Blutspenden in Mecklenburg-Vorpommern: Der Schuft aus der Gruft

Dracula im Doppelpack: „Beißical“ in Schwerin und Rostock

Am 26. Oktober hat Nosferatus Großcousin, der Schuft aus der Gruft, sein Schloss im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin tapeziert. Die dortige, sich ebenfalls auf die weltberühmte Romanvorlage Bram Stokers berufende Dracula-Inszenierung, bei der Autor Peter Dehler selbst Regie führt, stieß bisher jedoch auf ein eher geteiltes Echo. Die Kritiken waren, vorsichtig formuliert, verhalten, was sich aber weniger auf die Qualität von Libretto und Buch, denn auf die der Umsetzung bezog. Die Musik stammt von John R. Carlson. Die nächsten Spieltermine sind am 14. Dezember, 11. und 31. Januar sowie am 22. Februar.

Die Ehre der ”Vamps” wieder her zu stellen, bleibt somit den Rostockern vorbehalten. Der zum ewigen Leben verdammte und vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes gesponsorte Obervampir steigt ab dem 19. Januar im dortigen Volkstheater des Nachts aus seinem Sarg. Seine Gastgeber in der Hansstadt an der Ostsee haben dabei den entscheidenden Vorteil, sich auf eine wesentlich populärere Steilvorlage stützen zu können: die des Tschechen und Biene-Maya-Vaters Karel Svoboda. Unter der Regie von Ralf Nürnberger wird das weltberühmte Dracula-Musical des Anfang diesen Jahres durch Freitod aus dem Hier und Jetzt geschiedenen Komponisten gezeigt. Svobodas ”Dracula” hat seit seiner Welturaufführung anno 1995 in Prag weltweit Millionen begeistert. Seine deutschsprachige Erstaufführung mit Ethan Freeman in der Titelrolle erlebte das Stück 2004 in Basel. Im Sommer desselben Jahres zeigten die Tecklenburger Freilichtspiele ebenfalls mit Freeman als Hauptakteur eine eigene, von Dean Welterlen inszenierte und begeistert gefeierte Open-Air-Version davon.

Nun hat Krolocks Großvater aber noch mehr Gesichter. Ein weiteres davon hatte ihm im Jahre 2005 der brillante Thomas Borchert geliehen, der in der ebenfalls ”Dracula” betitelten Musicalversion des US-Amerikanischen Top-Komponisten Frank Wildhorn im Schweizer St. Gallen als solcher auf der Bühne agierte. Der deutschsprachigen und prominent besetzen Erstaufführung unter der Regie von Matthias Davids folgte im August dieses Jahres beim Grazer Musicalfestival eine personell fast noch hochkarätiger bestückte Neuauflage (Inszenierung: Andreas Gergen), bei der neben Borchert auch Uwe Kröger (als Vampirjäger van Helsing) mitmischte. Bei beiden Aufführungsreihen war der Wildhorn-Spezialist Koen Schoots musikalischer Chef im Ring.

In dem Svoboda-Beißical in Rostock wird der gierige Aorta-Fetischist ”Dracula” von Olaf Plassa verkörpert. Als Adriana/Sandra ist Anika Lehmann zu sehen, als Lorraine greift Andrea Höcht desillusioniert zur Fuselpulle. Chrsitoph Kayser gibt den Scapino und Narr. Nach der Premiere am 19.1. 2008 stehen am 23. Januar sowie am 14. und 16. Februar weitere Aufführungen auf dem Spielplan.
Quelle: Jürgen Heimann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!