Rezension „Alice im Wunderland“ am 19.03.2017 am Landestheater Coburg: Entführt in eine Märchenwelt

Wir müssen es einmal zugeben: Es fällt uns nicht immer leicht, objektiv über ein Stück zu berichten. Und so wird es bei dem Ballett „Alice im Wunderland“ auch sein. Denn dieses Stück hat uns ausgesprochen gut gefallen. Und wir waren nicht die Einzigen. Dem gesamten Publikum, das bei der Uraufführung von Roland Fisters Ballett beiwohnte, hat das Stück richtig gut gefallen. Das konnte man zum einen in der Pause bei den Gesprächen hören, und auch beim Schussapplaus, der nicht enden wollte, bemerken.

Coburgs Kapellmeister Roland Fister hat uns schon einmal mit einer eigenen Kreation erfreut: der Musical-Oper „Das Bildnis des Dorian Gray“, und auch da waren wir begeistert. Und erneut hat er es geschafft, aus einem bekannten Stück etwas völlig Neues und Wunderschönes zu erschaffen. Allein schon seine Musik lädt zum Träumen ein und dann dazu das atemberaubende Bühnenbild von Till Kuhnert und dessen Kostüme, die Illusion ist perfekt. Einfach und genial, oder einfach genial.

Die Handlung zu „Alice im Wunderland“ ist wohl jedem bekannt. Gibt es das Buch von Lewis Carroll doch in so vielen Adaptionen, unter anderem als Zeichentrickfilm von Disney oder als Film mit realen Schauspielern von Tim Burton, aber auch als Bühnenversionen lebt Alice immer weiter. Und nun hat sie ein neues und atemberaubendes Ballettstück erhalten. Das Creativeteam um Roland Fister hat wirklich ganze Arbeit geleistet.

Creativeteam:
Musikalische Leitung: Roland Fister
Choreografie: Rosemary Helliwell
Bühnenbild und Kostüme: Till Kuhnert
Dramaturgie: Renate Liedtke

Besonders faszinierend war auch die Tatsache, dass jeder Charakter seine eigene Melodie hatte, so dass man ihn oder sie sofort wiedererkannte. Agierten mehrere Charaktere miteinander, dann mischten sich die Melodien. Besonders gut konnte man dies beim Tanz der Grinsekatze mit Alice bemerken.

Sie alle tanzten so leicht, als wäre es nichts. Dabei weiß man doch, welch schwere körperliche Arbeit Ballett ist. Doch man merkte es ihnen in keiner Sekunde an. Sie verschmolzen mit der Musik und in der Geschichte. Besonders die Darstellerin der Alice, die ja fast immer auf der Bühne war, verzauberte jeden mit ihrem süßen Lächeln. Doch auch alle anderen ließen sich nicht anmerken, wie konzentriert sie waren. Sie waren einfach die Charaktere, die sie darstellten und tanzten sich in die Herzen der Zuschauer.

Darsteller:
Lewis Carroll: Jaume Costa i Guerrero
Alice: Lucia Colom
Alices Schwester: Lauren Limmer
Königin / Ältere Dame: Manuela Mazzei
Diener /Froschdiener Jordi Arnau Rubio
Diener / Fischdiener: Jaume Costa i Guerrero
Mann / Weißer Hase: Federico Frigo
Raupe: Jaume Costa i Guerrero, Sylvain Guillot, Takashi Yamamoto, Jordi Arnau Rubio, Chih-Lin Chan
Grinsekatze: Natalie Holzinger
Dandy / Hutmacher: Sylvain Guillot
Junge / Märzhase: Takashi Yamamoto
Maus: Lauren Limmer
Igel: Lukas van Rensburg, Thomas van Rensburg
Der Naive: Jaume Costa i Guerrero
König: Mark McClain
Junge: Lukas van Rensburg / Thomas van Rensburg
Vögel: Chih-Lin Chan, Takashi Yamamoto
Flamingos: Lauren Limmer, Mireia Martinez Pineda
Rosen, Gärtner, Hofstaat, Soldaten: Ballett Coburg

Zusammen mit dem Philharmonischen Orchester des Landestheaters Coburg und der Statisterie gelang es ihnen allen, das gesamte Publikum mit auf Alices fantastische Reise zu nehmen. Und das Ganze, wie in einem Ballett üblich, nur durch den Tanz und ganz ohne Worte. Doch Worte waren gar nicht nötig. Mit ihren geschmeidigen und weichen Bewegungen erzählten sie mehr, als es mancher Schauspieler mit 1000 Worten schafft.

Die Musik floss wunderschön dahin. Es war nicht zuviel versprochen. Es war weniger die klassische Ballettmusik, dafür mehr wie ein Soundtrack für einen Hollywoodfilm. Jeder Ton sass, jede Bewegung passte. Es war ein unvergesslicher Abend.

Nächste Vorstellungen:
Fr, 24.03.2017 – 19.30
Fr, 31.03.2017 – 19.30
So, 02.04.2017 – 15.00
Mi, 05.04.2017 – 19.30
Fr, 07.04.2017 – 19.30
Mi, 12.04.2017 – 19.30
Do, 18.05.2017 – 19.30
Do, 25.05.2017 – 18.00
So, 28.05.2017 – 15.00
Di, 30.05.2017 – 19.30
Mi, 21.06.2017 – 19.30
Do, 06.07.2017 – 19.30

Man sollte sich wirklich die Zeit nehmen und sich in das Wunderland entführen lassen. Es ist wirklich sehens- und hörenswert.

Zum Schluss möchten wir auch einmal lobend erwähnen, wieviel Mühe sich das Landestheater Coburg immer mit seinen Inszenierungen macht. So kann man bei den Premieren an einer Stückeinführung teilnehmen und bekommt so weitere interessante und nützliche Informationen zum jeweiligen Stück. Und es ist doch immer faszinierend, einen tieferen Einblick in etwas (Neues) zu bekommen. Dafür möchten wir unser Kompliment und Dankeschön ausdrücken.

Quelle: Christine

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