Rezension “Fahrenheit 451” in Fürth: Ganz schön heiß…

…wurde es am 24.4.2013 im Stadttheater Fürth mit dem Gastspiel des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach und dessen Aufführung von ”Fahrenheit 451”.

Fahrenheit 451 ist die Temperatur, bei der Papier, in diesem Fall Bücherpapier, Feuer fängt. Und genau darum geht es: um brennende Bücher, und um Feuerwehrmänner, die Brände legen, anstatt sie zu löschen. Das Stück spielt in einer Zukuft, deren Zeitpunkt nicht näher bestimmt wird und in der Bücher verboten sind, da sie das freie (und vorallem individuelle) Denken anregen und dies ist in dieser Gesellschaft, in der doch alle gleich sein sollen, undenkbar. Jedoch gibt es auch Leute, die sich dem entgegenstellen, und die es sogar schaffen, einen der Feuerwehrmänner auf ihre Seite zu bekommen, so daß er einsieht, wie mörderisch seine Taten sind – und somit zum Staatsfeind avanciert.

Ein schweres und anspruchsvolles Thema, dessen sich das Ensemble Andreas Armand Aelter, Iris Faber, Ingo Pfeiffer, Susanne Pfeiffer und Georg Schmiechen annimmt. Es regt zum (Nach-)Denken an und der Kopf möchte gar nicht mehr aufhören. Die Gedanken rasen und dementsprechend still verließ man den Theatersaal.

Das Bühnenbild, das aus nicht viel mehr als aus Holzplatten und Kisten bestand, war mal Haus, mal Feuerwehrwache, mal Wald. Das Licht tat sein Übriges für die Stimmungsbilder und so ergab sich zusammen mit den lebenden Screenwalls ein schon fast gruseliges Abbild einer Zukunft, die hoffentlich niemals eintritt.

Die Darstellung auf der Bühne war beeindruckend. Jeder der Darsteller ging in jeder seiner Rollen auf, sodaß man teilweise gar nicht merkte, daß es (nur) 5 Darsteller waren, die insgesamt 19 Rollen spielten.

Darsteller:

Andreas Armand Aelter: Feuerwehrmann Guy Montag

Iris Faber: Clarisse McClellan, Mildred Montag, Feuerwehrmann

Ingo Pfeiffer: Professor Faber, Sanitäter, Feuerwehrmann, Moderator, Büchermensch

Susanne Pfeiffer: Feuerwehrhauptmann Beatty, Moderatorin, Nachbarinnen, Büchermensch

Georg Schmiechen: Buchbesitzer Mr. Hudson, Sanitäter, Feuerwehrmann, Moderator, Büchermensch

Je näher das Ende des Stückes rückte, umso beklemmender wurde die Situation auf der Bühne und im gleichen Maße wurden die Zuschauer immer leiser und gebannter, während es dem Geschehen folgte. Großer und anhaltender Applaus war der Lohn, den die Darsteller für ihre grandiose Leistung erhielten – völlig verdient natürlich.

Es sind nur noch wenige Termine, bei denen dieses begabte Ensemble im Fürther Stadttheater bewundert werden kann. Und diese Termine sollte man wirklich nutzen. Es ist kein seichter-leichter Theaterabend, sondern es regt zum Nachdenken an, und vielleicht auch zu kleinen Veränderungen.

Weitere Termine:

26.04.2013, 19:30 Uhr

27.04.2013, 19:30 Uhr

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Quelle: Christine Daaé

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