Rezension „Singin in the rain“ am 14.02.2015 im Nürnberger Staatstheater: S(w)ingin in the rain

Es gibt Klassiker, und es gibt wahre Klassiker. ”Singin in the rain” ist ein wahrer Klassiker, den man nicht vergessen kann. Am bekanntesten ist der Titelsong, der mit seiner Melodie und seiner Botschaft einem einfach im Ohr und im Gedächtnis bleibt. Und genau jener Plansch- und Pfützentanz (Originalton Hellmuth Karasek) war es auch in Nürnberg, der das Publikum bezauberte.

Kurz vor der Pause kam man in den Genuß dieses Ohrwurms und er zeigte seine Wirkung: In der Pause klang es von einigen Seiten: Damdidamdam dadam damdidamdam und man versuchte, wie Gaines Hall auf der Bühne, zu der gesummten oder leise gesungenen Melodie zu steppen.

Dieses klassische Musical bietet wirklich alles, was das Herz begehrt: eingängige Melodien, einen Ohrwurm, der einen noch Tage später verfolgt, einen komischen Part, eine mehr oder minder klassische Dreiecks-Liebesgeschichte, Stepp- und andere Tanzeinlagen, unter anderem auch eine Slapstick-Stuntnummer, klassische Ensemblenummern, verzaubernde Arien und echten Regen auf der Bühne.

Das Bühnenbild war herrlich ablenkungsfrei, bestand es doch aus nur wenigen Elementen, die universal eingesetzt wurden. Was sich spartanisch anhört, war aber genau ausreichend. Unterstützt wurde das Bühnenbild von Computeranimationen, die auf eine weiße Leinwand projiziert wurden und somit die Darsteller an jeden gewünschten Ort bringen konnten. Das garantierte eine Wandlungsfähigkeit ohne lange Umbaupausen, die den Zuschauer aus dem Bann reißen könnten.

Die drei Hauptdarsteller brauchten kein oder kaum Bühnenbild, sie brillierten einfach ”nur” durch ihre bloße Anwesenheit. Besonders Hauptdarsteller Gaines Hall paßte perfekt in die Rolle des charismatischen Don Lockwood, dem es nur mit einem Lächeln gelang, die Damenwelt zu betören. Ihm gegenüber steht Sophie Berner als Lina Lamont. Man kann nur hoffen, dass ihre Stimme keinen Schaden nimmt. Immerhin klingt ihre Rolle Lina – sagen wir es einmal so – nicht tonfilmtauglich. Doch bekam sie den meisten Applaus für ihre Arie. Die Dritte im Bunde dieser etwas anderen Dreiecks-Liebesgeschichte ist Filipina Henoch als Kathy Seldon. Ein bezauberndes Wesen mit einer Stimme, die man nicht vergessen möchte.

Vom der kleinsten Rolle bis hin zum Hauptdarsteller glänzte jeder in seiner Rolle und ging darin auf. Alle Rollen waren mit Leben erfüllt und zogen den Zuschauer sofort in den Bann. Die Schauspieler harmonierten miteinander und brachten wahren Tiefgang in ihre Rolle. Man fühlte zum Beispiel die Liebe zwischen Don und Kathy, ebenso war man genervt von Lina, und man spürte Wut auf R.F. Simpson. Jeder Charakter erweckte genau die Gefühle, die er wecken sollte. Und nicht wenige der Zuschauer wollten bei dem Titelsong ebenso im Regen singen und tanzen. Jede der Gesangs- und Tanznummern wurde mit stürmischem Applaus belohnt – zu Recht.

Sowie auch der Abschlussapplaus nicht wirklich enden wollte. Kein Wunder bei solch einem wunderbaren Musical-Abend. Jedem sei dieses Musical ans Herz gelegt, selbst den Leute, die keine Musicals mögen. Wer sich diesem Genuß entzieht, läuft Gefahr, etwas zu verpassen.

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Inhalt (übernommen vom Staatstheater Nürnberg):

Hollywood-Star Don Lockwood und seine Filmpartnerin Lina Lamont sind das unangefochtene Traumpaar des Stummfilms. Doch während der Dreharbeiten zu ihrem neuen Film erreicht die beiden Schauspieler die schockierende Nachricht vom großen Erfolg des ersten Tonfilms. Kurzerhand bricht Produzent Simpson die Dreharbeiten ab, denn auch in seinen Filmen soll nun gesprochen und gesungen werden. Für Don Lockwood und seinen Freund, den Musiker Cosmo Brown, ist das kein Problem, doch Linas schrille Stimme treibt alle zur Verzweiflung. Als der Film zu platzen droht, kommt die zündende Idee: Die charmante aber bisher erfolglose Schauspielerin Kathy Selden soll Lina Lamont heimlich synchronisieren. Alles läuft gut – bis das begeisterte Publikum Lina Lamont live hören will …

Cast am 14.02.2015

Gábor Káli: Musikalische Leitung

Gaines Hall: Don Lockwood

Sophie Berner: Lina Lamont

Filipina Henoch: Kathy Selden

Robin Poell: Cosmo Brown

Richard Kindley: R. F. Simpson, Produzent

Andreas Christ: Roscoe Dexter

Fredrik Andersson: Tenor (Beautiful Girl)

Angelika Straube: Dora Bailey

Robert Johansson: Mr. Dinsmore, Sprecherzieher

Marion Zollinger: Zelda

Fredrik Andersson: Ziegfeldtänzer

Jurriaan Bles: Ziegfeldtänzer

Cedric Bradley: Ziegfeldtänzer

Luke Giacomin: Ziegfeldtänzer

Robert Johansson: Ziegfeldtänzer

Jurriaan Bles: Clyde

Patrick Moldavskiy: Der junge Don

Arthur Usenko: Der junge Cosmo

Timothy Hamel: Ein Polizist

Tobias Link: 1. Regieassistent

Dariusz Siedlik: Rod

Gina Marie Hudson: Valentine-Girls

Nicky Milford: Valentine-Girls

Sabrina Stein: Valentine-Girls

Samantha Turton: Valentine-Girls

Marion Zollinger: Valentine-Girls

Staatsphilharmonie Nürnberg

Chor des Staatstheater Nürnberg
Quelle: Christine Daaé

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