Endstation… Sehnsucht

Rezension zur Galapremiere von “A streetcar named desire” am 5.9.09 im English Theatre Frankfurt

Mit diesem Meisterstück von Tennessee Williams startete das English Theatre in Frankfurt in seine 30. (!) Spielsaison. Viele geladene Gäste waren zugegen, unter anderem Sir Michael Arthur, Botschafter der Britischen Botschaft aus Berlin oder Prof. Dr. Felix Semmelroth (Kulturdezernat Frankfurt). Nach ein paar einleitenden Worten des Intendanten Daniel Nicolai und weiterer hochkarätiger Redner verwandelte sich die Bühne des English Theatres in die Wohnung der Kowalskis in Faubourg Marigny in New Orleans.

Auch in der 30. Spielzeit besticht das English Theatre mit einer gekonnten Auswahl seiner Darsteller und Stücke. In gewohnter Qualität wird das Publikum unterhalten und die Zeit vergeht wie im Fluge, so auch bei der Premiere von ”A streetcar named desire”. Eben noch schaute man gebannt auf die Bühne und im nächsten Moment spendete man dem Cast den verdienten Applaus. Erst nach minutenlangem Applaus, den selbst das Saallicht nicht unterbrechen konnte, entließ man die Darsteller von der Bühne, um sich später mit ihnen noch bei der Premierenparty unterhalten zu können.

Das Bühnenbild, also die Wohnung der Kowalskis, während den Proben noch aus Teilen der James Bar bestehend, welche im Zuge der Neugestaltung des English Theatres ebenso einen neuen – silbernen – Anstrich bekommt, bestach durch seine Vielfalt ohne dabei überladen zu wirken. In diesem eindrucksvollen Bühnenbild von Neil Prince agierten die Darsteller, die teilweise aus den USA gecastet wurden.

Neben Tamara Scott, die die Rolle der Blache DuBois eindrucksvoll und gleichzeitig so verletzlich spielte, gab Michael Aronov als grobschlächtiger Stanley Kowalski alles, sogar sein Hemd, um dem Publikum den Naturburschen Stanley zu zeigen. Seine Frau Stella, der bezaubernde kleine Stern wurde gespielt von Sarah Dandridge.

Jeder der Darsteller, egal ob seine Rolle nun eine große oder eine kleine war, gab alles, um aus dieser Premiere eine wirkliche Galapremiere zu machen. Neben den oben erwähnten Darstellern spielte Chris Hietikko die Rolle des Mitch (Stanleys Freund und Blanches Verehrer), Donna Davis war Eunice Hubbel (die besorgte Nachbarin), Mike Minart war Steve Hubbel (Eunices Mann), Phillip Louis war der Doktor und Bernadette Ströder unter anderem seine Assistentin, der junge Postbote wurde von Ludvig Siander gespielt und Umberto de Bernardo war Pablo. Die Umbaupausen wurden gekonnt getarnt von Guy Gretschel, der mit seinem Saxophon die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich lenkte.

Das English Theatre verspricht mit dieser gelungenen Galapremiere eine hochkarätige und beeindruckende 30. Spielzeit und man kann sicher sein, daß dieses Versprechen eingehalten werden wird, unter anderem mit ”The full monty” (Ganz oder gar nicht), ”An ideal husband” (Ein idealer Gatte), ”The fox” (Der Fuchs), ”Brave new world” (Schöne neue Welt) und ”The fame game”.

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Quelle: Christine Daaé

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