Heißbegehrt – 1 Musical, 2 Hexen, unendliche Magie

Be- und verzaubernde Medienpremiere verspricht glanzvollen Start des Musicals

Elphaba, die grüne Hexe, und Hauptperson der Geschichte, dargestellt von Willemijn Verkaik, geht am Ende in Dorothys Geschichte als die böse Hexe ein, während Lucy Scherer als Glinda – mit stummem “Ga” – als die gute Hexe das Mädchen auf den Weg in die Smaragdstadt schickt. Doch sind die Dinge nicht immer so, wie sie zu sein scheinen. Es ist immer wieder faszinierend, eine bekannte Geschichte aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Es dauerte lange, bis es endlich eine deutsche Version des Broadwayhitmusicals gab, doch nun ist es endlich soweit und es wurde – schon im Vorfeld – nicht zuviel versprochen, und das was versprochen wurde, wurde eingehalten, wenn nicht sogar übertroffen.

Der umgebaute Zuschauerraum Palladium-Theater bringt die Zuschauer schon beim Eintreten zum Staunen und das gewaltige, aber doch dezente Bühnenbild tut sein Übriges. Ein wenig düster und geheimnisvoll, wie es sich für die Welt von OZ ziemt und dazu im krassen Gegensatz die farbenprächtigen Kostüme der Ozianer in der Smaragdstadt, versetzen – grandios in Szene gesetzt – das Publikum in eine Welt fern ab der Realität.

Die Darsteller harmonieren miteinander, das gesamte Ensemble versprüht Witz und Charm, die Übertragung aus dem Englischen in das Deutsche hat wunderbar funktioniert, ein Wortwitz jagt den anderen. Man driftet von einem Gefühl in das Nächste – erst lacht man über Glinda, dann weint man um Elphaba, um dann am Ende den Mund vor Staunen nicht mehr schließen zu können – ein wahres Meisterwerk an Überraschungen und Wendungen. Man findet alte Bekannte wieder, erkennt neue Zusammenhänge, so daß sich die Geschichte von Dorothy – dem Landei aus Kansas, wie Elphaba sie so reizend betitelte – sich in einem völlig neuen Licht zeigt.

Die Geschichte um die ungewöhnliche Freundschaft zweier so unterschiedlicher Charaktere feiert am 15. November in Stuttgart im Palladiumtheaer seine Premiere und schon bei der Medienpremiere am 14. November war zu erkennen, daß dieses Stück auch in Deutschland das Zeug zu einem Riesenhit hat, was nicht allein an den Darstellern liegt, denen ihre Rollen wirklich ans Herz gewachsen zu sein scheinen.

Willemijn Verkaik als Elphaba wandelt sich auf beeindruckende Weise vom verspotteten Mauerblümchen zu einer Hexe, die ihre Macht einzusetzen weiß und am Ende auch die Liebe ihres Lebens finden darf. Auch Lucy Scherer als Glinda, das blonde, heißbegehrte Mädchen, der Star unter den Hexen, blüht in ihrer Rolle auf. So herrlich überzogen und “blond”, um Elphaba zu zitieren, daß es ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus ist.

Angelika Wedekind gibt eine wundervolle Madame Akaber und Carlo Lauber einen Zauberer von Oz, den man sich besser nicht vorstellen kann, auch Nicole Radeschnig als Nessarose, Michael Günther als Dr. Dillamonth und Stefan Stara als Moq überzeugen in ihren Rollen und beeindrucken das Publikum. Mark Seibert mimt Fiyero, der auch nicht das ist, was er am Anfang zu sein scheint – ein bonierter Bonze.

Alles ist schön, wenn es nur anders betrachtet – diesem Leitsatz folgt auch das Musical: es ist wundervoll, weil es die Dinge anders beleuchtet.

Weitere Bilder sind unter www.musicalgalerie.de zu finden.
Quelle: Christine Daaé

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