Die stimmgewaltigen Bräute Christi sagen “Tschüß”

Sense für Non(n)sense: Hanau nimmt nach 15 Jahren Abschied von den fidelen “Pinguinen”

Damit geht eine erstaunliche Erfolgsgeschichte zu Ende. Die hatte im September 1995 im hiesigen Culture Club, der damals noch JoCulture Club hieß, begonnen. Unter der Regie von Benjamin Baumann, der Dan Goggins Texte für diese Produktion auch ins Deutsche übersetzte, brachte das hiesige Musical Theater Ensemble die himmlische Off-Broadway-Komödie “Nunsense” auf die kleine Clubbühne.

Niemand der Beteiligten ahnte damals, dass die fidelen Bräute Christi einen solch langen Atem entwickeln würden. Erst eineinhalb Jahrzehnte und 550 Aufführungen später sollten sie ihr Pulver und ihre Gags verschossen haben. 120.000 Besucher haben die Show in Hanau und im Rahmen diverser Auswärtsgastspiele erlebt – und ließen sich anstecken von dem Schwung und der guten Laune der Akteure. Es ist ein irrwitziger, in eine makabre Rahmenhandlung eingebetteter Spaß, der als augenzwinkernde Satire auf Klosterleben, Katholizismus und Showbusiness wunderbar unterhält, aber nie geschmacklos wirkt(e).

Und darum geht es: Um das nötige Kleingeld für ein würdevolles Begräbnis von vier Nonnen zu sammeln, sehen sich Mutter Oberin und vier vielseitig begabte Mitschwestern genötigt, ihre (doch ganz beachtlichen) Show-Talente unter Beweis stellen. Das Ergebnis: Eine hinreißende Revue mit tollen Songs und viel Humor.

“Nunsense” wurde 1985 am New Yorker Off-Broadway uraufgeführt, erhielt mehrere Preise und wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Weltweit gab es seither über 5000 verschiedene Produktionen dieses Stücks. Auch in Deutschland konnte und kann man zahlreiche unterschiedliche Inszenierungen erleben. Hinzu kommen Fortsetzungen, die u.a. mit “Golden Girls”-Star Rue MacClanahan als Mutter Oberin fürs Fernsehen produziert wurden.

Noch drei Vorstellungen stehen im Hanauer Cultur Club an, dann haben die “Pinguine” ihren Auftrag erfüllt. Die aktuelle Hanauer Besetzung: Mutter Oberin (Britta Hoffmann), Schwester Hubert (Stefanie Rummel), Schwester Amnesia (Christiane Schneidt), Schwester Robert Anne (Hella Boysen) und Schwester Leo (Sigrun Eckardt/Anita Vidovic).

Am 24. und 25. Oktober geht es in die Endrunde. Die Derniere steht dann am Montag, den 27. Dezember ins Haus. Karten können u.a. unter www.frankfurt-ticket.de geordert werden.
Quelle: Jürgen Heimann

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