Ein ganzes Jahrzehnt, verpackt in Tanz

Wenn man an 1968 denkt, woran denkt man da? Richtig, an die Hippies, an Flowerpower, an Peace, Love and Harmony, an Jimi Hendrix und Martin Luther King, doch an Ballett? Wohl eher nicht. Und genau das macht dieses Stück aus. Man kann es sich nicht vorstellen, doch wenn man es sieht, und die Musik dazu hört, dann wird es klar.

Unter der Choreografie von Katharina Torwesten und der Dramaturgie von Kathrin Liebhäuser gelang den Darstellern Alma Edelstein-Feinsilber, Griffin, Monika Tahal, Niko Ilias König, Yuta Hamaguchi, Eriko Ampuku, Predrag Jovicic, Denise Ruddock, Chih-Lin Chan, Tanja Probst, Po-Sheng Yeh, Andreas Torwesten, sowie dem Jugendclub und der Statisterie des Landestheaters Coburg ein gelungener Spagat zwischen Theater und Ballett. Verantwortlich für die Ausstattung war Frank Lichtenberg.

Die Musik, zu der sich die Darsteller gekonnt auf der Bühne bewegten, war ein typischer Vertreter dieser Zeit. So gab es zum Beispiel den bereits oben erwähnte Jimi Hendrix, aber auch die Beatles mit “Children of Revolution” oder “Yesterday”, sowie zum Beispiel James Brown,Janis Joplin oder auch Santana.

Schon in der Pause konnte man den aufgeregten Unterhaltungen der Zuschauer lauschen, die allesamt einheitlich einer Meinung waren: Mehr davon! Auch nach dem langen Abschlußapplaus, der die Darsteller immer wieder auf die Bühne rief, hörte man nur Gutes von allen Seiten.

Begrüßt wurde man schon vor der Vorstellung von den Darstellern ganz im Hippiestil und es gab kostenlose Umarmungen. Singend zogen sie durch das Theaterhaus und stellten die berühmte “Bed-in”-Szene von John Lennon und Yoko-Ona nach. So konnte man sich vor der Vorstellung und auch in der Pause wie in den 68ern fühlen.

“40 Jahre 68er” erzählt von den Ereignissen um das Jahr 1968, dargestellt am einem Beispiel, wo der Sohn (Griffin) gegen seinen Vater rebelliert, dann bei einer Revolte dabei ist, sich später verliebt, zusammen mit seiner Clique im Haschischrausch die wildesten Sachen erlebt und sich dann wieder aufrappelt und ein geregeltes Leben beginnt, gegen das dann sein eigener Sohn rebelliert. – Eine ewigwährende Geschichte.

Doch leider war dies die letzte Vorstellung von “40 Jahre 68er” am Landestheater Coburg. Doch ein Ausblick auf das folgende Tanzprogramm kann und soll freudige Erwartungen wecken, denn immerhin ist dieses Ensemble wirklich sehenswert: “Carmina Burana” steht als nächstes auf dem Spielplan, Premiere ist am 28. Februar. Dann gibt es im Frühjahr noch ein Stück in der Reithalle (Studiobühne) mit dem Titel “Junge Choreografen”, wo die Tänzer eigene kleine Choreografien zeigen werden. Premiere ist am 3. Mai 2009.

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Quelle: Christine Daaé

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