Küss das Kätchen

“Kiss me, Kate” am 13. Februar 2016, Opernhaus Nürnberg

Es muss nicht immer ein neues, ultrabuntes und quietschiges Musical sein, was die Leute ins Theater zieht. Nein, oftmals sind die „Alten“ besser als die „Neuen“. So auch Cole Porters „Kiss me, Kate“. Begeistert wurde der Klassiker am Nürnberger Staatstheater aufgenommen und vom Publikum gefeiert. Alle hatten sich richtig fein gemacht für das Musical. Eine wahre Augenweide.

In Cole Porters Stück-im-Stück geht es um „Der Widerspenstigen Zähmung“ und das im doppelten Sinne: Zum einen kämpft Fred Graham als Petrucchio um Katharina alias Lilli Vanessi, seine Exfrau, zum anderen kämpfen die beiden aber auch hinter der Bühne um die Altlasten ihrer Ehe. Aufgeputscht wird alles durch zahlreiche Missverständnisse und am Ende gibt es einen spannenden Showdown auf der Bühne.

Als Fred Graham stand niemand Geringerer als Christian Alexander Müller auf der Nürnberger Bühne, seines Zeichens das jüngste Phantom Deutschlands, der mit “Kiss me, Kate” sein Debüt in Nürnberg feiert. Seine Stimme ergänzte sich wunderbar mit der seiner „Gegenspielerin“ Sophie Berner. Sie harmonierten so wunderbar miteinander, also stünden sie schon seit Ewigkeiten gemeinsam auf der Bühne.

Auch Manuel Dengler als Bill Calhoun (und Lucentio) sowie Antonia Welke (Lois Lane und Bianca) harmonieren in ihrer doch etwas seltsamen Liebesbeziehung, während Oliver Severin als Paul hinter der Bühne und als Baptista mit Spielfreude glänzte. Auch in der Rolle der Hattie konnte man sich niemand Besseren vorstellen als Annette Potempa. Es war fast so als wären diese Rollen für sie gemacht. Und niemand könnte Harrison Howell so schön und zackig spielen wie Richard Kindley und auch Frank Wöhrmann und Johannes Kiesler sah und hörte man den Spaß an ihren Rollen an.

Als besonderes Special gibt es Frankens bekannteste Comedians Heißmann und Rassau als zwielichtige Ganoven, die, so wie sie es nannten, vor dem Publikum eine Nummer schoben, also etwas sangen und somit ihre Shakespeare-Kenntnisse zum Besten gaben.

Ensemble:
Christian Alexander Müller: Fred Graham / Petrucchio
Sophie Berner: Lilli Vanessi / Katharina
Manuel Dengler: Bill Calhoun / Lucentio
Antonia Welke: Lois Lane / Bianca
Oliver Severin: Paul / Baptista
Annette Potempa: Hattie
Richard Kindley: Harrison Howell
Martin Rassau: 1. Gangster
Volker Heißmann: 2. Gangster
Frank Wöhrmann: Gremio
Johannes Kiesler: Hortensio
Nina Baukus: Musicalensemble
Yoko El Edrisi: Musicalensemble
Sabrina Reischl: Musicalensemble
Daniel Roces: Musicalensemble
David Valls: Musicalensemble
Felix Uttenreuther: Szenisches Schlagzeug

Jedes Mitglied des Ensembles erfüllte seine Rolle – und war sie auch noch so “klein” – mit soviel Leben und Freude, dass es ein wahrer Augenschmaus war. Jeder Ton saß, jedes Wort, jede Geste – und alles zusammen ergab einen Theaterabend, der sich jede Sekunde gelohnt hat. Es machte einfach Spaß ihnen zuzusehen und man konnte für ein paar Stunden die Wirklichkeit vergessen. Besonders das szenische Schlagzeug war eine wundervolle Ergänzung und lockerte das Stück noch mehr auf und unterstrich bestimmte Szenen gekonnt.

Auch wenn so mancher denken mag, dass ein Stück wie “Kiss me, Kate” schon angestaubt wäre, so war es das in der Inszenierung des Staatstheaters Nürnbergs überhaupt nicht. So viel Spielfreude und Leichtigkeit wie bei dieser Inszenierung gibt es selten zu erleben.

Weitere Termine:
Sa 20.02.2016 19:30 Uhr
Mo 22.02.2016 19:30 Uhr
Fr 04.03.2016 19:30 Uhr
So 06.03.2016 19:00 Uhr
So 20.03.2016 15:30 Uhr
So 10.04.2016 15:00 Uhr
So 10.04.2016 19:30 Uhr
So 17.04.2016 19:00 Uhr
Mi 27.04.2016 19:30 Uhr
Mi 11.05.2016 19:30 Uhr
Mo 16.05.2016 15:00 Uhr
Mo 16.05.2016 19:30 Uhr
Sa 21.05.2016 19:30 Uhr
Do 26.05.2016 19:00 Uhr
Sa 28.05.2016 19:30 Uhr
Mo 30.05.2016 19:30 Uhr
Mi 08.06.2016 19:30 Uhr
Sa 11.06.2016 19:30 Uhr
So 12.06.2016 19:00 Uhr
So 19.06.2016 15:00 Uhr
So 19.06.2016 19:30 Uhr

Man sollte sich wirklich Zeit nehmen und einen dieser Termine wahrnehmen, denn das Stück ist es wirklich wert. Eben ein wahrer Klassiker, der die Zeit überdauert hat.

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Quelle: Christine Daaé

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