The best of everything, Kammeroper

Wenn eine Musicaldarstellerin ihr angestammtes Theater verlässt und ihren Part der Zweitbesetzung überlässt, muss es schon einen triftigen Grund geben. Für Carin Filipcic (bis 30.6.2007 spielte sie noch die Rolle der Mrs. van Hopper in ”Rebecca”) gab es diesen. Das Collegium Vocale Marchfeld unter der musikalischen Leitung von Michael Schnack hatte sie als Unterstützung für einen Auftritt in der Wiener Kammeroper gewinnen können. Der 25 Personen starke Chor (16 Damen, 9 Herren) gab in knapp eineinhalb Stunden sein Können zum Besten. Das Publikum (unter dem sich Gäste wie Carole Alston, Hannes Muik oder Suzanne Carey befanden) bekam Songs von ganz großen Namen – George Gershwin, Cole Porter, Irving Berlin und Harold Arlen zu hören. Schnack begleitete den Chor selbst am Klavier, Stephan Fürst spielte Kontrabass und Willi Wenzel war für die restlichen drei Instrumente (Flöte, Klarinette, Saxophon) zuständig. Die charakteristischen Farben der Chorbekleidung waren rot und schwarz und auch Filipcic hielt sich daran und erschien ganz in rot. In neuen Arrangements wurden u.a. ”Puttin’ on the ritz”, The best of everything”, ein Gershwin/Porter Medley (u.a. bestehend aus ”Let’s do it”, ”But not for me” oder ”Love is sweeping the country”) oder ”I got rhythm” gespielt. Carin Filipcic brachte in ”Find me a primitive man” ihre Vorstellungen des Traummannes auf witzige Art und Weise näher. Bei den Songs ”I love Paris” und ”C’est manifique” wurde sie von vier Chormitgliedern unterstützt, während sich die anderen kurz eine Verschnaufpause gönnten. Nach ”Push de button” der Damen, bei dem ein bisschen Partystimmung aufkam, wurde es so ruhig, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Filipcic begann allein mit ”Over the rainbow”, danach setzte der Chor ein. Schnack hatte seinen Platz hinter dem Klavier verlassen und dirigierte. Es folgten insgesamt drei Zugaben, da sich das Publikum sehr begeistert zeigte. Vielleicht hätte der Chor doch noch mehr Songs ins Programm aufnehmen und nach der Hälfte ein Pause einplanen sollen. Es wird sicher nicht der letzte gemeinsame Auftritt des Chors mit Carin Filipcic gewesen sein, denn es war wirklich eine gelungene Konstellation.
Quelle: Andrea Martin

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