er eine neue Version gefunden, bei dem man einmal mehr seine kreative Ader hören konnte. Das berühmte Weihnachtslied „Stille Nacht“ durfte auch nicht fehlen und das Publikum durfte wieder mitsingen. Dieses Mal hat die Mitarbeit super geklappt und Borchert war begeistert. Als Zugabe hatte er noch den dritten Grafen, den aus „Tanz der Vampire“ mitgebracht. In Ermangelung einer Sarah sang er doch glatt „Totale Finsternis“ im Alleingang. Wobei ganz stimmte das nicht, denn das Publikum unterstützte ihn als „Chor der besinnlichen Transsilvanier mit „Sei bereit“ und es klappte wieder ganz gut. Auch seine immer wieder gestreute Werbung für seine neue CD „Beflügelte Weihnachten“ war erfolgreich. Natürlich hatte er kartonweise vorgesorgt und die Besucher nahmen sich gerne dieses Kleinod mit nachhause, nicht ohne es vorher signieren zu lassen.

Thomas Borchert ist sowohl auf der großen, wie auch auf der kleinen Bühne zuhause. Bei seinem aktuellen Soloprogramm bewies er ein weiteres Mal, dass man sein Publikum auch „nur“ mit Stimme, Klavier und Persönlichkeit in seinen Bann ziehen kann und dass es nicht immer großer Action bedarf.

Und wem es dieses Jahr so gut gefallen hat oder wer es gar versäumt hat, der
hat am 20.12.2018 ein weiteres Mal im Wiener Metropol die Gelegenheit Thomas
Borchert beflügelt zu Weihnachten zu erleben! Karten sind bereits im
Verkauf!

Nähere Infos unter: www.wiener-metropol.at

Quelle: Andrea Martin

 

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