Dieses Blechdach war wirklich verdammt heiss: “Die Katze auf dem heissen Blechdach” am 24.10.2017 im Nürnberger Schauspielhaus

Die Vermutung, die wir in unserer Vorankündigung ausgesprochen hatten, hatte sich (man muss schon fast sagen: natürlich) erfüllt. Das grosse Erbe, welches Liz Taylor und Paul Newman vorgelegt hatten, wurde erfüllt. Mit Bravour und großem Applaus. Die Darsteller am 24.10. gaben mehr als 150% und liessen die Geschichte um Big Daddys 65. Geburtstag lebendig werden.

Margaret: Josephine Köhler
Respekt an diese Frau und ihre Leistung. Von der ersten Sekunde an fesselte sie die Zuschauer an sich und erfüllte ihre Rolle mit Leben, Liebe und Verzweiflung. In jeder Faser ihres Körpers konnte man die Zerrissenheit ihres Charakters spüren und litt mit ihr, auch wenn sie manchmal ein kleines Biest war.

Brick: Stefan Willi Wang
Den ganzen Abend auf nur einem Bein über die Bühne zu hopsen, ist wirklich eine körperliche Anstrengung. Man fragte sich, ob in den anderen Vorstellungen zur Abwechslung das andere Bein eingegipst wird, damit er das eine Bein nicht überbelaste. Ja das Publikum litt wirklich mit ihm. Er war aber auch ein überzeugender Brick, arrogant und im nächsten Moment wieder ganz kleinlaut.

Mae: Ruth Macke
So eine Freundin/Bekannte/Schwägerin/Schwiegertochter wünscht sich keiner, aber so eine gute Schauspielerin kann sich jedes Theater nur wünschen. Man muss eine Nervensäge halt auch spielen können. Und das konnte sie, bis zur Verzweiflung.

Big Mama: Elke Wollmann
Man wußte jetzt nicht so recht ob man mit ihr lachen oder weinen sollte. Sie zog den Zuschauer durch sämtliche Gefühle. Dabei schaffte sie es so herrlich leicht, diesen komplexen und manchmal auch bemitleidenswerten Charakter richtig liebevoll darzustellen.

Big Daddy: Michael Hochstrasser
Er machte dem Namen seiner Rolle alle Ehre und verlieh Big Daddy Würde und Respekt. Nicht umsonst trägt er den Titel Kammerschauspieler. Diesem wird er in vollem Umfang gerecht.

Gooper: Gero Nievelstein
Der ungewollte Sohn, der Vorzeige-Familienvater, der ewige Zweite hinter seinem kleinen Bruder und derjenige, der immer wieder versuchte, herauszubrechen aus seinem Leben. All das war Gooper und Gero Nievelstein erweckte mit dieser Rolle Mitleid im Zuschauer, man fragte sich, warum er derjenige war, der die berühmte A-Karte gezogen hatte.

Reverend Tooker: Jochen Kuhl
Er sagte zwar nicht viel, doch war er auf der Bühne sehr präsent, ohne sich jedoch in den Vordergrund zu spielen. Er passte sehr gut in seine wortkarge Rolle und gab einen wunderbaren “Pfaffen”.

Doktor Baugh: Janco Lamprecht
Auch seine Rolle hatte wenig Text, aber viel Präsenz. Er passte in seinem weißen Kittel sehr gut zum dunkel gekleideten Pfarrer und ergänzte sich mit ihm. Er schien eine der Ankerpunkte auf der Bühne zu sein: immer wieder suchten die Augen ihn.

Kontrabass: Maike Hilbig
Nein, es gibt keine Rolle mit dem Namen “Kontrabass”, sondern Maike Hilbig war die ganze Zeit auf der Bühne präsent und unterstützte die relevantesten Szenen und Momente mit ihrem wunderbaren Spiel.

Creativeteam:
Inszenierung: Georg Schmiedleitner
Bühne: Florian Parbs
Kostüme: Cornelia Kraske
Musik: Maike Hilbig
Dramaturgie: Friederike Engel

Es bedurfte auch keinen großen Bühnenbildes, um dieses Stück wirken zu lassen, die Darsteller sprachen für sich selbst und erweckten das Stück zu sensationellem Leben. Viel zu schnell ging die Zeit um und der Vorhang senkte sich. Doch den Gesprächen in der Pause und beim Verlassen des Theaters konnte man entnehmen, dass es allen sehr gut gefallen hatte. Das war ein Theaterabend, wie man ihn sich wünscht.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, für den sind hier die weiteren Termine:
Sa 04.11.2017 19:30 Uhr
Mi 08.11.2017 19:30 Uhr
Di 28.11.2017 19:30 Uhr
Sa 02.12.2017 19:30 Uhr
Fr 08.12.2017 19:30 Uhr
Do 18.01.2018 19:30 Uhr
So 28.01.2018 19:00 Uhr
Do 01.02.2018 19:30 Uhr

[yasr_overall_rating]

Quelle: Christine

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