Zwischen Edelweiß, Bergeshöhen und brauner Welle

MusicalHalle A präsentiert neue Produktion in den Nürnberger Humboldtsälen

Wenig Ablenkung – viel Qualität

Das dezente, aber durchaus ausreichende Bühnenbild sorgte für wenig Ablenkung vom eigentlichen Bühnengeschehen, das in einer wohl überlegten Besetzung für einen unterhaltsamen Abend sorgte. Hervorragend besetzt waren die Hauptrollen Maria mit Katharina Tank und Baron von Trapp, der von Stephan Menzel-Gehrke gespielt wurde. Harmonisch ergänzt wurden die beiden Hauptrollen von Nicole Schneider (Mutter Oberin) und Marie Luise Schneider (Liesel), die durch ihre Stimmkraft überzeugten.

Nicht weniger beeindruckend war auch der Rest der Familie Trapp, verkörpert durch Christoph Schneider, Angela Schmidt, Lisa Rothhardt, Lukas Dallhammer, Timea Gion und Anastasia Gountoudis, die durch ihre manchmal recht vorwitzige Art immer wieder für Lacher im Publikum sorgte.

Natürlich seien an dieser Stelle auch alle weiteren Mitglieder des Ensembles gelobt, die durch ihre Rollen ihren nicht unerheblichen Beitrag zu dem Gelingen des Stückes geleistet haben. Ebenso wie jene Mitglieder des Teams, die hinter der Bühne oder an der Technik dafür gesorgt haben, daß die Aufführung reibungslos über die sprichwörtliche Bühne gehen konnte. Die Band, besetzt mit einem Schlagzeug und zwei Keyboards, sorgte für eine gelungene musikalische Begleitung und passende Stimmung.

Liebe zum Detail

Nicht zu verkennen ist sowohl die Liebe und Mühe, die in der Produktion steckt und als auch die viele Arbeit, die investiert wurde, um einem Musical mit eingängigen Liedern, kurzweiliger aber auch kritischer Handlung und einem nachdenklichen Ende, einen geeigneten Rahmen zu geben. Die Kritik an dem nationalsozialistische Deutschland dieser Zeit wird mit dem gebührenden Ernst vorgetragen, während die heitere und unbeschwerte Art Marias nicht nur die Familie Trapp, sondern auch das Publikum in ihren Bann zieht.

Kurz zum Inhalt

Der roten Faden des Stückes ist die Geschichte der Familie von Trapp. Georg, ehemaliger Kapitän der Kriegsmarine und verwitwetes Familienoberhaupt, erzieht seine Kinder streng und schon fast militärisch. Doch als Maria, eine junge Novizin, als Hauslehrerin von ihrer Äbtissin in das Haus des Kapitäns geschickt wird, stellt sie die dort herrschenden Sitten erst einmal gründlich auf den Kopf. Mit ihrer liebenswerten Art wird sie nicht nur von den Kindern sondern auch vom Kapitän selbst schnell ins Herz geschlossen und wendet damit so manchen Lauf der Dinge.

Max, ein Freund der Familie meldet die “Trapp Familie” bei einem Sängertreffen an, kaum als er gehört hatte, welches Gesangstalent in den Kindern der Familie steckt, das gerade erst von Maria geweckt wurde. Kapitän von Trapp, der von dem geplanten Auftritt seiner Kinder nicht sonderlich angetan ist, sagt schließlich doch zu, nicht zuletzt, um vor dem deutschen Oberkommando noch etwas Zeit zu schinden, das ihm die Führung eines der neuen U-Boote übertragen hat.

Gespielt wird noch bis zum 24. Februar 2008 in den Humboldt Säle, Humboldtsraße 114 – 118 in Nürnberg. Die genauen Termine können unter www.halle-a.de nachgesehen werden.

Karten gibt es unter der Ticket- und Infohotline: 0911- 27 45 744

Und nicht vergessen: solange man an Cellophanpapier, Elefantentiere und Gesangsvereine vom Lande denkt, kann gar nichts mehr schiefgehen. Viel Spaß beim Zuschauen!
Quelle: Alexander Brock

0 thoughts on “Zwischen Edelweiß, Bergeshöhen und brauner Welle

  1. Liebe Frau Schneider,
    lieber Herr Schneider,

    nach der wunderbaren Premiere am letzten Donnerstag möchte ich Sie und alle Mitwirkenden ganz herzlich für Ihre Arbeit bestätigen!!

    Das Musical wurde wunderschön dargeboten, in einer so hohen Qualität, wie ich sie überhaupt nicht erwartet hätte.

    Die Lieder, die Tänze, die Farben und eine Welle von Ästhetik haben mich in bester Laune mit nach Hause begleitet. Noch heute summen mir die Ohrwürmer durch den Kopf: “C wie Cellophanpapier…” und “denk’ ich an meine kleinen Schwächen, habe ich wieder Mut…”.

    Nachdenklich stimmt mich, wie massiv der Nationalsozialismus in die Gesellschaft eingdrungen war und welche Zivilcourage der echte Herr von Trapp damals bewiesen hat, indem er sich weder zum Mitmachen überreden ließ, noch einfach die Augen davor verschlossen hat.

    Ich habe mich außerordentlich gefreut, eine solche Darbietung in Nürnberg sehen zu können und werde diese Gelegenheit nutzen und mir das Musical sicher noch ein zweites mal anschauen.

    Bei den großen Musicals in Hamburg, Berlin und Stuttgart hat mich schon oft die zwar meist perfekte aber auch fast maschinelle Darbietung gestört.
    Bei The Sound of Music, in den vergleichsweise kleinen Humboldtsälen, erlebt man noch die Nähe zu den Darstellern, deren echte Begeisterung und den Flair des Theaters. Dass die Truppe überwiegend “nur” aus Amateuren besteht, habe ich nicht gemerkt.

    Ich hatte mir vorbehalten, die Premiere abzuwarten, bevor ich das Stück Freunden und Bekannten empfehle. Dies tue ich nun aus ganzem Herzen und habe mir erlaubt, auch diesen Brief weiter zu leiten. Ich sage allen: Es ist ein Geheimtipp in Nürnberg – schaut es Euch an und viel Spaß dabei!

    Den Produzenten und und Mitwirkenden wünsche ich viel Erfolg und weiterhin so viel Idealismus und Professionalität!

    Herzliche Grüße
    Erik Koller

  2. Liebe Frau Schneider,lieber Herr Schneider,ich bi eigendlich kein Musicalfan,aber dieses Stück,Familie Trapp,hat mich sehr sehr begeistert und zu Tränen gerührt sodaß ich gleich zweimal Ihre Aufführung besuchte.Meine Hochachtung vor der Textsicherheit sogar bei den” kleinsten”. Ich hoffe noch mehr von Euch zu sehen.Liebe Grüße von einem neugewonnenen Musicalfan,Kerstin Rück

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