Miss Undercover on Broadway, Ein Agentenmusical, Haus der Begegnung Rudolfsheim

Aufgrund des letztjährigen Erfolgs von ”Im Labyrinth der Zeit” und natürlich auch, um ihr Können unter Beweis zu stellen, gab es an vier Tagen (21.-24.5.) insgesamt fünf Shows mit dem Titel ”Miss Undercover on Broadway” der Sophistikids im Haus der Begegnung im 15. Bezirk zu sehen.

Die Sophistikids Company ist ein gemeinnütziger Verein, der junge Menschen bei der Förderung ihrer Talente in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel unterstützt. Professionelle Musicaldarsteller, allen voran Ramesh Nair (künstlerische Leitung), aber auch Jacqueline Braun, Lorna Dawson oder Nina Tatzber bringen den Kids Wissenswertes über die drei erwähnten Bereiche bei und studieren pro Jahr eine große Show mit ihnen ein. Weiters nimmt die Gruppe an den jährlichen Meisterschaften im Musical-/Showdance teil. 2008 wurden sie 2-fache österreichische Meister sowie 5-fache Europameister in den Kategorien Open, Musical, Song and Dance und Production Number. Die Gruppe vereint das Ausüben sportlicher Tätigkeiten, das Treffen von Freunden und ermöglicht den Kindern somit eine sinnvolle Beschäftigung neben der Schule. Und wer weiß, vielleicht wird es für einige der zukünftige Beruf. Talent ist sicher genug vorhanden. Dass sich auch Schauspieler und Sänger für die Sophistikids interessieren, beweist die Tatsache, dass u.a. folgende Personen in der besuchten Vorstellung waren: Carole Alston, Rainer Spechtl, Lynsey Thurgar, Thomas Huber, Katharina Strohmayer. Ramesh Nair ist der Mann hinter dem Projekt, der nicht nur Vorstandsvorsitzender des Vereins ist, sondern auch zusätzlich noch viele Aufgaben gleichzeitig übernommen hat wie z.B. künstlerischer Leiter, Verantwortlicher für Buch und zum Teil auch Choreographie.

Die Grundidee zu dem Stück ”Miss Undercover on Broadway” kam Nair im Oktober 2007 und basiert auf dem Film ”Miss Undercover” mit Sandra Bullock. Als musikalische Vorlage wählte er die Lieder des relativ unbekannten Musicals ”Seussical”. Kinobesuchern bekannt unter dem Titel ”Horton hört ein Hu”. Die Dialogproben starteten bereits im Februar, obwohl noch nicht das ganze Stück fertig war. Bis zu den Osterferien wurde noch herumgefeilt, bis schlussendlich das Ergebnis zufriedenstellend war. Nair hatte auch die Verteilung der Rollen unter den Kindern und Jugendlichen übernommen und auch damit ein gutes Händchen bewiesen.

Zur Geschichte: Im Palladium Theater, das Robert Proprietaire (der erst 14jährige Thomas Höfner brilliert hier mit einem absolut überzeugenden französischen Akzent) leitet, werden immer wieder die Premieren sabotiert, da Anschläge auf die Solistinnen verübt werden. Das FBI (Marcus Richter agiert als tonangebender General Schmitz, bei dem es ”im Gleichschritt Marsch” heißt) wird eingeschaltet und eine List ersonnen, um dem Attentäter auf die Schliche zu kommen. Gracie Hart (Franziska Fröhlich als etwas tollpatschige Agentin, die schwierige Situationen noch schwieriger werden lässt) und ihre Kollegin Sam Fuller (Jasmin Shahali als coole Frau für die harten Fälle mit weichem Kern) werden undercover in das Theater eingeschleust. Sie bekommen Bruce Nardell zur Seite gestellt, der ihnen im Schnellverfahren tanzen, singen und eigentlich alles, was man für die Bühne so braucht beibringen soll. (Trotz eines kleinen Buchstabenverdrehers im Nachnamen wusste man, dass mit diesem Charakter ein kleiner Seitenhieb auf ”Germany’s next topmodel” gemacht wurde. Es wurde aber nicht die Person nachgeahmt, sonder ein komplett eigenständiger Charakter entwickelt, der von Michael Höfner dargestellt für viele Lacher sorgte). Natürlich gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, die zwischen Robert und Mathilda, seiner Assistentin (entzückend gespielt von Sophie Jäger) abläuft und letztendlich zu einem guten Ende kommt. Als große Intrigantin, wie sich aber erst am Schluss herausstellt agiert, Klatschreporterin Mayzie Laverne (herrlich nervig in dieser Rolle Astrid Nowak), die sich aufgrund ihres großen Geltungsbedürfnisses zur Attentäterin entwickelt hatte.

Somit ist auch Greg (Stefan Mosonyi als schüchterner Möchtegernfrauenheld), der als Täter verdächtigt wurde, entlastet und entdeckt sogar, dass Gracie Hart seine Schwester ist, von der er als Kind getrennt wurde.

Täterin entlarvt, Geschwister vereint, Theater gerettet, Lovestory mit Happy End – alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Bis zum Schluss gab es aber noch jede Menge Chaos und Verwirrspiele und vor allem jede Menge Songs, fetzige Tanzszenen und witzige Dialoge. Um alle knapp 30 Mitwirkenden aufzuzählen, fehlt leider der nötige Platz, jedes der Sophistikids hatte aber seinen Platz in der Produktion gefunden, ihn mit Herz, Seele und viel Können ausgefüllt. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Ramesh Nair bereits das Konzept für eine nächste Show im Kopf vorschwebt und sich sogar das Fernsehen für sein Projekt zu interessieren beginnt.

Wer mehr über die Sophistikids erfahren möchte, dem sei an dieser Stelle die Internetseite www.rameshnair.net/sophistikids empfohlen.
Quelle: Andrea Martin

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