Auch dritte „Maddinammidoch“ war großer Erfolg

Am 11. Februar 2007 hießen die Verantwortlichen des Musicals ”Magdalena” zum dritten Mal Interessierte und geladene Gäste zu einer ”Maddinammidoch” willkommen. Ein Angebot, das gut genutzt wurde und so erfreute sich die Burgschänke am Zustand des Ausgebuchtseins.

Bei vielen jenseits der Grenzen Frankens mag nun wohl doch das allseits beliebte fränkische Fragewort ”hä ?” in den Sinn kommen, wenn man sich die Wortkreation ”Maddinammidoch” mal genüßlich auf der Zunge zergehen läßt – was hoffentlich nicht zu Zungenbruch führt…

Entstanden ist dieses Wort aus der Kombination von ”Maddinee” (man beachte: natürlich mit dem fränkischen ”hadden d”) und dem Wort ”Nammidoch”, sprich ”Nachmittag”. Und nicht zu Unrecht taufte man die heitere und informative Zusammenkunft so, denn um 14 Uhr ist der Morgen doch schon einige Zeit vorbei.

Gemütlich und passend das Ambiente, informativ und heiter das Programm. Anekdoten zur Entstehung, kleine Kalauer und natürlich Kostproben von Dialog und Gesang, gaben einen bunten Vorgeschmack auf ein Ereignis in Cadolzburg, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Das 130 Personen starke Ensemble besteht ausschließlich aus den Bürgern des Ortes, die keine Mühen scheuen, um den Proben beizuwohnen. Ehrgeiz und Liebe zum Detail prägen hier die Arbeitsweise und natürlich nicht zu vergessen: die Liebe zur fränkischen Mundart, in der das Stück geschrieben ist. Sicher, für Auswärtige etwas, was ungewöhnlich klingen mag, wenn man mit der Sprache nicht vertraut ist. Doch läßt man sich erst einmal darauf ein, so wird man herausfinden, daß das Fränkische durchaus seinen eigenen Witz und Charme hat.

Noch kurz zum Inhalt des Musicals ”Magdalena”:

Schauplatz der Geschichte ist die Hohenzollernburg in Cadolzburg – jener Schauplatz, in dem auch die Open-Air Aufführungen stattfinden. Man befindet sich in den Wirren des 30-jährigen Krieges, die Schweden sind einmarschiert und das Land ist in Aufruhr.

Der Fürst, Graf Ernst Albrecht von Cadolzburg, hat von seiner Frau genug und möchte sich weitaus lieber seiner Geliebten widmen. Eine Scheidung ist zu diesen Zeiten unmöglich, und somit muß eine Lösung her. Er schließt kurzerhand mit dem Erzbischof von Seckendorf einen Pakt: eine Scheidung als Gegenleistung für eine eine ”Hexe” aus dem Dorf.

Nach einer Hexe muß nicht lange gesucht werden, denn die Lehrersfrau und Mutter von vier Kindern ist höchst verdächtig – hat sie doch die Unverfrorenheit, den Kindern im Ort mit einem Fernrohr des Nacht die Sterne zu zeigen.

Da ist zu dieser Zeit noch die einzige Wahrheit war, daß die Erde eine Scheibe sei, wird Magdalena verhaftet und vor ein Gericht gestellt. Das Urteil ist eindeutig: Schuldig der Hexerei und Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.

Mit Eifer verfolgen die Bürger Cadolzburgs Eifer die Inquisition und das Urteil – eine Unterhaltungsshow, wie es zur damaligen Zeit üblich war, doch im Gegensatz der üblichen Sitten, bekommt hier die Gerechtigkeit ihre Chance und ermöglicht zum Ende hin eine große Wende.

Mitreißende, aber auch bewegende Lieder führen den Zuschauer durch das Cadolzburg des 17. Jahrhunderts, in dem die Zeiten weit weniger als einfach waren. Damals wie auch heute waren die Themen ”Frieden” und ”Freiheit” aktuell und so macht das Musical immer wieder darauf aufmerksam.

Cadolzburg feiert in diesem Jahr das 850. Jubiläum – was liegt da näher, als der Musicallandschaft mal einen tüchtigen Klecks in Franken zu verleihen ? Und es kann mit Sicherheit gesagt werden, daß die Besucher des Musicals mit zwei Stunden reiner Spielzeit sowohl in Qualität als auch in Unterhaltung voll und ganz auf ihre Kosten kommen.

Für alle Franken sollte dasselbe wie zu den Zeiten der ”Fädder Kärwa” gelten: ”Dou mäi mer hie!” und für alle außerhalbs Franken: ”Hingehen – ansehen – es lohnt sich!”

Mehr Infos gibt es unter: www.musicalliste.de?id=330

Quelle: Alexander Brock

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