Ein Lehrgang in Sachen Musical

”Life is…”, oder was sie schon immer zum Thema Musical wissen wollten, unter diesem Motto wird in den Hamburg Kammerspielen eine Revue von Hardy Rudolz präsentiert.

Dem, mehr oder weniger, unwissenden Zuschauer wird in 2 ½ Stunden die Musicalgeschichte näher gebracht. Die Einflüsse von Jazz und Operette werden erläutert und immer wieder werden bekannte und weniger bekannte Melodien aus diversen Musicals in die Erzählungen eingeschoben.

Ein wenig Schulmeisterlich kommen einige Erklärungen schon herüber, besonders wenn dabei noch der Finger gehoben wird, wenn Überlegungen angestellt werden, warum es keine deutsche Musicalgeschichte gibt.

Heiterer wird es, wenn man zusehen darf, wie ein verzweifelter Darsteller eine Petition herumreicht, die das Klonen von Musicaldarstellern stoppen soll, oder Tamara Wörner, sich mit bayrischem Akzent darüber beschwert, wie schwer es für eine Farbige ist eine vernünftige Rolle zu bekommen. Zur Krönung dieses Monologs darf sie ”I am what I am” auf bayrisch singen.

Soll der erste Akt dem Publikum noch das Genre näher bringen und beweisen, wie viel mehr, hinter dem, oberflächlich als leichte Unterhaltung geltenden, Bereich steckt, steht der zweite Akt ganz im Zeichen der Liebe.

Ein Potpourri der schönsten Liebeslieder steht hier im Mittelpunkt und es werden die verschiedenen Facetten der Liebe gezeigt. Ob Glück, Hass oder Trauer, für jedes dieser Gefühle gibt es ein Musicallied. Dieser zweite Akt ist ideal gelungen und es zieht sich eine Liebesgeschichte von der Traumhochzeit, bis zur Trennung in Hass, als roter Faden durch den Akt.

6 verschiedene Darsteller schlüpfen jeweils für ein paar Minuten in die verschiedensten Rollen, um auch wirklich jeden Charakter der Musicalszene einmal präsentiert zu haben. Von Maria und Tony aus der ”West Side Story” über die Stepper der ”42nd Street” bis zu Kapitän Hook ist alles dabei.

Tamara Wörner, Anja Launhardt, Stefanie Kock, Rüdiger Reschke, Andreas Berg und Joachim Quirin zeigen was sie können und die meiste Zeit liegen ihnen ihre Songs und die dazugehörigen Tanznummern auch sehr gut. Alle Melodien werden am Piano von Mathias Christian Kosel und Gerd Bellmann treffend begleitet.

Ein netter Abend ist dem Publikum garantiert und vielleicht verlässt mancher die Hamburger Kammerspiele dann auch mit einer neuen Sicht auf das Genre Musical.
Quelle: Nadine Müller

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