Der Käfig voller Narren lädt ein oder: Was wäre, wenn wir unseren zukünftigen Schwiegersohn besuchen würden und seine Mutter wäre ein Mann?

Passend zur närrischen Jahreszeit präsentiert das Landestheater Coburg nicht nur einen Narren, sondern einen ganzen Käfig.Jerry Hermans bekanntes Musical feierte am 9.2.2013 unter der Inszenierung von Holger Hauer seine umjubelte Premiere. Minutenlange Standing Ovations und ein Vorhang, der immer wieder geöffnet werden mußte, zeigte allen Darstellern und Beteiligten, wie begeistert das Coburger Publikum war.

Die Geschichte des Musicals ist kurz erzählt: Im Grunde geht es um einen Sohn, der sich für seine Mutter schämt, und diese beim Antrittsbesuch der Schwiegereltern in spe nicht dabeihaben möchte. Jedoch ist seine Mutter keine normale Frau, sondern ein Mann, noch dazu ein Transvestit,der mit dem Vater des Jungen zusammenlebt und den Jungen quasi großgezogen hat. Der Vater ist aber kein Transvestit, sondern, nach eigener Aussage, ein gewöhnlicher Homosexueller. Jedoch weiß sich die Mutter zu wehren und am Ende müssen die stocksteifen Schwiegereltern in Travestiekleidung durch den Nachtclub der Familie entkommen, sehr zur Freude des Publikums.

Das Musical ruht auf einem Charakter, nämlich dem der ”Mutter” Albin und deren Lied ”Ich bin, was ich bin”. Als nämlich Albin erfährt, daß ihr Sohn sie nicht dabeihaben möchte, singt sie voller Inbrunst und Trauer dieses Lied. Wie der Intendant später bei der Premierenfeier sagte, fällt dieses Stück, fällt die ganze Show. Aber das Stück fiel nicht. Es zerriß einem das Herz, so ergreifend sang Niklaus Scheibli in seiner Rolle das wohl bekannteste Lied dieses Musicals. Schon beim Pausenapplaus wurde nicht gegeizt.

Für jede der Rollen hatte das Landestheater eine passende Besetzung gefunden, jeder ging in seiner Rolle auf und spielte und sang mit Bravur. Und dies wußte das Publikum zu schätzen.

Darsteller:

Georges: Stephan Mertl

Albin: Niklaus Scheibli

Francis: Boris Stark

Jacob: Stephan Ignaz

Jean-Michel: Benedikt Ivo

Anne: Jana Kristina Lobreyer

Edouard Dindon: Helmut Jakobi

Marie Dindon: Kerstin Hänel

Jaqueline: Kerstin Kluge

Mercedes: Marcelo Marinho

Phädra: Jörn Ortmann

Hanna von Hamburg: Sven Niemeyer

Chantal: Marcus G. Kulp

Unterstützt und ergänzt wurden sie vom Chor des Landestheaters, dem Ballett Coburg, der Statisterie und dem Philharmonischen Orchester. Sie alle harmonierten wunderbar, vom ersten Takt, bis zur letzten Note.

Creativteam:

Musikalische Leitung: Roland Fister

Inszenierung: Holger Hauer

Bühnenbild: Thomas Gabriel

Kostüme: Sven Bindseil

Choreographie: Mark McClain

Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio

Dramaturgie: Susanne von Tobien

Dies ist ein Stück, besonders in dieser Inszenierung, welches man sich immer wieder ansehen möchte, egal ob Mann oder Frau oder irgendetwas dazwischen. Das Stück berührt und bewegt, es bringt zum Lachen und zum Weinen und zeigt uns auf wunderschöne Weise: ”Ich bin, was ich bin, und was ich bin, ist ungewöhnlich”. Diesen Satz sollte man sich zu Herzen nehmen und darüber nachdenken, denn er hat eine sehr tiefe Bedeutung.

Für alle, die auch in den Käfig voller Narren eintauchen möchten, sind hier die weiteren Termine:

Freitag, 15.02.2013 – 19:30

Donnerstag, 21.02.2013 – 19:30

Freitag, 22.02.2013 – 19:30

Sonntag, 24.02.2013 – 15:00

Mittwoch, 27.02.2013 – 19:30

Sonntag, 03.03.2013 – 19:30

Mittwoch, 06.03.2013 – 19:30

Donnerstag, 07.03.2013 – 19:30

Samstag, 09.03.2013 – 19:30

Samstag, 16.03.2013 – 19:30

Montag, 01.04.2013 – 19:30

Freitag, 10.05.2013 – 19:30

Montag, 20.05.2013 – 19:30

10/5
Quelle: Christine Daaé

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