Andrew Lloyd Webber Gala, Stadttheater Baden

Am 28. März stand, fast genau auf den 60. Geburtstag (22.3.) von Sir Andrew Lloyd Webber, eine Gala ganz im Zeichen des großen Musicalkomponisten im Stadttheater Baden auf dem Programm. Das Badener Städtische Orchester, unter der musikalischen Leitung von Franz Josef Breznik durfte in all seiner Pracht mitten auf der Bühne Platz nehmen und sich dem Publikum zeigen. Als Solisten konnte man Patricia Nessy, Darius Merstein-MacLeod und Reinwald Kranner verpflichten. Im Background unterstützten Dessilava Valeva-Philipova, Carola Baumann und Monika Zirngast. Da diese drei Damen gewöhnt sind, eher in Operetten und Opern zu singen, war es für sie eine große Herausforderung ins Musicalfach zu wechseln. Natürlich merkte man ihnen an, dass sie stimmlich anderen Bereichen entstammten, aber sie waren dennoch eine wichtige Stütze für die drei Sänger und gaben ihr Bestes. Wer kennt sie nicht die vielen großen Webber Musicals von ”Evita”, ”Cats” bis zu ”Jesus Christ Superstar” oder ”Phantom der Oper”. Aus fast allen Stücken wurde eine kleine Auswahl an Songs dargebracht und somit war für jeden etwas dabei.

Bevor noch der ”Evita”-Block so richtig beginnen konnte, wurde das Publikum vom Dirigenten aufmerksam gemacht, dass Patricia Nessy erkrankt sei, aber dem treuen Badener Publikum zuliebe ihren Auftritt nicht absagen wollte. Die Gäste mussten lediglich bei ”Buenos Aires” auf ihre Stimme verzichten, da sie dieser Song zu sehr beansprucht hätte. Alle anderen Titel sang sie mit bemerkenswert guter Stimme, sie ”übersang” gekonnt, vor allem in den hohen Lagen, ihre Erkältung. Lediglich durch ein paar Räusperchen zwischendurch und ein wenig Blässe im Gesicht merkte man, dass sie gesundheitlich etwas angeschlagen war.

Während Merstein-MacLeod bei ”High flying adored” auf englisch begann, setzte Nessy auf deutsch fort. Bei ”Diese Nacht ist so sternenklar” von Kranner bekam sogar eine Dame im Publikum eine Rose, die vorher erst entfaltet werden musste, da sie in seiner Brusttasche steckte. Patricia Nessy nahm, in Anlehnung an die berühmte Balkonszene, den Platz ein, wo sonst die Backgrounddamen standen. Ein wenig musste sie zwar mit ihrer Stimme kämpfen, sie ging aber eindeutig als Siegerin hervor. Aus ”Sunset Boulevard” gab es u.a. ”Kein Star wird jemals größer sein” von Darius zu hören. Gekonnt setzte er seine tiefe Stimme ein und begeisterte das Publikum. So wie Reinwald Kranner ”Ein Licht ganz am Ende des Tunnels” aus ”Starlight Express” zum Besten gab, hatte man es wohl noch nie gehört. Auf interessante Art und Weise machte er, genauso wie ”Crazy” aus dem gleichen Stück, den Song zu seinem eigenen und kam beim Publikum gut an. ”Love changes everything” aus ”Aspects of love”, schön harmonisch gesungen von allen drei Solisten, beendete den ersten Teil.

Der Beginn des zweiten Teils der Gala wurde mit einem umfangreichen ”Jesus Christ Superstar”-Block eingeläutet. Kranner glänzte sowohl als Judas bei ”Heaven on their minds” als auch als Simon mit ”Simon Zealotes” Bei beiden Titeln ließ er so richtig Dampf ab und kam ordentlich in Fahrt. Während Merstein-MacLeod mit ”Gethsemane” berührte, überraschte er das Publikum mit dem ”King Herods Song”. Endlich konnte er beweisen, dass ihm auch witzige Nummern gut stehen und diese für ihn etwas ungewöhnliche Rolle machte ihm sichtlich Spaß. Auch bei Nessy musste man sich keine Sorgen machen. Sowohl bei ”I don’t know how to love him” als auch bei ”Mondlicht” aus ”Cats” saßen die Töne nahezu perfekt. Mit purer Lebensfreude gab es aus demselben Stück ”Mr. Mistoffelees” von Reinwald Kranner zu hören, der auch ordentlich miaute. Mit vier Songs aus dem ”Phantom der Oper” ging der Abend in die letzte Runde. Im edlen Outfit gab Darius mit ”The music of the night” ein tolles Phantom, während Reinwald, nicht minder elegant, ein starkes Duett mit Patricia bei ”All I ask of you” ablieferte. Ein weiteres Highlight der Titelsong aus dem Musical von Merstein-MacLeod und Nessy gesungen.

Beim Finale rockten alle zusammen noch bei ”Jesus Christ Superstar” und weil es dem Publikum so gut gefiel, wurde noch einmal ”Love changes everything” angestimmt. Weil das noch nicht genügte, musste noch ein weiteres Mal der Finalsong von allen gesungen werden. Die Stimmung im Saal und auf der Bühne war sehr gut und ausgelassen und man darf behaupten, dass der Abend ein voller Erfolg war.
Quelle: Andrea Martin

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