Ich, Subjektiv: “Ewig Jung – Möchte ich überhaupt alt werden ?”

Vor einiger Zeit habe ich zusammen mit meiner Redakteurin “Ewig Jung” im Schauspielhaus Nürnberg gesehen.

Eine Komödie. Und ein Song-Drama.

Die Leute haben gelacht. Ich auch. Aber war es wirklich zum Lachen ?

Natürlich, die Witze und Gags. Die Unbeholfenheit aber auch das Zotige. Das war lustig.

Aber da war noch mehr, das Unterschwellige, das bei mir ankam. Die Sehnsucht nach dem alten Leben, nach der Jugend, nach den Menschen, die schon gegangen sind. Da war auch Traurigkeit unter all dem Witz. Traurigkeit, die
nachdenklich macht. Auch jetzt noch. Und irgendwie ist mir das geblieben von “Ewig Jung” – die Nachdenklichkeit über die eigene Vergänglichkeit. Und über die Vergänglichkeit dessen, was man hatte und war.

Bei “Ewig Jung” war es das Bühnenleben, die Theaterluft, die Rollen, der Applaus. All dies ist nicht mehr. Doch es war das, was diese Menschen auf der Bühne ausgemacht hat. Und nun ? Was ist nun ?

Das macht einen nachdenklich. Nachdenklich darüber, was man selbst mal sein wird, nachdem das, was man hatte und was man war nicht mehr da ist. Was bleibt einem, wenn der Beruf mit der Rente getauscht wurde ? Was bleibt einem, wenn man das, was man liebte und lebte, nicht mehr tun kann ?

Wer ist man dann ? Was ist man dann ?

Diese Fragen haben mich beim Verlassen des Zuschauerraums begleitet. Nicht vordergründig, denn die gute Laune des Stückes, der Teil “Komödie”, hat auch mir einen beschwingten Abend beschert. Aber im Hintergrund lagen dennoch diese Fragen auf der Lauer, der Teil “Drama” eben.

Und so hinterließ “Ewig Jung” etwas Lachendes und etwas Weinendes in mir. Ganz wie das Symbol der zwei Masken, das untrennbar mit dem Theater verknüpft ist. Und genau das machte für mich den Abend perfekt.

Quelle: Alexander Brock

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