Fulminante Tanz-Szenen, viel Tempo und die Mega-Hits der 80-er

Am 3. März erlebt „Miami Nights“ im Düsseldorfer CAPITOL-Theater seine Welt-Uraufführung

Die Hausherren im Kölner Musical-Dome demonstrieren mit ”Saturday Night Fever” beispielsweise seit über zwei Jahren eindrucksvoll, dass sich selbst eine dramaturgisch dünne Storyline packend, überzeugend und mit Esprit umsetzen lässt.

Derweil holen Produzent Thomas Krauth und sein Partner Michael Brenner zu ihrem nächsten Schlag aus. Nach der fulminanten ”Chicago”-Show im ebenfalls unter ihren Fittichen stehenden Düsseldorfer Capitol-Theater wollen es die beiden findigen Impresarios in der Erkrather Straße der nordrhein-westfälischen Hauptstadt erneut krachen lassen. Mag ja durchaus sein, dass sie sich mit der neuen Eigenproduktion ”Miami Nights” (auf befristete Zeit) selbst Konkurrenz züchten, aber selbige hat ja schon immer das Geschäft belebt.

Irgendwie folgen diese sohlen- und absatz-verschleißenden Inszenierungen immer einem vorgegebenen Muster: Boy meets girl, überwirft sich mit selbigem (oder umgekehrt), wobei dann bei einem großen Tanz-Turnier die Stunde der Wahrheit schlägt und sich die Spreu vom Weizen trennt. Intrigen, Ehrgeiz, Liebe, Eifersucht, unerfüllte Erwartungen. Alles schon dagewesen, auf der Leinwand zum Bleistift. Und genau da haben sich die Düsseldorfer ausgiebigst bedient, was ja kein Nachteil sein muss. Im Gegenteil.

”Footloose”, ”Fame” und ”Dirty Dancing”

”Miami Nights” versteht sich in erster Linie als leicht persiflierende Hommage an die legendäre Tanz-Filme der 80-er: ”Footloose”, ”Flashdance”, ”Fame”, ”Dirty Dancing” und eben auch ”Saturday Night Fever” wobei aus den von Heribert Feckler neu arrangierten Ohrwürmern aus diesen Streifen das Handlungsgerüst gezimmert wurde. Hits wie beispielsweise ”I wanna dance with somebody” von Whitney Houston, ”Conga” (Gloria Estefan), ”Time after time” (Cindy Lauper), ”Material Girl” (Madonna) oder ”What a feeling” (Irene Cara), sind jedoch nicht um ihrer selbst willen in dieses Stück integriert worden, sondern als treibende Elemente in die Handlung eingebunden und verwoben.

Made in Germany

Als kreatives Dreiergestirn stehen hinter diesem Projekt der junge Regisseur Alex Balga, der im ”Capitol” ja bereits u.a. die Neuinszenierung von ”Cabaret” mit großem Erfolg auf die Bühne gebracht hatte und der auch die Idee zu diesem Vorhaben lieferte, die Choreografin Natalie Holtom und Marcus Haseloff. Letzterer zeichnete für das Buch verantwortlich.

Angesiedelt zwar im tropisch-schwülen Miami, ist dieses Produktion doch das erste reine Tanz-Musical ”made in Germany”. Insofern handelt es sich, wenn sich der Vorhang am 3. März erstmals offiziell hebt, auch um nichts weniger als eine Welt-Uraufführung.

Die Proben laufen sein einigen Wochen auf Hochtouren, wobei Natalie Holtom die Akteure zu Höchstleistungen treibt. Sie und Balga dürfen sich bei ihrer Arbeit auch personell auf der sicheren Seite wähnen. So ist unter anderem in einer der vier Hauptrollen Karin Seyfried mit an Bord. Spätestens seit ”Saturday Night Fever”, wo sie umwerfend die zickige Stephanie Mangano verkörperte, gilt diese umwerfende und charmante Künstlerin mit ihrem einzigartigen Bewegungsvokabular als Tanz-Queen auf deutschen Bühnen.

Mit Paul Kribbe halten die Düsseldorfer einen weiteren und bereits international renommierten Joker in der Hand. Der Stern von Hauptdarsteller Hendrik Zietz begann zu leuchten, nachdem er, bis dahin weitestgehend unbekannt, in der Rolle des ”Danny Zuko” in der Bocksch-Tourneeproduktion von ”Grease” abräumte. Sabine Schreittmiller komplettiert das Quartett der Frontleute. Für sie ist es zugleich eine Heimkehr nach Düsseldorf. Dort hatte sie weiland das ”Fräulein Kost” sowie die ”Sally Bowles” in ”Cabaret verkörpert.

Die Handlung ist vielschichtiger als die vergleichbarer genre-typischen Tanzshows, die einzelnen Charaktere werden glaubwürdig und differenziert gezeichnet. Und: Die Dialoge sind, im Gegensatz zu denen auf der Reeperbahn, in Deutsch. Fulminant und in ihrer stilistischen Vielfalt sind die das Stück beherrschenden Choreografie-Sequenzen. Da hat Natalie Holtom ganz tief in die Trickkiste gegriffen und eine Fülle unterschiedlicher Disziplinen miteinander kombiniert und modifiziert. Ein Schuss Salsa, eine Brise Latin und Funk, ein klein wenig Jazz, Pop und Rock. Als das ergibt eine brodelnde, feurige und temporeiche Mixtur, die noch dadurch an Intensität und Geschwindigkeit gewinnt, indem Balga sich bei der visuellen und dramaturgischen Umsetzung der abrupten und schnellen Erzähltechnik der Video-Clip-Filmer bedient.

Karten, Preise, Previews

Karten für ”Miami Nights” zum Preis zwischen 20 und 60 Euro (zuüglich 1 Euro Systemgebühr) können unter der Ticket-Hotline (0211) 73440 oder im Internet unter www.kartenkaufen.de geordert werden. Für die Zeit zwischen dem 19. und 28. Februar sind insgesamt elf Previews, sogenannte Voraufführungen, angesetzt. Für diese Shows gibt es eine Preisermäßigung von 20 Prozent.
Quelle: Jürgen Heimann

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