Ein Kreuzfahrtschiff auf grosser Fahrt

In kleinem aber feinem Rahmen nahm die MS Gershwin am 07.02.2016 Fahrt in den Fürther Hafen (Stadttheater) auf und lud seine Gäste auf eine Kreuzfahrt über den großen Teich ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten ein.

Begrüßt wurde jeder einzelne Gast von Chefanimateurin Lisa K. Brennberg (Karin Schubert) persönlich, die sich sichtlich freute, dass die Kreuzfahrt so problemlos begann. Doch nachdem alle Türen des Nachtschwärmer-Foyers geschlossen waren,musste auch Frau Brennberg erkennen, dass nicht alles Gold war, was glänzte, und dass nicht jedes Kreuzfahrtschiff schon immer ein solches war. So war die MS Gershwin ein umgebauter Eisbrecher. Und man kann verraten, auf der MS Gershwin wurde so manches Eis gebrochen.

Nachdem nun die gebuchten Künstler leider doch nicht auf der MS Gershwin erschienen, ist es nun an Lisa Brennberg, das geneigte Publikum zu unterhalten, ist sie doch Chefanimateurin. Unterstützt wird sie dabei von Andi Lang (Christoph Ackermann), der sich seine Überfahrt ins gelobte Land verdienen wollte und nun, passend zum nahenden Valentinstag, noch etwas viel Schöneres und Besseres fand.

Wobei, ein Star ist doch auf der MS Gershwin: Johanna Heesters-Brennberg (Irene Oppel), ihres Zeichens eingebildete Operndiva,die es jedoch nie über 4 Zeilen Solosingen im Chor brachte. Sie ist auf dem Weg nach New York, um ihr geheimes Engagegment an der Met anzutreten, dieses ist so geheim, dass auch wir es nicht verraten können. Doch wie schon der Name der Dame verrät, ist sie eng verwandt mit Lisa Brennberg, unserer Chefanimateurin. Sie ist nämlich ihre Mutter.

Die beiden Damen pflegen jedoch ein weniger inniges Verhältnis zueinander und wissen erst einmal nichts von der Anwesenheit der jeweils anderen auf dem Schiff. Nun ist so ein Schiff nicht sehr groß und irgendwann begegnet man sich eben doch. Sehr zur Freude des Publikums.

Natürlich läßt sich die grosse Dame der Oper nicht lange bitten (man sollte erwähnen, dass niemand wirklich darum bat) und will ihrer Tochter helfen, die da plant, das Publikum mit einer Gershwin-Gala zu unterhalten. Und was singt man am besten in einer Gershwin-Gala? Genau: Lieder von Strauß…

Während nun Lisa ihre Mutter noch zu überzeugen versucht, dass man bei einer Gershwin-Gala eben doch Musicallieder singt und keine Operetten, begegnet diese dem Kapitän des Schiffes, Thomas Lang (Christoph Ackermann), den sie als ihren 4. Ehemann auserkoren hat. Dieser ist wiederum der Zwillingsbruder von Andi Lang, aber davon weiß nun wieder Lisa nichts und ist bitter enttäuscht, als ihre Mutter ihr den Mann ausspannt.

Allen Irrungen und Wirrungen zum Trotz bekommt am Ende jedoch jede der beiden Damen das was sie verdienen. Lisa ihren Andi und Johanna bekommt Bernie (Bernhard Oppel). Bernie ist der Pianist auf der MS Gershwin und dort seit 23 Jahren. Er ist recht wortkarg, auf gut Deutsch er sagt gar nichts, aber dafür ist er die Seele der MS Gershwin.

Diese doch manchmal recht verwirrende Geschichte ist eingebettet in die passenden Lieder von Cole Porter und George Gershwin und im sehr intimen Rahmen des Nachtschwärmer-Foyers im Fürther Stadttheater gehalten. So wurde diese Veranstaltung für jeden Zuschauer zu etwas ganz Besonderem. Selten kann man sagen, dass man so nahe dabei war, dass man das Lachen in den Augen der Darsteller sehen konnte.

Die gemütliche Atmosphäre des Nachtschwärmer-Foyers ließ die Zuschauer und die Darsteller zu einer Einheit verschmelzen, zumal auch die Auf- und Abgänge der Darsteller durch die Zuschauer erfolgten und so das Publikum mit als “Beifahrer” involviert war. Doch soll dies nicht als negativer Fakt gesehen werden, sondern im Gegenteil. Es war keinem unangenehm, der Operndiva auf dem Weg zu ihrer Superior-Suite im Weg zu sitzen, im Gegenteil. So nah ist man selten mit dabei und fühlt sich dabei auch noch richtig wohl. Alle Darsteller strahlten eine Herzlichkeit aus, die man woanders nur suchen kann.

Die Musicallieder von Porter und Gershwin gehören noch zur alten Schule und unterhalten mit ihrem ganz eigenen Charme und Flair. Mit Swing im Blut vermochten Darsteller und Pianist es, genau diesen alten Charme an das Publikum weiterzugeben. Sofort fühlte man sich in die gute alte Zeit zurückversetzt und genoß den wundervollen Abend an Bord der MS Gershwin mit seinem wunderbar chaotischem und herzlich bezauberndem Personal.

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Quelle: Christine Daaé

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