Rezension „Der Glöckner von Notre Dame“ – Halle: Mal was Neues

Zum Ende der Spielsaison 2012/2013 haben sich die Bühnen Halle etwas Besonderes einfallen lassen. Victor Hugos bekanntes Werk ”Der Glöckner von Notre Dame”, aber nicht als Schaupiel, auch nicht als Musical, sondern als ein opulentes Theaterspektakel. Die große Schauspielinszenierung wird ergänzt und erweitert durch die Sänger des Opernensembles. Durch dessen lateinische Messgesänge wird das Ambiente spätmittelalterlicher Geistlichkeit erlebbar gemacht.

Die Darsteller, das Ensemble und die Staatskapelle Halle harmonierten wunderbar miteinander und hinterließen dem Publikum einen wahrlich unvergeßlichen Abend. Nicht nur die darstellerische Leistung war herausragend, auch das Zusammenspiel zwischen Darstellern, dem Chorensemble und der Staatskapelle war beeindruckend. Man erkennt sehr schnell, daß dort wahre Profis auf und hinter der Bühne am Werk sind.

Creativteam:

Inszenierung: Matthias Brenner

Musikalische Leitung: Alexander Suckel

Bühne: Nicolaus-Johannes Heyse (Gast)

Kostüme: Jenny Schall (Gast)

Choreinstudierung: Jens Petereit

Dramaturgie: Susanne Holfter

Dramaturgie: Ralf Meyer

Cast:

Pierre Gringoire (Dichter und Philosoph): Reinhard Straube

Claude Frollo (Erzdekan von Paris): Peer-Uwe Teska

Jean Frollo (Student, dessen Bruder): Björn Christian Kuhn

Quasimodo (Glöckner von Notre Dame): Peter W. Bachmann

Esmeralda (Zigeunerin unbekannter Herkunft): Lena Zipp

Gudule (Einsiedlerin): Barbara Zinn

Phoebus de Châteaupers (Hauptmann der Stadtwache): Alexander Gamnitzer (Gast)

Fleur-de-Lys (Adlige, Verlobte des Phœbus): Melanie Hirsch

Diana (Adlige, Freundin der Fleur-de-Lys): Renate Reichel

Amelotte (Adlige, Freundin der Fleur-de-Lys): Heike Bartsch

Madame Falourdel (Zimmer-Vermieterin): Elke Richter

Ludwig der XI. (König): Stanislaw Brankatschk

Robin Poussepain (Student, Freund des Jean Frollo): André Hinderlich

Louis de Beaumont (Bischof von Paris): Hannelore Schubert

Jacques Charmolue (Anwalt des Königs): Franziska Faust

Robert d’Estouteville (Stadtvogt von Paris): Kristian Giesecke

Clopin Troillefou (König der Bettler und Gauner): Andreas Range

Marie (Frau des Clopin, Meisterdiebin): Konstanze Winkler

Spicali (Bettler, Zigeunerbaron): Karsten Döring

Rousseau (Bettler): Jörg Decker

Michelle (Bettlerin, Diebin): Jacqueline Zierau

Der schwarze Mönch (Folterknecht): Rainer Stoß

Djali (Ziege): Ziegenbock Lars vom Bergzoo Halle

Weitere Mönche, Bettler, Bürger: Chor der Oper Halle: Kaori Sekigawa, Elizabeth King, Peggy Klemm, Peter Zenner, Maik Gruchenberg, Yuriy Svantenko

Staatskapelle Halle

Auch wenn die Titelrolle mehr im Hintergrund auftrat, und sich die Geschichte mehr um das Trio Esmeralda, Phoebus und Claude Frollo spann, tat dies der Inszenierung jedoch keinen Abbruch. Die darstellerischen Leistungen von Peer-Uwe Tesak als herrischer Claude Frollo, Lena Zipp als bezaubernde Esmeralda und Alexander Gamnitzer als prolliger Phoebus waren herausragend. Doch auch die anderen Darsteller brauchen sich nicht zu verstecken. Der Solo-Auftritt von Elke Richter bei der Anhörung suchte seines Gleichen. Das Publikum war begeistert. Auch Hannelore Schubert als kleiner dicker Bischof von Paris bot immer wieder einen Grund zum Lachen. Nicht wenige Leute fühlten sich an Dirk Bach erinnert. Auch Peter W. Bachmann als Quasimodo war, auch wenn man ihn unter der Maske nicht erkannte, überzeugend. Ein Kompliment an die Maskenbildner. Natürlich war auch der einzige tierische Darsteller seiner Rolle gerecht, auch wenn dieser eher improvisierte. Doch er zog das Publikum auf seine Seite.

Die Geschichte war in sich schlüssig und gut erzählt, auch wenn sie, wie jeder weiß, leider traurig endete. Auch das Bühnenbild, die geschwungenen ansteigenden Arkaden, war faszinierend, passend und bot für jede Szene den passenden Hintergrund.

5 vor 12

Leider fiel jedem Zuschauer auf, daß wohl etwas nicht so recht stimmte, und spätestens als Björn Christian Kuhn den abschwellenden Abschlußapplaus unterbrach, wußte man: Es stimmte etwas nicht.

Er sprach darauf an, daß die Gelder für Kultur im Land Sachsen-Anhalt gekürzt werden sollen, und daß dies, wenn es beschlossen werden würde, erhebliche Einbußen für die Bühnen Halle bedeuten würde und wohl das komplette Aus für die Landesbühne Eisleben.

Wer seine Stimme gegen diesen Beschluß erheben möchte, der kann dies hier:www.5v12.org gern tun. Die Künstler des Landes Sachsen-Anhalt werden es Ihnen danken.

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Quelle: Christine Daaé

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