Der Rabe ist gelandet

Rezension zur Uraufführung des Musicals “Edgar Allan Poe” am 27.08.09 in Halle

Und so begleitete ein übergroßer Rabe auch das Musical und symbolisierte des Tod des Meisters, doch ließ das Tier seinen Schöpfer am Ende wieder frei, um ihn unsterblich zu machen. Was sein Widersacher Reverend Rufus Griswold (Gerd Vogel) krampfhaft zu vernichten suchte, nämlich Poes Werke, das lebt nun in diesem Musical von Eric Woolfson weiter. Werke wie (natürlich) “Der Rabe”, “Anabell Lee” oder “Morde in der Rue Morgue”.

Hymnen und rockige Lieder sind charakteristisch für dieses Musical. In einigen Liedern erkennt man sehr genau die musikalische Handschrift des Schöpfers wieder. Während die Hymnen Poes Leben erzählen, spiegeln die rockigen Lieder seine düsteren Werke und seine Sinnlichkeit wider. So trägt die Melodie und die Stimme Björn Christian Kuhns (Edgar Allan Poe) die Zuschauer durch alle Höhen und Tiefen des Lebens des Meisters. Einige Vorkenntnisse sind jedoch erforderlich, wenn man dieses Musical verstehen und somit richtig genießen möchte. Man sollte mit Edgar Allan Poes Leben vertraut sein, auch mit seinen Werken und den Symbolen darin. Sonst könnte man Gefahr laufen, so manches nicht oder falsch zu verstehen.

Edgar Allan Poe wurde von zwei Darstellern gespielt, zu einen Björn Christian Kuhn, der ihn in seinem 30er – 40er Jahren spielte und ihm sehr ähnlich sah, und zum anderen von Sebastian Byzda, der den jungen Poe Anfang 20 spielte. Die beiden Frauen an seiner Seite, zum einen Virginia Clemm und zum anderen Elmira Royster, später Elmira Royster Shelton wurden von Evita Komp, bzw. Susan Krecik, später Maryam El-Ghussein gespielt. Joana-Maria Rufer war seine bezaubernde Mutter Elizabeth Poe. Gerd Vogel und Emanuele Peters waren seine Widersacher Reverend Rufus Griswold und dessen Gehilfe Reynolds. Zuguterletzt sah man ein bekanntes Gesicht auf der Bühne: Andreas Mannkopff, der schon mit Otto Walkes und Klaus Kinski Filme drehte.

Ihnen allen, natürlich auch dem Ensemble, dem Chor und dem Orchester, die allesamt frenetisch beim Abschlußapplaus gefeiert wurden, sei hiermit Dank gesagt für eine wundervolle und gelungene Vorstellung, die unvergesslich bleiben wird.

Unter der musikalischen Leitung von Volker M. Plang und Michael Stolle erwachte an diesem Abend ein neues Musical zum Leben, welches so düster und sinnlich wie Poe selbst ist. Jedoch ob nun das Musical um Edgar Allan Poes Leben, wie der Meister selbst, unsterblich wird, das wird die Zeit zeigen. Fakt ist jedoch, dieses Stück ist eine Hommage an den Meister der schwarzen Romantik, gelungen, düster und beeindruckend, wie Poes Werke.

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Quelle: Christine Daaé

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