Spannung bis zum letzten Flackern

Es gibt Kriminalstücke, da bleibt einem der Mund offen stehen und man kann nicht anders, als nervös sein Taschentuch zu kneten. So erging es unserer Redaktion am 27.09.2008 Im Frankfurter English Theatre bei der Aufführung von “Gaslight”, jedoch waren sie nicht die Einzigen.

Gaslight gehört zu den meistgespielten Theaterstücken am Broadway und wurde mehrfach verfilmt, zum ersten Mal 1940, doch die bekannteste Version ist die von 1944 von George Cukor. In dem für sieben Oscars nominierten Film glänzen Ingrid Bergman, Charles Boyer und Joseph Cotten. Es handelt von einer Ehe, in der der Mann versucht, seine Frau, deren Mutter an Wahnsinn verstorben ist, in den Wahnsinn zu treiben. Immer wieder verschwinden Bilder oder Gegenstände, eine Rechnung ist verschwunden und wenn die Ehefrau sie bis zum Abend nicht findet, dann drohen ihr Konsequenzen…. – doch sie findet am Abend etwas ganz anderes, nämlich die Wahrheit, über ihren Mann, ihre Ehe, eigentlich über ihr Leben. Doch wollen wir nicht zuviel verraten…

Ein brillanter Cast, mit gut verständlichem Englisch, egal in welchem Akzent, agierte auf der Bühne des English Theatres so gekonnt, daß man Raum und Zeit um sich herum vergaß und einfach nur noch eintauchte in das Stück und nicht mehr loslassen wollte, so gebannt war man davon. Das Bühnenbild von Terence Parsons war einfach und genial zu gleichen Teilen – um nicht zu sagen, einfach genial. Man sah immer in das Wohnzimmer der Manninghams, mit den schweren Möbeln, den dunkelroten Tapeten, dem Schreibtisch. Genau so stellt man sich doch ein viktorianisches Wohnzimmer vor. Nichts mußte umgebaut oder verändert werden.

Caitlin Shannon stellte Mrs Manningham dar, die Frau, die von ihrem Mann in den Wahnsinn getrieben werden sollte. Oh wie sehr wünschte man sich, der armen Frau zu helfen, so verzweifelt, wie sie auf der Bühne aussah. Robin Kermode als Mr Manninham war ihr Widersacher und schon vom ersten Moment an, als man ihn auf der Bühne sah, hatte man ein ungutes Gefühl. Sarah Simpkins spielte Elisabeth, die Bedienstete, den guten Engel des Hauses, der sich mit sanfter Stimme um das Wohl der Herrin bemühte und im gleichen Atemzug so herrlich sarkastisch ihrem Herren gegenüber sein konnte. Mia Austin gab die zweite Angestellte Nancy, die ihre Herrin verabscheute und auch keinen Hehl daraus machte, wie sehr sie an ihrem Herren interessiert war. Roger Forbes, zuguterletzt, spielte den rettenden Engel Rough, der, seinem Namen nach, ein rauer Kerl war, aber das Herz am rechten Fleck hatte und Mrs Manningham die Augen über ihren Mann öffnete. Inszeniert wurde Gaslight von Tim Hardy, dem schon mit “A Picasso” ein Meisterstück im English Theatre gelang (wir berichteten darüber).

Schon in der Pause konnte man die Leute begeistert darüber philosophieren hören, wie es denn weitergehen würde und niemand wurde enttäuscht, denn der zweite Akt ging genauso spannend und -leider- schnell vorüber, wie der erste. Wie wir schon in unserem Liveblog feststellten, erfüllte das English Theatre wieder einmal unsere Erwartungen und übertraf sie dabei sogar noch. Das English Theatre ist immer eine Reise wert, man wird bestimmt nicht enttäuscht!

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Quelle: Christine Daaé

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