Rezension der DVD „Mozart“: Gott gab uns das Wunder Mozart

Michael Kunze und Sylvester Levay haben mit ihrem Musical über den bekanntesten Komponisten der Welt diesem ein übergroßes Denkmal geschaffen. Wer Mozart zuvor nicht kannte, der kannte ihn dann nach der Uraufführung des Musicals. Diese war am 02.10.1999 im Theater an der Wien.

Seit dieser Uraufführung wurde das Stück des Öfteren geringfügig verändert und modernisiert. Und nun gibt es von der aktuellen Fassung aus dem Raimund Theater eine DVD. Diese Version ist eine sehr moderne, was jedoch dem Ganzen keinen Abbruch tut.

Mozart war ein Aussenseiter und unangepasst. Und das ist er auch in diesem Musical. Er trägt moderne Kleidung, ebenso wie die Baronin von Waldstätten. So heben sich diese beiden extrem von den steifen Kleidern der damaligen Zeit ab und zeigen so ihre Moderne.

Auch das Bühnenbild war modern. Durch Einspielungen wurde der Hintergrund in den jeweils passenden Raum verwandelt und passte somit perfekt in die Geschichte und zur Moderne.

So modernisiert kann man schon skeptisch sein, doch schon bei den ersten paar Minuten der DVD wird man erkennen, dass die Skepsis völlig unangebracht war. Das Musical passt genau in unsere Zeit und spiegelt sehr genau wider, wie die Zeit von damals auch auf das Heute angewendet werden kann.

Die Darsteller sind einfach genial, jeder passt ganz einfach in seine Rolle und lebt sie. Besonders Oedo Kuipers als Mozart lebt seine Rolle mit einer solchen Leichtigkeit, dass es faszinierend ist, ihn zuzusehen. Mark Seibert als Colloredo ließ die Frauenherzen höher schlagen. Selten sah man diese Rolle mit einem solchen Sixpack. Thomas Borchert war für seine Rolle als Leopold Mozart extra für diese Aufnahme an das Raimund Theater zurückgekehrt.

Gesamte Castliste:
Mozart: Oedo Kuipers
Amadé (Mozarts Genie): Sophie Wilfert
Leopold Mozart: Thomas Borchert
Colloredo: Mark Seibert
Constanze Weber: Franziska Schuster
Baronin von Waldstätten: Ana Milva Gomes
Nannerl Mozart: Barbara Obermeier
Cäcilia Weber: Brigitte Oelke
Graf Arco: Jon Geoffrey Goldsworthy
Emanuel Schikaneder: Martin Pasching
Aloysia Weber: Karolin Konert
Josepha Weber: Rebecca Soumagné
Sophie Weber: Laura Friedrich Tejero
Fridolin Weber / Johann Thorwart: Stefan Poslovski
Anna Maria Mozart: Jil Clesse
Dr. Franz Anton Mesmer: Thorsten Tinney

Besonders der Auftritt der Webers war ein Highlight in dieser Aufnahme. Wer sonst als die Killerqueen herself Brigitte Oelke könnte die recht intrigante lebensfrohe Cäcilia Weber spielen und ihre Familie so schön heruntersingen wie diese Dame. Ganz ehrlich? Niemand! Ihre Töchter Josepha (Rebecca Soumagné), Aloysia (Karolin Konert) und Sophie (Laura Friedrich Tejero) stehen komplett unter ihrem Einfluss. Selbst Fridolin Weber  und später Johann Thorwart (beide: Stefan Poslovski) steht weit hinter ihr. Natürlich nur auf der Bühne in der Rolle. Gesanglich und schauspielerisch waren sich alle ebenbürtig.

Einzig Constanze (Franziska Schuster) schafft es, sich ihr zu widersetzen. Sie passt optisch und auch gesanglich sehr gut zu ihrem Mozart. Dessen Schwester Nannerl erschien wie die gute Seele des Stückes, Barbara Obermeier gelang dies ohne Probleme. Mozarts Porzellankind, der kleine Amadé, der stets komponierte war Sophie Wilfert. Dieses Mädchen spielt wie eine Große. Mozarts Unterstützerin, die Baronin von Waldstätten wurde von Ana Milva Gomes gespielt. Ihre beeindruckende Stimme und ihr warmes Timbre passten zu über einhundert Prozent in diese Rolle. Auch seine zweite Unterstützerin, seine Mutter Anna Maria Mozart (Jil Clesse) war eine Idealbesetzung.

Colloredos ergebener Diener Graf Arco wurde von Jon Geoffrey Goldsworthy gespielt. Er verstand es wunderbar, diese Rolle zu erfüllen, so schön steif konnte er von der Bühne abgehen. Das komplette Gegenteil von ihm war Emanuel Schikaneder (Martin Pasching). Er rockte die Bühne und versprühte soviel Witz und Charm und Leben, dass man richtig mitrockte.

Sie alle, egal wie groß oder wie klein auch ihre Rolle war, waren einfach atemberaubend. Sie ergänzten sich und passten sich perfekt in ihre Rollen, so dass der Zuschauer einfach hinfort gerissen wurden in die Zeit Mozarts. Die Kameraführung tat ihr Übriges, so dass der Eindruck perfektioniert wurde. Die DVD ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus.

Quelle: Christine Daaé

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