Das Phantom der Oper rockte das Haus

Seit Jahren geistert das berühmteste Phantom aller Zeiten immer wieder durch die Musikgeschichte. Ob als Tournee oder feste Produktion, ob als Sequel oder als Prequel, ob als Oper, Musical oder Theaterstück, ob als Amateurproduktion oder mit Staraufgebot, seit seinem ersten Erscheinen 1909 in einer französischen Zeitung ist das Phantom der Oper niemals wieder so richtig verschwunden.

Es ist ein Stoff zum Träumen, zum Mitleiden und Mitweinen, zum Hassen und Lieben, zum Verzweifeln und Mitfiebern. Nun hat sich das Produzententeam Gerd Köthe und Roland Heck dieses Stoffes angenommen und sich zusammen mit Deborah Sasson an die Neuinszenierung des 2006 uraufgeführten Musicals von Sahlia Raschen und Ulrich Gerhartz gemacht. Herausgekommen ist eine rockige neue Version, die durch Deborah Sasson als Christine Daaé und Axel Olzinger als Phantom Erik besticht.

Beide spielten diese Rollen schon unter der Leitung vom Team Raschen/Gerhartz und (wir berichteten) entführten das Publikum schon damals (2006 und 2007) in eine völlig andere, nicht von Andrew Lloyd Webber geprägte Version der altbekannten Geschichte um das entstellte Phantom Erik und seiner verzweifelten Liebe zu Christine Daaé.

In der neuen Version erklingen neue Lieder, die originalen Opernarien (”O mio babbino caro”, ”Libiamo”, ”Habanera” und eine Arie aus ”Faust”) wurden beibehalten, um den opernhaften Charakter der Inszenierung zu unterstreichen. Das einzige Lied aus der Originalproduktion ist ”Sing mit mir” – ein wunderschönes Duett zwischen dem Phantom und Christine.

Deborah Sasson selbst hat sich sehr in dieses Musical eingebracht und wirkte im Kreativteam in Sachen Musik, Buch und künstlerischer Koordination mit. Schon zu Beginn des Musicals wurde darauf hingewiesen, daß dieses Musical nichts mit dem von Andrew Lloyd Webber zu tun hat.

Castliste:

Christine Daaé – Deborah Sasson

Das Phantom/Erik – Axel Olzinger

Raoul Comte de Chagny – Jochen Sautter

Perser/Adel – Guido Weber

La Carlotta – Janette Giese

Operndirektor Moncharmin – Nils Schwarzenberg

Operndirektor Richard – Stefan Schael

Madame Sorelli – Andrea Bertram

Giry – Sophia Schönert

Jammes – Joanna Sperska

Denise – Anna Ciolek

Kommissar/Ensemble – Tadeusz Kopec

Assistent/Ensemble – Nadja Weise

Bühnenarbeiter/Ensemble – Viktor Napholcz

Doch leider kann auch die hochkarätig besetzte Castliste der ”100 Jahre Phantom der Oper” Jubiläumsproduktion nicht über einige Mängel hinwegtäuschen. Leider schaffte es die Produktion nicht zu 100%, über die Bühne hinaus zu wirken. Das Publikum entließ die Darsteller nach nur kurzen Standing Ovations wieder in die Nacht, mancher Witz blieb unverstanden, da half auch der oberschwule Richard nichts, auch wenn er für einige Lacher sorgte.

Positiv zu bemerken ist jedoch,daß das Bühnenbild einen enormen Schritt nach vorne gemacht hat, im Gegensatz zur ersten Version. Es ist nun flexibler einsetzbar und ausdrucksstärker. Durch die eingeblendeten Bilder von der Opera Garnier und den Katakomben fühlte man sich wie mitten im Geschehen.

Das Publikum war hin- und hergerissen, aber irgendwie wollte der Funke nicht so recht überspringen. ”Ja mei, a Gaudi wars, und a scheene Stimme hat se”, so einige der Kommentare der Zuschauer in Nürnberg über Deborah Sasson nach der Aufführung. Seltsamerweise sprach jedoch niemand von den anderen Darstellern.

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Quelle: Christine Daaé

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0 Comments

  1. Dewi

    Phantom der Oper 1.1.12 mit “Starbesetzung” Deborah Sasson

    Voller Erwartung sitzt man in diesem wunderschönen Saal und das war’s auch schon.

    Denn mein Herz pochte voller Vorfreude, die große Fr. Deborah Sasson zu hören, aber leider wurde ich sehr enttäuscht. Nach den ersten Takten von Fr. Sasson fühlte ich mich versetzt in ein drittklassiges Etablissement und nicht in die Meistersingerhalle, ihr Auftritt war ein katastrophales Fiasko und es hatte mit Gesang nichts zu tun. Die Krönung jener Person war, dass ich mir zum Schluss ihr grausiges Ständchen mit anhören musste ,was meine Lust an Theater gänzlich vermies. Eine Sängerin die mir auffiel, sie sang eine Nebenrolle, holte mich glücklicherweise in die Wirklichkeit zurück. Was doch beweist, dass es sehr viele gute Sängerinnen gibt.

    Jetzt stelle ich mir doch eine Frage.
    WARUM tut sich die Meistersingerhalle das an, so in Misskredit zu fallen?

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