Geizhals Scrooge wünscht in Oberhausen und München fröhliche Weihnachten

Kribbelnde Hornhaut ohne pädagogische Strümpfe: Mit Guildo Horn und Jeroen Phaff auf der Geisterbahn

Das auf der unsterblichen, vor 160 Jahren erschienen Weihnachtsnovelle ”A Christmas Carol” des Oliver-Twist-Erfinders Dickens basierende Musical-Märchen des Komponisten Dirk Michael Steffan geht damit, etwas aufgepeppt und modifiziert, in die dritte Spielzeit. Nach seiner Weltpremiere vor zwei Jahren hatte es sich trotz der von Anfang an begrenzten Aufführungsdauer als Überraschungs-Hit der Saison entpuppt. Ganze Familien riefen damals nach Zugaben – und bekamen sie – am Rhein und an der Spree. Bislang bezauberte die rührende Geschichte vom geizigen Stinkstiefel, der zu Menschenfreund und Wohltäter mutiert, über 180.000 Besucher. Und es ist ganz offensichtlich noch wesentlich mehr Publikumspotenzial vorhanden. Also auf ein Neues.

Im April geht eine neue Produktion an den Start

Dirk Michael Steffans MyWay-Entertainment hat sich inzwischen mit der ARCUSLine Entertainment und der Semmel Concerts Veranstaltungs GmbH – die Bayreuther gehören zu den größten Konzert- und Eventveranstaltern Deutschlands – zusammen getan. Gemeinsam zeugten sie die ”Theater mit Herz” GmbH, deren erklärtes Ziel es ist, das TheatrO langfristig mit neuem Leben zu füllen und zu bespielen. Nach dem Geist der Weihnacht wird es im zeitigen Frühjahr mit ”Grease” und “Abbamania” im hiesigen Musikweg zwei Gastspielproduktionen geben, ehe dann im April wieder ein neues, selbst entwickeltes und eigeninszeniertes Stück präsentiert werden soll, über das man sich derzeit aber noch in Schweigen hüllt.

Jeroen Phaff als Scrooge

Der Niederländer Jeroen Phaff wird im TheatrO CentrO die Hauptrolle des Geizhalses ”Scrooge” übernehmen. Seinen Einstand auf einer Deutschen Musicalbühne hatte er seinerzeit als Bischof bei “Les Misérables” in Duisburg gegeben. Bei der Welt-Uraufführung von Polanskis tanzenden Vampiren in Wien war er von 1997 bis 1999 als alternierender Graf Krolock mit von der Partie. In seiner Heimat agierte Phaff an der Seite von Pia Douwes als Kaiser Franz-Joseph in der Scheveninger “Elisabeth”-Produktion fühlt sich aber auch im klassischen Bereich (Mozart, Schumann, Saint-Saens) recht wohl. Zuletzt hatte der Künstler die Rolle des Teufels Ferluci in der Welturaufführung des Kindermusicals ”De Griezelbus” kreiert. Darüber hinaus synchronisierte er zahlreiche Zeichentrickfilme und war bei großen Galas in London, Dublin, Barcelona, Madrid, Rom, Mailand und Wie ein gern gesehener Gast.

Der Meister der Geister

Für die Besetzung des Geistes Marley gilt das Motto “Piep, piep, piep . . . Guildo hat Euch lieb!” Der selbsternannte ”Meister” himself wird in der neuen Spielzeit etwas ”vergeistigter” als sonst daher kommen. Die Rolle des Marley passt zu Guildo Horn wie die Faust aufs Auge. Er zieht sich dabei aber nicht seine ”Pädagogischen Strümpfe” über – die Musik bei Weihnachtsgeist kommt vom Band. Sie besticht durch ergreifende, eingängige Melodien – zahlreiche Ohrwürmer inklusive.

”Vogel des Jahres” als Idealbesetzung

Mit dieser Personalie haben die Theater-mit-Herz-Leute nach Ur-Geist Peter Trautwein, der als solcher diesmal jenseits des Weißwurstäquators in der bayerischen Landeshauptstadt agiert, sicherlich wieder eine Idealbesetzung gefunden. Guildo Horn (”Mich kribbelt es jetzt schon in der Hornhaut”) ist Paradies- und Spaßvogel zugleich – wohl nicht von ungefähr kürte ihn der Naturschutzbund weiland auch zum ”Vogel des Jahres” . Der Künstler zählt zu den schillerndsten Entertainern Deutschlands. Der Diplompädagoge hat als ”Zauberer von Oz” bereits Musicalerfahrung sammeln können und stand auch als ”Styx” in der Operette ”Orpheus in der Unterwelt” auf der Bühne der 4. Antikenfestspiele.

Zwei charmante Engel: Sanni Luis und Monika Dehnert

Mit Sanni Luis und Monika Dehnert als Engel dürfen sich die Geisterväter wieder auf der ganz sicheren Seite wähnen. In München wird die verstorbene Jugendliebe des fiesen Kredithaies wieder von der ”Belle” der ersten Stunde verkörpert – Judith Hildebrandt. Den Scrooge-Part übernimmt hier der Schauspieler Jan Gebauer.

Handlung und Charaktere stärker herausgearbeitet

Für das Bühnenbild zeichnet wiederum Manfred Gruber verantwortlich. Es bleibt gegenüber den beiden vergangenen Jahren weitestgehend unverändert, wobei es natürlich vor allem in Oberhausen nahe liegt, die technischen Möglichkeiten und besonderen räumlichen Gegebenheiten, die das in seiner Aufteilung einem Amphitheater nachempfundene TheatrO bietet, voll auszureizen. Gerade die Satellitenbühnen und der weit in das Auditorium hineinreichende Bühnensteg ermöglichen es, den Zuschauerraum als Handlungsebene noch mehr einzubeziehen – und damit auch das Publikum. Auch habe man die Inszenierung weiter entwickelt, verriet der neue Regisseur Craig Simmons. Story und Charaktere seien noch stärker herausgearbeitet worden. Der Amerikaner, von Hause aus selbst Schauspieler und Musicaldarsteller (”Judas” in “Jesus Christ Superstar” ”Macheath in ”Die Dreigroschenoper”) hat sich in den vergangenen Jahren mit “Hair” ”Kiss me, Kate” und ”Pippin” als Regisseur an zahlreichen deutschen Theatern einen Namen gemacht. In Berlin war er künstlerischer Leiter des Disney-Musicals ”Der Glöckner von Notre Dame”.

Der Kartenvorverkauf für den Weihnachtsgeist ist inzwischen angelaufen, wobei die Preise in Oberhausen und München identisch sind. Die Einzel-Tickets kosten je nach Platzkategorie und Veranstaltungstag zwischen 19 und 79 Euro. Für Familien gibt es besondere Angebotspakete. Buchbar sind die Billetts unter (01805) 570037. JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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