Schach, aber nicht matt

„Chess“ im Stadttheater Fürth, 30. April

Zusammen mit dem Ensemble des Musicaltheaters Gdynia haben die Hauptdarsteller der Produktion das Theater für rund zwei Stunden in ein Spielfeld um Politik, Intrigen aber auch um Liebe verwandelt, auf dem es abwechselnd hitzige Debatten geführt oder mit Leidenschaft auf einander zugegangen wurde.

Inhalt

”Auf einem Schachbrett treffen die Figuren aufeinander. Weiß gegen schwarz. Ost gegen West. Ein Spiel – in dem die Menschen die Schachfiguren sind … Zwei Schachchampions, der eine ein arroganter, exzentrischer Amerikaner, der andere der russische Schachweltmeister, stehen im Zentrum des Geschehens. Die Assistentin und Freundin des Amerikaners verliebt sich in den Russen, der sich ihr zuliebe nach England absetzt. Die faszinierende Welt des Schachspiels wird zu einer Metapher für den Konflikt zwischen Ost und West und für die Liebe eines Mannes und einer Frau, die versuchen, sich im Kräftespiel der Mächtigen zu behaupten.” (aus der Pressemeldung des Stadttheaters Fürth)

Mit “Chess” ist allen Kulturinteressierten und Musikinteressierten gedient: ABBA-Fans, Musicalfans, oder jenen, die einfach “nur” das Genre der Popmusik mögen. Der Stil der Musik nicht nicht typisch Musical aber auch nicht nur eine lose aneinanderreihung von bekannten Songs zu einem Musical-Medley, sondern die Songs wurden von den beiden ABBA-Mitgliedern Benny Andersson und Björn Ulvaeus eigens für das Stück komponiert, erzählen also die Geschichte, die es bei einem typischen Musical der Fall sein sollte. Die Texte stammen aus der Feder von Tim Rice. Die wohl bekanntesten Songs aus “Chess” dürften “One Night in Bangkok” und “I Know Him So Well” sein.

Im aussagekräftigen aber nicht überladenen Bühnenbild agierten die Figuren, ließen das Publikum mitfiebern oder aufatmen. Großen Beifall erhielt die Darstellerin der Florence schon während der Vorstellung, doch auch ihre Gesangspartner wurden mit reichlich Applaus belohnt. Schon früh war abzusehen, daß die Inszenierung beim Fürther Publikum gut ankommt und mit Sicherheit für positiven Gesprächsstoff sorgen wird.

Ein kleiner Wermutstropfen mögen für den Einen oder Anderen die englischen Liedtexte gewesen sein, die zuweilen das Verständnis der Handlung etwas erschwerten, den Gesamteindruck an sich aber dennoch nicht allzu sehr trübten, denn gedankt wurde dem Ensemble durch anhaltenden Applaus – verdientermaßen. Dem Publikum hat es gefallen und das Foyer des Stadttheaters hallte wider von gesummten, gepfiffenen oder gesungenen Hymnen.

Es ist doch immer wieder schön, eine gelungene Inszenierung zu sehen, gerade auch von weniger bekannten – aber dafür nicht weniger schönen – Stücken, die außerhalb der großen Theaterhäuser gespielt werden.

Darsteller

Florence Vassy: Marion Musiol, Ico Benayga

Frederick Trumper: Jerzy Michalski, Thorsten Hennig

Anatoly Sergievsky: Karim Khawatmi

Walter de Courcey: Krzysztof Stasierowksi, Thorsten Hennig

Alexander Molokov: Lukasz Dziedzic

Schiedsrichter: Thorsten Hennig, Andrzej Lichosyt

Svetlana Sergievskaya: Karolina Trebacz

Ballett, Chor, Orchester: Musicaltheater Gdynia

Leider liegt der Redaktion keine Abendbesetzung vor.

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Quelle: Alexander Brock

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