Rezension “Die Fledermaus”, Nürnberg: O je, o je, wie rührt mich dies, o o je, wie rührt mich dies…

19.05.2013 – Nürnberg. Die Fledermaus, die berühmte Operette von John Strauss Sohn, wird aufgeführt. Und man muß leider auch gleich dazusagen, daß diese Aufführung nicht zu einhundert Prozent umjubelt war. Die wenigen Buh-Rufe während des Schlußapplauses galten dem fränkischen Komiker-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau, die sich beide die Rolle des Gerichtsdieners Frosch teilten. Jedoch galt die Kritik nicht deren schauspielerischer Leistung, sondern wohl eher der Tatsache, daß sie den zweiten Akt mit einer Stand-Up-Comedy-Einlage eröffneten, was wohl dem einen oder anderen Operetten-Besucher etwas zu viel und zu lang gewesen sein könnte.

Auch, und das sprachen die beiden Komiker in ihrer Einlage an, war der erste Akt zu lang geraten, wie man auch in der Pause mehrfach hörte. Nun, da man am Ende des zweiten Aktes wußte, warum man da die Pause gesetzt hatte, wo man sie gesetzt hatte, war alles klar. Doch während des Stückes ist es dem unbedarften Zuschauer leider nicht klar gewesen. Auch warteten einige vergeblich auf eines der bekanntesten Stücke aus dieser Operette: die Tritsch-Tratsch-Polka. Dieser Ohrwurm fehlte leider gänzlich.

Jedoch, und das sei noch einmal ganz klar betont und hervorgehoben, war an diesem Abend natürlich nicht alles schlecht. Nein, im Gegenteil, es gab sehr viel Gelächter und man hatte gute Laune, als man den Saal wieder verließ. Die Mutter aller Operetten hatte es wieder einmal geschafft, für einen kurzen Moment die eigenen Sorgen vergessen zu lassen.

Dafür sorgten die begabten Darsteller des Abends:

Kurt Schober: Gabriel von Eisenstein

Sybille Witkowski: Rosalinde

Monika Reinhard: Adele, Kammermädchen

Martin Berner: Dr. Falke, Notar

Oliver Weidinger: Frank, Gefängnisdirektor

Hans Kittelmann: Alfred, Gesangslehrer

Judita Nagyová: Prinz Orlofsky

Timothy Hamel: Dr. Blind, Advokat

Volker Heißmann/Martin Rassau: Frosch, Gerichtsdiener

Eva-Marie Pausch: Ida, Adeles Schwester

Zusammen mit dem Chor, der Statisterie, dem Bewegungsensemble und dem Orchester des Staatstheaters Nürnberg sorgten alle für einen vergnüglichen und unterhaltsamen Abend. Nichts wurde dem Zufall überlassen, alles lief wie am Schnürchen. Wundervoll harmonierte jeder Darsteller mit seinen Kollegen und sorgte für ein Wohlgefühl. Immer wieder mußte man über Kleinigkeiten und kleine Kalauer schmunzeln. Auch das aktuelle Tagesgeschehen, zum Beispiel, die Affäre Höneß, wurde elegant mit eingebaut – natürlich sehr zur Freude des Publikums.

Jeder ging in seiner Rolle auf und es erschien, als wäre jeder für seine Rolle gemacht worden. Mit schauspielerischem und gesanglichem Talent überzeugte ein jeder auf seine unvergleichliche Art.

Jedoch ohne die Leute hinter den Kulissen wäre keine Aufführung möglich. Sie sorgen und sorgten dafür, daß alles reibungslos lief.

Stab:

Musikalische Leitung: Tarmo Vaask

Inszenierung: Waut Koeken

Choreographie: Joshua Monten

Bühne: Yannik Larivée

Kostüme: Susanne Hubrich

Chor: Tarmo Vaask

Dramaturgie: Judith Debbeler

Die Nürnberger Inszenierung ist eine Koproduktion mit der Opéra National du Rhin, Strasbourg.

Weitere Termine:

14.06.2013 20:00 Uhr

17.06.2013 20:00 Uhr

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Quelle: Christine Daaé

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