Michael Nicholson als stellvertretender Schloßherr

Zweimal in der Woche hat das Schloß des Grafen einen Neuen

Am Broadway ein Flop – hier bald Geschichte

Am Broadway tanzen die Vampire am 25. Januar das letzte Mal. Die Bilanz: 64 Previews, 50 Vorstellungen, 12 Millionen Dollar Verlust. Die teuerste Produktion am Broadway ist ein Flop geworden. Hierzulande dagegen spielt das Stück laut offiziellen Zahlen erfolgreich, warum es dann zum 31. August abgsetzt wird, ist für viele unverständlich. Nachfolger könnte sein 42nd Street – nichts genaues weiß man nicht. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Stück in einer anderen deutschen Stadt wieder aufleben und die Vampire woanders tanzen würden – mit einem Großteil der jetzigen Besetzung natürlich – das versteht sich von selbst – es ist ja Mode, Recycling zu betreiben.

Graf Krolock ein Stubentiger

Michael Nicholson kommt mehr aus dem Opernfach, was für das Phantom durchaus passend ist, für den Grafen allerdings nicht in allen Szenen. Es fehlte leider teilweise das Dämonische und irgendwie auch das Anziehende in der Stimme. Statt einen verschlagenen Tiger sah man eher ein verzweifeltes Kätzchen, was wohl Startschwierigkeiten sind, da er selbst sagte, daß es sehr schwer ist, das Alter der Rolle in die Stimme zu legen. Man braucht schon einige Übung um mit 37 Jahren einen Mann zu spielen, der schon über 600 Lenze zählen kann. Die Inspiration durch Steve Barton war an einigen Stellen deutlich zu hören – was sich sicher nicht ganz vermeiden läßt – , an anderen Stellen wiederum war die Interpretation der Rolle durch Michael Nicholson bei weitem besser als die von anderen Grafen.

Der Pep fehlte

Der “TDV-erfahrene” Besucher wird nicht umhingekommen sein, zu bemerken, daß es der Show seltsamerweise an dem gewohnten Pep fehlte und auf der Suche nach dem Grund bleibt viel Raum für Spekulationen. Auch Großteile des Ensemble spielten wenig überzeugender als sonst. Vielleicht ist es das Wissen um den letzten Tanz Ende August, was dazu beiträgt, daß die Qualität des Stückes bedauerlicherweise etwas gelitten hat und so manches von dem ursprünglichen Witz und Charme aber auch von dem Unheimlichen des Stückes einfach auf dem Weg zum Publikum verpufft ist.

Details zu Michael Nicholson

Der 37-jährige ist seit 1995 in Deutschland und hat vor kurzem erst die CD “Just Duets” aufgenommen, für deren Zusammenstellung und Produktion er selbst verantwortlich zeichnet. Privat hört er gerne Opern, aber auch Lieder von Billy Joel und Streisand. Für ihn ist die Rolle des Grafen Krolock ganz eine Rolle nach seinem Geschmack, da er selbst mehr aus dem Opernfach kommt und Singrollen bevorzugt.

Alexander Brock
Quelle: Alexander Brock

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