„Evita“ lebt! Ethan Freeman wandelt sich zum sarkastischen Berufsrevolutionär „Che“

Buenos Aires liegt an der Weser: What a circus!!!

Freeman, der zur Zeit als “Bustopher”, “Gus” und “Growltiger” bei den Berliner CATSen schnurrt, ist das personelle Zugpferd einer Neu-Inszenierung von Webber’s unverwüstlichen Rock-Oper ”Evita”, die am 25. November des nächsten Jahres im dortigen Musical-Theater Premiere feiert und dann bis einschließlich 31. Dezember 2004 aufgeführt wird. Insgesamt 40 Vorstellungen sind an der Weser vorgesehen. ”Bei dieser Besetzung kann eigentlich nichts schief gehen”, ist Claus Kleyboldt, der Geschäftsführer der Hanseatischen Veranstaltungs-GmbH, überzeugt. Und dieser Optimismus gründet sich nicht allein auf die Person Freemans als ”Che”.

Eva Maria Kaufmann in der Titelrolle

Für die Titelrolle konnte niemand Geringeres als Eva-Maria Kaufmann gewonnen werden. Die einst zur Politlegende an der Seite des argentinischen Diktators Juan Perón aufgestiegene Provinzschönheit Eva Duarte hatte die Sopranistin zuletzt auf einer ausgedehnten Open-Air-Tournee des Klassikers verkörpert. An der Weser gastierte die in Edmonton geborene Künstlerin bereit als ”Jenny Mahagonny” und mit ”Lucia di Lammermoor”. Und als ”El Präsidento” selbst ist Wolfgang Höltzel mit von der Partie, der zuletzt als 1. Offizier William Murdoch auf den Bordplanken der inzwischen untergegangenen “Titanic” in der Neuen Flora in Hamburg stand. Der vielseitige Darsteller ist vielen noch als gerissener Rechtsverdreher Billy Flynn aus dem Düsseldorfer Chicago-Revival in guter Erinnerung.

Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen

Für die Regie zeichnet Christian von Götz verantwortlich, der sich des Stoffs damit schon zum dritten Male annimmt; die Choreografie besorgt Stefan Brauer. Die Proben für Darsteller und Orchester beginnen am 1. November 2004. Die Veranstalter kalkulieren mit Gesamtkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro für diese Produktion. Bei insgesamt 33 000 Besuchern wären sie auf der sicheren Seite. Der Kartenvorverkauf hat inzwischen begonnen. Tickets zum Preis zwischen 41,50 und 71,50 Euro gibt es unter anderem im Internet über getgo.de.

Das Bremer Musical-Theater war Ende 1999 als solches eröffnet worden. Mit der deutschen Erstaufführung des Wildhorn-Grusicals Jekyll & Hyde konnten die Verantwortlichen zwar einen veritablen Bühnen-Hit für sich reklamieren, doch geriet die Inszenierung immer tiefer in die Miesen. Nach 954 Shows fiel Ende Juni 2001 der letzte Vorhang. Auch das Nachfolge-Stück erwies sich letztendlich als Flop. Die “Hair”-Hippies mussten vorzeitig zum Frisör. Nach wenigen Monaten Spielzeit wurde das Psychedelic-Happening abgesetzt.

Danach gingen die Lichter im Richtweg erst einmal aus. Einen zaghaften musical-ischen Neuanfang gab es zuletzt mit ”My Fair Lady” .Derzeit wird das Haus vom Bremer Theater, dessen Stammquartier umfassend modernisiert wird, als Ausweichstätte genutzt.

JÜRGEN HEIMANN
Quelle: Jürgen Heimann

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